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Bis hierher und nicht weiter! Wir protestieren gegen die rechtswidrigen Sanktionen gegen Oberst Jacques Baud und den Kriegskurs der EU


Fordert die Freilassung des sozialistischen Kriegsgegners Bogdan Syrotiuk aus einem ukrainischen Gefängnis!


Waffenstillstand sofort! Sofortiger Stopp aller Waffenlieferungen an die Ukraine! Kein Krieg gegen Russland! Abzug aller Atomraketen aus Europa!


Freiheit für Julian Assange! Aufruf des Komitees zur Verteidigung von Julian Assange und Chelsea Manning …


Kein Krieg gegen den Irak! – Kein Blut für Öl und Macht! Aufruf der Initiative gegen den Irak-Krieg vom November 2002…


57. Tag im US-israelischen Angriffskrieg gegen Iran und Libanon – Verhandlungen oder Neustart des Krieges? (Ticker 17:00 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 25. April 2026

Irans Außenminister lobt Vermittlungsbemühungen des pakistanischen Armeekommandanten nach Treffen. Israel will Brücken und Gebiet südlich des Litani „kontrollieren“ – trotz angeblicher Waffenruhe 3.375 Tote in Iran, 2.294 in Libanon.

Während westliche Medien von „Diplomatie“ und „verlängerten Waffenruhen“ sprechen, zeigt die Realität ein anderes Bild: Der US-israelische Angriffskrieg gegen Iran und den Libanon geht am 57. Kriegstag unvermindert weiter. Israel kündigt offen an, Brücken zu zerstören und das Gebiet südlich des Litani-Flusses dauerhaft zu „kontrollieren“ – de facto eine Annexion. Die iranische Seite meldet massive militärische Erfolge: Über 170 US-israelische Drohnen abgeschossen, die Operation „True Promise 4“ als „Blitzkrieg“ gegen das US-Kriegssystem in Westasien.

Die libanesische Front bleibt hochbrisant. Trotz einer von Trump um drei Wochen verlängerten Waffenruhe greift Israel weiter an. Es gibt anhaltende Luftangriffe auf den Südlibanon und die offene israelische Absicht, das Gebiet südlich des Litani-Flusses unter Kontrolle zu bringen – inklusive Brückenzerstörung und Gebietskontrolle. Hezbollah antwortet mit Raketen auf Nordisrael und schwört, die Waffen erst niederzulegen, wenn die israelische Besatzung endet. Libanesische Politiker sprechen von „US-gestütztem Plan zur Entwaffnung“ und von Kriegsverbrechen durch Israel.

Iran zeigt sich unbeeindruckt und militärisch resilient. PressTV berichtet von der IRGC, die Schnellboote und unbemannte Unterwasserfahrzeuge für US-Schiffe im Golf von Hormuz bereithält. Die Meerenge wurde zur „Kill-Zone“ für Aggressoren ausgebaut – Ghadir-U-Boote, Sejjil-2-Raketen und Luftabwehr, die über 170 Drohnen zerstörte, haben die Drohnenkriegsdoktrin neu geschrieben. Die Operation True Promise 4 wird als Schlag gegen das US-Kriegssystem gefeiert. Irans Führung betont die „eiserne Einheit“ von Volk, Regierung und Streitkräften. Gleichzeitig wurde ein US-kollaborierendes Schiff gekapert.

Fars News Agency unterstreicht die innere Geschlossenheit Irans und die Erinnerung an Märtyrer wie General Soleimani – ein klares Signal, dass der Widerstand nicht brechen wird. Die diplomatische Schiene läuft parallel: Pakistan vermittelt zwischen Teheran und Washington, Ägypten zeigt sich optimistisch. Doch Trump steht unter Zeitdruck – am 1. Mai läuft die Frist des War Powers Act ab, eine Verlängerung des Krieges ohne Kongress wäre illegal.

Die US-Blockadeversuche im Hormus kosten die Weltwirtschaft Milliarden und treiben Ölpreise in die Höhe.

08 Uhr 30:

Auf X/Twitter dominieren die Themen Hormus-Blockade, dritte US-Flugzeugträger-Gruppe und die Frage, ob der Krieg schon verloren ist. Nutzer sprechen von strategischer Erschöpfung der USA und von Israels Expansionsdrang, der jede Pause zur Gebietsgewinnung nutzt. Die Realität ist eindeutig: Schein-Diplomatie als Deckmantel für anhaltende Aggression.

Iran und Hisbollah zeigen, dass asymmetrische Kriegsführung und Einheit stärker sind als hochtechnisierte Übermacht. Die Opferzahlen und die Zerstörung kultureller Stätten (150 historische Orte in Iran beschädigt) sind das bittere Ergebnis einer Politik, die mit „Selbstverteidigung“ begründet wird, aber pure Expansion ist. Die Bürger in Europa und den USA finanzieren mit ihren Steuern und ihrer NATO-Mitgliedschaft einen Konflikt, der die Weltwirtschaft an den Abgrund treibt und Tausende unschuldige Menschen das Leben kostet. Zeit, die wahren Kriegsherren beim Namen zu nennen – und die eigenen Regierungen zur Verantwortung zu ziehen.

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Tucker Carlson und Jeffrey Sachs schlagen Alarm: Hormus-Blockade treibt Weltwirtschaft in den Kollaps

Von Peter F. Mayer – 25. April 2026

Der renommierte US-Ökonom und Politikberater Jeffrey Sachs hat in einem brisanten Interview mit Tucker Carlson am 24. April 2026 Klartext gesprochen – und die westliche Kriegspropaganda schonungslos enttarnt. Der Titel der Sendung könnte nicht passender sein: Der Krieg gegen Iran und Libanon steht an einem gefährlichen „Scheideweg“.

Entweder sofortige Diplomatie und Deeskalation oder ein regionaler (und potenziell globaler) Flächenbrand mit katastrophalen wirtschaftlichen Folgen für die gesamte Welt. Sachs, einer der schärfsten Kritiker der US-Außenpolitik, nennt die Dinge beim Namen: Die Blockade der Straße von Hormuz durch den laufenden US-israelischen Angriffskrieg hat die Weltwirtschaft bereits in die Krise gestürzt – und die Uhr tickt. Hier das vollständige Interview in der Tucker-Carlson-Show – Video am Ende des Artikels.

Sachs erklärt unmissverständlich: Die schmale Meerenge von Hormuz ist die Lebensader für 20 Prozent des Weltöls, Gas, Düngemittel und petrochemische Produkte. Solange sie blockiert bleibt, „taumelt die Weltwirtschaft“. Die einzige vernünftige Lösung sei ein sofortiger „off-ramp“ – ein diplomatischer Rückzug, auch wenn das für Netanyahu und Trump politisch unangenehm wäre.

Die Alternative? Weitere Bombenangriffe, Zerstörung der Golf-Infrastruktur (Ölfelder, Häfen, Entsalzungsanlagen), iranische Vergeltung und ein Krieg, der in wenigen Wochen in eine globale Katastrophe münden könnte.

Sachs warnt: „Das wäre eine globale Katastrophe mit wirtschaftlichen Folgen, die überall spürbar wären.“

Besonders vernichtend fällt Sachs’ Urteil über den israelischen Ministerpräsidenten aus. Er nennt Benjamin Netanyahu einen „disgusting warmonger“ – einen „widerlichen Kriegshetzer“ –, der mit massiven Kriegsverbrechen die Welt an den Abgrund führt. Warum applaudiert der US-Kongress diesem Mann trotzdem stehend? Sachs nennt die üblichen Verdächtigen: AIPAC-Lobby, christlich-zionistischer Einfluss, Medienmacht und pure politische Feigheit. Doch er macht klar: Kein Argument rechtfertigt es, dass die Schicksale von Trump und Netanyahu über das Schicksal der gesamten Menschheit entscheiden.

Die historische Einordnung ist ebenso schonungslos. Sachs erinnert an den CIA-Putsch in Iran 1953 und die neokonservative „Clean Break“-Strategie von 1996 – die Blaupause für die aktuelle Politik der totalen regionalen Dominanz. Das sei kein Sicherheitsproblem, sondern reiner Imperialwahn. Die USA und Israel verfolgen Ziele, die weder legitim noch machbar seien. Stattdessen riskieren sie einen Flächenbrand, der weit über den Nahen Osten hinausreicht.

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Gedenken und Anti-Gedenken

Von Moshe Zuckermann – 25. April 2026

Screenshot von der Videodokumentation der „Gemeinsamen israelisch-palästinensischen Gedenkzeremonie“.

In Israel fand diese Woche die 2006 ins Leben gerufene „Gemeinsame israelisch-palästinensische Gedenkzeremonie” statt. Ein Hoffnungsschimmer?

Zwischen dem Pessach-Fest und dem Unabhängigkeitstag gibt es in Israel zwei Gedenktage – den Holocaust-Gedenktag und den Gedenktag für die gefallenen Soldaten. Es ist schon in der Vergangenheit von unterschiedlichen Autoren behauptet worden, dass die Abfolge von Pessach-Fest, Holocaust-Gedenken, Soldaten-Gedenken und Unabhängigkeitstag ein bewusst konstruiertes Narrativ bildet.

Pessach ist das Fest zum Andenken an den biblischen Exodus der Israeliten aus Ägypten, dem Land, in dem sie als Sklaven lebten und von Moses, mit Gottes Hilfe, durch die Sinai-Wüste in das gelobte Land Kanaan, dem heutigen Israel, geführt wurden. Es ist ein Fest der Freiheit. Der Holocaust-Gedenktag wurde bereits 1953, fünf Jahre nach Gründung des Staates Israel, gesetzlich thematisiert, aber erst 1959 unter seinem heutigen Namen („Erinnerungstag an die Shoah und den Heldenmut“) gesetzlich festgelegt. Bezeichnend ist, dass man neben der Katastrophe (Shoah) auch den „Heldenmut“ meinte, in den Namen einfügen zu sollen, nicht zuletzt um anzuzeigen, dass es auch einen jüdischen Widerstand (in den Ghettos) gegen die Nazibarbarei gegeben hat. 1963 wurde das Gesetz zum Gedenktag für die Gefallenen der israelischen Kriege verabschiedet, der allerdings diesen endgültigen Namen erst später erhielt, auch diese Fassung wurde dann abermals modifiziert und lautet heute „Gedenktag für die Gefallenen der israelischen Kriege und die Opfer von Terroranschlägen”. Die Hinzufügung war insofern beredt, als der Gedenktag sich nunmehr auch auf Zivilisten bezog. Der Unabhängigkeitstag wurde kurz vor dem einjährigen Bestehen des Staates Israel im Jahre 1949 gesetzlich festgelegt. Der als nationaler Festtag bestimmte Termin richtet sich nach dem hebräischen Datum der Ausrufung des Staates im Jahr 1948. Er wird immer nach dem Gedenktag für die Gefallenen begangen.

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Drei Details, die Beobachtern im jüngsten SIPRI-Bericht zu internationalen Rüstungstrends entgangen sind

Von Andrew Korybko – 25. April 2026

Gemeinsam ist diesen drei Details ihre negative Auswirkung auf die nationale Sicherheit Russlands.

Das Stockholmer Internationale Friedensforschungsinstitut (SIPRI), das als führende Autorität im Bereich des internationalen Waffenhandels gilt, veröffentlichte letzten Monat seinen neuesten Bericht über entsprechende Trends im Zeitraum 2021–2025. Die wichtigste Erkenntnis ist, dass „Europa zum ersten Mal seit den 1960er Jahren die Region mit dem größten Anteil an den weltweiten Waffenimporten (33 Prozent) war“, doch es gibt drei weitere, scheinbar unbedeutendere Details darin, die den meisten Beobachtern entgangen sind, die aber ebenfalls wichtig zu beachten sind. Diese lauten wie folgt:

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1. Südkorea verdrängte die USA als Polens größter Waffenlieferant

Der Bericht des letzten Jahres, der den Zeitraum 2020–2024 abdeckte, stellte fest, dass Polen in diesem Zeitraum 42 Prozent seiner Waffen aus Südkorea und 45 Prozent aus den USA importierte; der aktuelle Bericht zeigt jedoch, dass 47 Prozent aus Südkorea und 44 Prozent aus den USA importiert wurden. Dies entsprach 46 Prozent der südkoreanischen Waffenexporte von 2020 bis 2024 bzw. 58 Prozent von 2021 bis 2025. Insgesamt exportierte Südkorea im ersten Zeitraum 2,2 Prozent der weltweiten Waffen und im zweiten Zeitraum drei Prozent, was die globale Bedeutung der Verkäufe an Polen verdeutlicht.

Dies ist insofern von Bedeutung, als es nach bestem Wissen des Autors das erste Mal ist, dass ein NATO-Mitglied nun mehr von einem asiatischen Land als von einem westlichen Partnerland beliefert wird. Polens enormer militärischer Aufbau, der dazu geführt hat, dass das Land nun die drittgrößte Armee der NATO aufstellt, ist ebenfalls ein Segen für die südkoreanische Rüstungsindustrie. Da Polen seinen Verbündeten bei NATO-Manövern zunehmend die Qualität dieser Waffen demonstriert, ist es möglich, dass andere Mitglieder des Bündnisses bald seinem Beispiel folgen könnten.

2. Kasachstan ersetzt russische Waffen schrittweise durch westliche

Im Zeitraum 2020–2024 importierte Kasachstan 6,4 Prozent seiner Waffen aus Spanien und 1,5 Prozent aus der Türkei als zweit- und drittgrößte Waffenlieferanten, wobei Russland mit 88 Prozent der Lieferungen weit vor ihnen lag. Im jüngsten Zeitraum von 2021 bis 2025 stiegen die Importe aus Spanien auf 7,9 Prozent, während Frankreich mit 3,6 Prozent die Türkei als Kasachstans drittgrößten Lieferanten ablöste, wobei Russlands Anteil leicht auf 83 Prozent zurückging. Der Rückgang der russischen Lieferungen wurde somit in etwa durch den Anstieg der westlichen Lieferungen ausgeglichen.

Dies ist insofern von Bedeutung, als es Kasachstans Entscheidung vom vergangenen Dezember, Geschosse nach NATO-Standard herzustellen, in einen Kontext stellt; die potenziellen Folgen dieser Entscheidung wurden hier analysiert und könnten das Land auf einen unumkehrbaren Kollisionskurs mit Russland bringen. Die „Trump-Route für internationalen Frieden und Wohlstand“ durch den Südkaukasus könnte zudem den Fluss weiterer westlicher Waffen erleichtern, indem sie die Transportkosten senkt. Es ist daher zu erwarten, dass Kasachstan seine russischen Waffen weiterhin schrittweise durch westliche ersetzen wird.

3. Israel wurde durch einen Mega-Waffenhandel zu Deutschlands größtem Rüstungspartner

Die Lieferung des Raketenabwehrsystems „Arrow 3“ durch Israel an Deutschland im vergangenen Jahr, die mit 4,6 Milliarden US-Dollar das größte Exportgeschäft aller Zeiten darstellte, führte dazu, dass Israels Anteil an den deutschen Waffenimporten von 13 % im Zeitraum 2020–2024 auf 55 Prozent im Zeitraum 2021–2025 sprang. Gleichzeitig blieb Israel mit zehn Prozent der deutschen Waffenexporte im Zeitraum 2021–2025 Deutschlands drittgrößter Waffenabnehmer, verglichen mit elf Prozent im Zeitraum 2020–2024, wobei der leichte Rückgang um ein Prozent wahrscheinlich auf eine drei Monate andauernde Beschränkung der Waffenexporte nach Israel im vergangenen Jahr zurückzuführen ist.

Dies ist deshalb von Bedeutung, weil Israels neue Rolle als Deutschlands größter Waffenlieferant seine Beziehungen zu Russland verschlechtern könnte, insbesondere wenn sich die Exporte von Verteidigungssystemen wie dem Arrow 3 zu Offensivsystemen wie dem 7-Milliarden-Dollar-Geschäft über 500 Raketenwerfer und Tausende von Raketen entwickeln, über das derzeit verhandelt wird. Darüber hinaus könnte sich die geopolitische Lage in Westasien nach dem Ende des US-israelischen Angriffskriegs gegen den Iran radikal ändern, sodass Russland möglicherweise nicht in der Lage sein wird, dem Iran im Gegenzug ähnliche Systeme zu verkaufen. Israel würde dann einen Vorteil gegenüber Russland erlangen.

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Was diese drei Trends gemeinsam haben, ist ihre nachteilige Auswirkung auf die nationale Sicherheit Russlands. Der Kreml ging wahrscheinlich davon aus, dass Polen und Deutschland ihre Militarisierung fortsetzen und sogar um die Führung bei der Eindämmung Russlands konkurrieren würden, doch die neuen Rollen Südkoreas und Israels als ihre wichtigsten Lieferanten kamen wahrscheinlich überraschend. Was es jedoch möglicherweise überhaupt nicht vorausgesehen hat, war, dass der Westen allmählich auf dem kasachischen Rüstungsmarkt Fuß fasst. Russland wird sich irgendwie mit diesen latenten Bedrohungen auseinandersetzen müssen.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Russlands neuer Gedenktag ehrt die sowjetischen Genozid-Opfer der Nazis

Von Andrew Korybko – 25. April 2026

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hielt am 19. April eine feierliche Videoansprache, als Russland zum ersten Mal den „Gedenktag für die Opfer des Völkermords am sowjetischen Volk, verübt von den Nazis und ihren Komplizen während des Großen Vaterländischen Krieges 1941–1945“, beging.

Lawrow begann damit, seinen Landsleuten mitzuteilen, dass dieser Tag gewählt wurde, weil an diesem Tag im Jahr 1943 vom Präsidium des Obersten Sowjets der UdSSR ein Dekret zur Bestrafung der für diese Verbrechen Verantwortlichen erlassen wurde.

Wichtig ist, dass „das Dekret das erste Dokument war, das eine rechtliche Einstufung der von den Nazis und ihren Kollaborateuren verfolgten systematischen Politik zur Auslöschung der Zivilbevölkerung lieferte und die Grundlage dafür schuf, sie vor Gericht zu stellen“, wie es später in ganz Europa vor dem Nürnberger Tribunal geschah. Er erinnerte dann alle daran, dass „die Gesamtzahl der zivilen Opfer in der UdSSR während der Besatzung etwa 14 Millionen Menschen betrug. Diese Verbrechen sind unverjährbar.“

Dementsprechend „wird die russische Diplomatie die Anerkennung der von den Nazis und ihren Komplizen an Bürgern der Sowjetunion begangenen Verbrechen als Völkermord am sowjetischen Volk durch die internationale Gemeinschaft anstreben“, was längst überfällig ist und den besten Weg darstellt, die Opfer zu ehren. Entgegen der weit verbreiteten westlichen Wahrnehmung war der Holocaust nicht der einzige Völkermord der Nazis. Die Polen waren tatsächlich die ersten, an denen Völkermord begangen wurde, während mehr Sowjetbürger Opfer von Völkermord wurden als jede andere Gruppe. Auch andere Völker wurden Opfer eines Völkermords.

Darin liegt der zweite Grund, warum dieser Gedenktag im vergangenen Dezember eingeführt wurde, nämlich um das Bewusstsein für die Opfer der UdSSR im Kampf gegen Nazideutschland zu schärfen. Russland, das als rechtlicher Nachfolgestaat der UdSSR im Namen des multinationalen sowjetischen Volkes spricht, will damit nicht andeuten, dass diese Opfer die Juden an der Spitze der imaginären Opferhierarchie ersetzen sollen, die viele Westler im Kopf haben. Vielmehr zieht es Moskau vor, diese Hierarchie abzubauen, da es der Ansicht ist, dass alle Opfer der Nazis gleichwertig sind.

Der dritte Grund für diesen Schritt ist, der weit verbreiteten westlichen Wahrnehmung entgegenzuwirken, wonach die UdSSR als Mitverursacherin des Zweiten Weltkriegs an der Seite Nazi-Deutschlands stand. Putin verurteilte scharf die Resolution des Europäischen Parlaments aus dem Jahr 2019 zur „Bedeutung des europäischen Gedenkens für die Zukunft Europas“, da diese den Molotow-Ribbentrop-Pakt für den Krieg verantwortlich machte. [Anmerkung der Redaktion: Der Nichtangriffspakt – Hitler-Stalin-Pakt –, der am 23. August 1939 zwischen dem Nazi-Regime und der stalinistischen Führung der UdSSR geschlossen wurde, ist nach den unterzeichnenden Außenministern auch als Molotow-Ribbentrop-Pakt bekannt. Er erleichterte Nazi-Deutschland die Vorbereitung auf den lang geplanten Ostfeldzug, den die Wehrmacht mit ihrem Überfall auf Polen am 1. September 1939 begann. Am 17. September besetzte die Rote Armee das östliche Polen. Zur Umschreibung des Hitler-Stalin-Pakts im Sinne der heutigen deutschen und EU-Kriegsinteressen im Stellvertreterkrieg der NATO gegen Russland in der Ukraine siehe hier.]

Es ist wichtig, die Rolle von Russlands jüngstem Gedenktag in dem, was manche als „Krieg gegen das historische Gedächtnis“ bezeichnen, hervorzuheben. Die Einführung des Gedenktages ist auch als Reaktion auf die veränderte Sichtweise der EU auf den Zweiten Weltkrieg zu verstehen, die mit derjenigen der ukrainischen Führung übereinstimmt.

In erster Linie wurde Russlands neuer „Gedenktag für die Opfer des Völkermords am sowjetischen Volk, begangen von den Nazis und ihren Komplizen während des Großen Vaterländischen Krieges 1941–1945“ jedoch eingeführt, um die 14 Millionen Opfer zu ehren und nicht als „politische Waffe“, wie Kritiker behaupten mögen. Wie erläutert, dient er in zweiter Linie auch politischen Zwecken, doch sind diese eine Reaktion auf den „Krieg gegen das historische Gedächtnis“ des Westens, der die UdSSR mit Nazi-Deutschland gleichsetzt und beide für den Zweiten Weltkrieg verantwortlich macht.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Butscha: Vier Jahre fabrizierte Narrative statt Fakten

Von Andrej Jurjewitsch Grosowin – 24. April 2026

Schon die genaue Analyse der zu Butscha um die Welt gegangenen Fotos zeigt aufgrund des mitgetragenen Gepäcks, dass die Leichen selber Russen und Russland-freundliche Ukrainer waren.

Auch vier Jahre nach dem formellen Beginn des Ukraine-Krieges 2022 – in Wirklichkeit begann er schon mit dem von den USA inszenierten Putsch auf dem Maidan 2014 – werden von den westlichen Medien noch immer konkrete Kriegsereignisse missbraucht, um aufzuzeigen, wie brutal die Russen in der Ukraine vorgehen – mit nachweislich gefälschten Informationen. Das bekannteste Beispiel ist die Auffindung von zahlreichen Leichen in Butscha, ein Vorfall, der nie eingehend und unabhängig abgeklärt werden konnte. Aus Anlass des „Vier-Jahr-Jubiläums“ zu diesem Vorfall ein Gastkommentar von Andrej Jurjewitsch Grosow, Botschafter der Russischen Föderation in Österreich, und danach der Link auf ein deutsches Video, das einiges klarmacht. (cm)

Vier Jahre nach den Ereignissen in Butscha bleibt nicht Klarheit, sondern eine auffällige Leerstelle an Fakten. Statt einer unabhängigen, transparenten Untersuchung erleben wir bis heute die fortgesetzte Reproduktion eines Narrativs, das von Kiew und seinen westlichen Unterstützern von Anfang an als unumstößliche Wahrheit präsentiert wurde – ohne belastbare Beweise, ohne kritische Prüfung, ohne Raum für Zweifel.

Bei den damaligen Geschehnissen handelt es sich nicht um eine aufgeklärte Tragödie, sondern um eine gezielt inszenierte Provokation, deren politischer Zweck von Beginn an klar war: Russland international zu diskreditieren, Verhandlungen zu torpedieren und eine neue Eskalationsstufe – einschließlich umfassender Sanktionen – zu rechtfertigen.

Die Parallelen zur Geschichte sind dabei schwer zu übersehen. Bereits 1944 wurden ähnliche Vorwürfe gegen die Rote Armee im ostpreußischen Nemmersdorf erhoben – Vorwürfe, die später als gezielte Propagandafälschungen entlarvt wurden. Heute bedienen sich jene, die Russland beschuldigen, auffallend ähnlicher Methoden: Emotionalisierung, Vorverurteilung und systematische Ausblendung widersprüchlicher Fakten.

Dabei sind die offenen Fragen zahlreich – und sie wurden nie beantwortet: Warum existiert bis heute keine vollständige Liste der angeblichen Opfer von Butscha, obwohl Russland wiederholt entsprechende Anfragen an internationale Organisationen, einschließlich der Vereinten Nationen, gerichtet hat? Warum bleiben diese Anfragen unbeantwortet? Wie lässt sich erklären, dass die weltweit verbreiteten Bilder von Leichen auf den Straßen erst mehrere Tage nach dem Abzug russischer Truppen auftauchten? Warum berichteten weder die lokalen Behörden noch der Bürgermeister unmittelbar nach dem Rückzug über angebliche Massenexekutionen?

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Trumps Justizministerium schreitet ein, um Faschisten und Neonazis zu verteidigen

Von Patrick Martin – 24. April 2026

Das US-Justizministerium und das FBI haben am Dienstag bekannt gegeben, dass sie eine Anklage gegen das Southern Poverty Law Center (SPLC) wegen elf Fällen von Finanzbetrug, Telekommunikationsbetrug und Verschwörung erwirkt hätten. Es handelt sich bei diesem Vorgehen um einen weiteren Schritt zur Errichtung eines Polizeistaats unter Präsident Donald Trump.

Die Anklagepunkte gegen das SPLC sind völlig aus der Luft gegriffen und in böser Absicht erhoben. Der amtierende Generalstaatsanwalt Todd Blanche und FBI-Direktor Kash Patel wissen, dass es keinen Fall gibt, auf den man überhaupt eingehen müsste, und dass jedes Gericht, das nicht von Trumps Handlangern geleitet wird, die Anklage als absurd abweisen würde.

Der Organisation wird vorgeworfen, sie hätte ihre Spender getäuscht, indem sie Spenden zur Bezahlung von Informanten verwendete, die Mitglieder von Neonazi- und White-Supremacist-Gruppen waren. Dem SPLC wird „Betrug“ vorgeworfen, da es Scheinkonten bei Finanzinstituten eingerichtet habe, um die Zahlungen zu tätigen. Ein Mitglied des Ku-Klux-Klans hätte nun einmal kaum einen Scheck einer bekannten Bürgerrechtsorganisation einlösen können.

Der für dieses Programm aufgewendete Betrag war relativ gering, etwa drei Millionen Dollar über einen Zeitraum von zehn Jahren (2014–2023) für eine Organisation mit einem Jahresbudget, das regelmäßig 100 Millionen Dollar übersteigt. In der Anklageschrift werden acht bezahlte Informanten namentlich genannt – wodurch sie alle Vergeltungsmaßnahmen durch die gewalttätigen Faschisten ausgesetzt sind, mit denen sie zu tun hatten.

Entgegen der Behauptung, diese Zahlungen seien den faschistischen Gruppen zugute gekommen – wie Blanche und Patel auf ihrer Pressekonferenz erklärten –, sind die United Klans, die Aryan Nations und mehrere andere Gruppen, in denen das SPLC Informanten hatte, heute weitgehend am Ende. Mit anderen Worten: Die gesammelten Informationen haben zum Niedergang der Organisationen beigetragen, anstatt sie zu fördern.

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Trump befiehlt Marine „tödliche Gewalt“ gegen iranische Boote in der Straße von Hormus

Von Kevin Reed – 24. April 2026

Der Flugzeugträger USS George H.W. Bush, derzeit im Kampfgebiet im Nahen Osten im Einsatz [Photo: Mass Communication Specialist 3rd Class Nicholas Hall]

Am Donnerstag, dem 15. Tag des US-Waffenstillstands, hat Präsident Donald Trump die US-Marine angewiesen, gegen kleine iranische Boote in der Straße von Hormus „tödliche Gewalt anzuwenden.“ Gleichzeitig beschlagnahmte die US-Marine im Indischen Ozean einen Öltanker, der mit dem Iran in Verbindung steht.

Diese Entwicklungen sowie die Ankunft einer dritten US-Flugzeugträgerkampfgruppe in der Region stellen eine Eskalation des Kriegs gegen den Iran und der zunehmenden Krise innerhalb der militärischen und politischen Führung der Trump-Regierung dar.

Am Donnerstagmorgen um 8:45 Uhr veröffentlichte Trump auf Truth Social einen Befehl an die US-Marine, mit tödlicher Gewalt gegen iranische Boote vorzugehen, die seiner Behauptung nach Minen in der Straße von Hormus verlegen. Er schrieb: „Ich habe die US-Marine angewiesen, gegen jedes Boot, egal wie klein es ist (ihre Kriegsschiffe, ALLE 159, sind bereits auf dem Meeresgrund!), das in der Straße von Hormus Minen verlegt, mit tödlicher Gewalt vorzugehen.

Es darf kein Zögern geben. Außerdem säubern unsere Minensuchboote genau jetzt die Straße von Hormus. Ich befehle hiermit, dieses Vorgehen mit dreifacher Intensität fortzusetzen!“

Trumps drohender Befehl und die Ermächtigung zum sofortigen Einsatz tödlicher Gewalt gegen iranische Boote sind ein Kriegsverbrechen. Es gibt keine unabhängig bestätigten Berichte, laut denen der Iran derzeit aktiv die Straße von Hormus vermint.

Trotz der Behauptungen der USA und ihrer imperialistischen und regionalen Unterstützer, der Iran habe kein Recht, die Wasserstraße zu verminen, wäre es in jedem Fall ein berechtigter Verteidigungsakt. Schließlich haben die USA und Israel einen wochenlangen Luftkrieg gegen den Iran geführt und mehrfach mit einer amphibischen Invasion des Landes durch die Meerenge gedroht.

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Frankreichs geplante Atomwaffenübungen mit Polen machen das Land zu Russlands gefährlichstem Gegner in Europa

Von Andrew Korybko – 24. April 2026

Jede Krise mit den baltischen Staaten – beispielsweise wenn Russland ukrainische Drohnen über deren Luftraum abfängt – könnte nun zu einer französisch-russischen Krise mit nuklearen Auswirkungen führen. Gesetzt den Fall, Warschau fühlt sich berufen zu ihrer Rettung zu eillen und Paris dehnt seinen nuklearen Schutzschirm weiter nach Osten aus, um seinen Verbündeten abzudecken.

Ein russischer Meinungsforscher stellte kürzlich fest, dass „mehr Russen Polen als Feind wahrnehmen als jedes andere Land“. Nun stellt sich jedoch heraus, dass der größte Gegner Russlands in Europa tatsächlich Frankreich ist, das plant, regelmäßige Nuklearübungen mit Polen durchzuführen, die gegen Russland und Weißrussland gerichtet sind. Laut polnischen Medien „werden französische Nuklearsprengköpfe nicht dauerhaft in Polen stationiert, sondern periodisch unter Rafale-Flugzeugen eingesetzt, die an gemeinsamen Übungen mit der polnischen Luftwaffe teilnehmen werden.“

Konkret heißt es: „Polnische Flugzeuge werden Ziele identifizieren, die bei Bedarf von französischen Flugzeugen angegriffen werden können, die mit nuklearbestückten Raketen ausgerüstet sind … [Polnische Marschflugkörper] sind hypothetisch dazu bestimmt, sogenannte hochwertige Ziele im Raum St. Petersburg anzugreifen.“ Zudem „werden die Franzosen während der Übung den Einsatz von Atomsprengköpfen simulieren. Rafale-B-Flugzeuge sind in der Lage, von Frankreich bis zur Linie Budapest-Kaliningrad zu fliegen und Angriffe auf Ziele in Russland und Weißrussland zu üben.“

Dies wurde bei dem jüngsten Treffen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron mit dem polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk in Danzig vereinbart, wo die beiden den Medien mitteilten, dass sie über nukleare Zusammenarbeit gesprochen hätten. Danzig ist Tusks Heimatstadt, aber es ist auch der unheilvolle Ort, an dem der Zweite Weltkrieg begann. Frankreichs geplante Nuklearübungen mögen für flüchtige Beobachter ein Schock sein, doch Macron spricht bereits seit letztem März darüber, was wiederum Tusk dazu veranlasste, dasselbe zu tun. Hier einige Hintergrundinformationen:

* 14. März 2025: „Frankreichs nächste vierteljährliche Nuklearübungen könnten zu Prestigeübungen mit Polen werden

* 15. März 2025: „Polens Gerede über den Erwerb von Atomwaffen ist wahrscheinlich eine fehlgeleitete Verhandlungstaktik gegenüber den USA

* 24. September 2025: „Es wird erwartet, dass die USA Polens Atomwaffenpläne stillschweigend unterstützen

* 16. Februar 2026: „Trump 2.0 muss dringend seine Position zu Polens Atomwaffenplänen klarstellen

* 28. März 2026: „Interpretation des informellen Widerstands der USA gegen Polens Atomwaffenpläne

Kurz gesagt: Frankreich befindet sich erneut in einem „freundschaftlichen Wettstreit“ mit Deutschland um die Führungsrolle in Europa, wozu die Ausweitung seines nuklearen Schutzschildes nach Osten als strategischer Vorteil ins Auge gefasst wird. Ebenso strebt Polen eine führende Rolle in Mittel- und Osteuropa an, doch wachsende Bedenken hinsichtlich der Verlässlichkeit der USA führten dazu, dass es mit Atomwaffen liebäugelte. Diese beiden erkannten, dass ihren Interessen am besten durch die gerade vereinbarte nukleare Partnerschaft gedient ist, die zudem die Last der Eindämmung Russlands von den USA weg verlagert.

Der Auslöser für die konkrete Umsetzung dieser Pläne war Trumps Ablehnung von Putins Vorschlag, das New-START-Abkommen um ein weiteres Jahr zu verlängern, wodurch der letzte russisch-amerikanische Rüstungskontrollvertrag aufgekündigt wurde. Das Risiko eines globalen nuklearen Wettrüstens stieg sprunghaft an, und in Verbindung mit der erneuten Konzentration der USA auf Westasien und Trumps Andeutungen, dass er die NATO in einem Krieg mit Russland im Stich lassen werde, weil sie ihm nicht bei der Öffnung der Straße von Hormus helfe, beschlossen Frankreich und Polen, den Sprung zu wagen. Die europäische Sicherheitsarchitektur ist nun unwiderruflich verändert.

Frankreich wurde damit zu Russlands größtem Gegner in Europa, da jede Krise mit den baltischen Staaten – etwa wenn Russland ukrainische Drohnen über deren Luftraum abfängt – nun zu einer französisch-russischen Krise mit nuklearen Risiken führen könnte, falls Polen zu ihrer Rettung eilt und Paris seinen nuklearen Schutzschirm weiter nach Osten ausdehnt, um seinen Verbündeten abzudecken. Auf diese Weise kann Kiew nun jederzeit eine Eskalation analog zur Kubakrise 1962 auslösen, könnte damit aber noch warten, bis alle Akteure Zeit hatten, diese Eskalationssequenz zu üben und zu perfektionieren.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

56. Tag im US-israelischen Angriffskrieg gegen Iran und Libanon – weder Krieg noch Frieden (Ticker 21:00 Uhr)

Von Peter F. Mayer – 24. April 2026

US-Navy-Sekretär gefeuert, Israel will Südlibanon „kontrollieren“ und Trump predigt „Frieden“. Die Seeblockade ist aufrecht und Israel greift unter Verletzung des Waffenstillstandes laufend den Libanon an. Überraschend könnte es zu „Sondierungsgesprächen“ zwischen Iran und USA in Pakistan kommen

Phelan musste gehen, weil er offenbar nicht mehr mit der Linie von Verteidigungsminister Hegseth und dem Weißen Haus konform ging. Gleichzeitig meldet das Pentagon den Einsatz des dritten Flugzeugträgers (USS George H.W. Bush) neben Abraham Lincoln und Gerald R. Ford. Trump befiehlt der Navy, iranische Minenleger im Hormuz zu „zerstören“, und behauptet, die USA hätten „totale Kontrolle“ über die Meerenge. Die Realität sieht anders aus: Iranische Schnellboote und Drohnen kontrollieren weiterhin die Wasserstraße, die für 20 Prozent des Weltöls entscheidend ist. Simplicius76 zitiert US-Geheimdienstberichte: Trotz aller US-Schläge ist die Hälfte der iranischen ballistischen Raketen intakt, 60 Prozent der IRGC-Marine einsatzbereit und zwei Drittel der Luftwaffe noch intakt – laut den Daten von US-Medien. Die US-Munitionsvorräte sind so ausgeblutet, dass eine Taiwan-Verteidigung gegen China derzeit unmöglich wäre. Das ist kein Sieg – das ist strategische Erschöpfung.

Parallel dazu geht der Bodenkrieg im Libanon weiter. Israel erklärt offen, es wolle Brücken und das Gebiet südlich des Litani-Flusses „kontrollieren“ – also de facto annektieren. Trotz angeblicher Waffenruhe gibt es  weiter israelische Luftangriffe auf den Südlibanon: Drei Tote in Nabatieh und Yater, darunter die Journalistin Amal Khalil, über 420 zerstörte Häuser in einer Woche, Plünderungen durch israelische Soldaten. Hezbollah antwortet mit Raketen auf Nordisrael.

Die libanesische Waffenruhe wurde von Trump gerade um drei Wochen verlängert – und wird gleichzeitig von Israel ignoriert. Das Muster ist bekannt: Schein-Frieden als Deckung für Expansion. Israel sucht bei den USA „grünes Licht“ für weitere Eskalationen, während Trump Israel-Libanon-Gespräche im Weißen Haus ankündigt.

Die iranischen Medien zeichnen eine andere Realität: „Operation True Promise 4“ hat das US-Kriegssystem in Westasien erschüttert. Iranische Luftabwehr hat über 170 US-israelische Drohnen abgeschossen . Die IRGC hat Schiffe im Hormuz gekapert, Brücken in Rekordzeit wiederaufgebaut und droht mit „schockierenden Ereignissen“ jenseits aller feindlichen Kalkulationen. Die Einheit von Volk, Regierung und Streitkräften sei „eiserne Einheit“ – Trumps Versuche, Spaltung zu säen, scheitern kläglich.

Die US-Blockade wird zu wirtschaftlichen Selbstmord führen: Ölpreise über 106 Dollar, globale Lieferketten kollabieren, während Iran seine strategische Position am Hormus als „Kill-Zone“ für Aggressoren ausbaut.

Al Jazeera bestätigt die humanitäre Katastrophe: Über 3.375 Tote allein im Iran, 2.294 im Libanon durch US-israelische Operationen. Iran weist Trumps Behauptungen von Führungsspaltung zurück: „Die Nation ist eine Seele.“ Gleichzeitig steigen die Ölpreise und die Profite der Rüstungsindustrie – ein klassischer Kriegsgewinnler-Effekt, während die Bevölkerungen beider Seiten die Zeche zahlen.

Das Gesamtbild sieht so aus: Ein US-Präsident, der „Friedensgespräche“ ankündigt, während seine Navy den dritten Träger schickt und den Golf von Hormus abriegeln soll. Israel nutzt jede Pause zur Gebietsausweitung im Libanon. Iran hingegen zeigt Resilienz und strategische Tiefe – genau das, was westliche „Experten“ nie erwartet haben.

Irans Warnschuss: Internet- und Daten-Kabel im Fadenkreuz

Unter den geschäftigen Gewässern der Straße von Hormus befindet sich ein Schwachpunkt, der das Internet für Millionen lahmlegen könnte. Der Iran hat gerade eine detaillierte Karte veröffentlicht, die genau zeigt, wo die wichtigsten unterseeischen Internetkabel verlaufen – und bezeichnet sie als sehr anfällig.

Für ein Land, das wenig zu verlieren hat, ist dies eine clevere, kostengünstige Möglichkeit, zurückzuschlagen. Wenn die Spannungen mit der Trump-Administration zunehmen, könnte der Iran diese Kabel ohne einen einzigen Raketenstart stören. Es ist klassische asymmetrische Kriegsführung im digitalen Zeitalter.

Die schockierenden Zahlen:

  • Mindestens sieben wichtige unterseeische Kabel verlaufen durch die enge Straße von Hormus.
  • Diese Kabel transportieren über 97 Prozent des Internetverkehrs der Region für E-Commerce, Cloud-Dienste, Bankwesen und Kommunikation.
  • Der eigene Bericht des Iran bezeichnet die Straße als einen „anfälligen Punkt für die digitale Wirtschaft der Golfstaaten“.

Ähnliche Kabel im Roten Meer wurden während der jüngsten Konflikte beschädigt, was beweist, dass diese Angriffe möglich und effektiv sind. Ein einziger Schnitt hier könnte den globalen Handel verlangsamen, Finanztransaktionen einfrieren und Online-Dienste im gesamten Nahen Osten und darüber hinaus lahmlegen.

Die moderne Wirtschaft läuft auf unsichtbaren Daten, die unter dem Ozean fließen. Der Iran hat der Welt gerade gezeigt, wie einfach es wäre, den Stecker zu ziehen. Mit zunehmendem Druck dient diese Karte sowohl als Warnung als auch als Blaupause für das Chaos.

07 Uhr 30:

  • Der Nachrichtensender „Lebanon 24“ berichtete von zwei israelischen Angriffen im Südlibanon, nur wenige Stunden nachdem Präsident Trump bekannt gegeben hatte, dass Israel und der Libanon sich auf eine Verlängerung des Waffenstillstands um drei Wochen geeinigt hätten.
  • Das israelische Militär teilte mit, dass „mehrere Raketen“ in Richtung Nordisrael abgefeuert worden seien.
  • Die US-Staatsanwältin Jeanine Pirro erklärte, ihre Behörde habe Haftbefehle beantragt, damit US-Streitkräfte zwei Öltanker mit einer Ladung von 3,8 Millionen Barrel iranischem Öl beschlagnahmen könnten.
  • Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, Israel sei „bereit, den Krieg gegen den Iran wieder aufzunehmen“ und würde das Land „in die Steinzeit“ zurückbomben, sollte Washington grünes Licht geben.
  • Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte, die staatlichen Institutionen würden weiterhin „mit Einigkeit, Zielstrebigkeit und Disziplin handeln“, nachdem Trump interne Spaltungen in Teheran behauptet hatte.

09 Uhr 00:

E-Mail des Pentagons erwägt Ausschluss Spaniens aus der NATO: Bericht

Eine interne E-Mail des Pentagons enthält Optionen für die USA, um NATO-Verbündete zu bestrafen, die nach Ansicht der USA die von Washington im Iran durchgeführten Operationen nicht unterstützt haben, berichtete Reuters. Dazu gehörten der Ausschluss Spaniens aus dem Bündnis sowie eine Überprüfung der Haltung Washingtons zum Anspruch Großbritanniens auf die Falklandinseln, wie ein US-Beamter zitiert wurde.

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