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Fordert die Freilassung des sozialistischen Kriegsgegners Bogdan Syrotiuk aus einem ukrainischen Gefängnis!


Waffenstillstand sofort! Sofortiger Stopp aller Waffenlieferungen an die Ukraine! Kein Krieg gegen Russland! Abzug aller Atomraketen aus Europa!


Freiheit für Julian Assange! Aufruf des Komitees zur Verteidigung von Julian Assange und Chelsea Manning …


Kein Krieg gegen den Irak! – Kein Blut für Öl und Macht! Aufruf der Initiative gegen den Irak-Krieg vom November 2002…


Laut französischen Medien kämpfen in Afrika Ukrainer zusammen mit Terroristen für Frankreichs Interessen

Von Thomas Röper – 16. Mai 2026

RTL meldet, dass ukrainische Soldaten in Mali zusammen mit islamistischen Terroristen für Frankreichs Interessen gegen die dortige Regierung kämpfen. Deutsche Medien verschweigen das, denn das zeigt, dass die „russische Propaganda“ bei einem weiteren Thema die Wahrheit sagt.

Deutsche Medien verschwiegen, was RTL nun gemeldet hat, denn dass Frankreich in Afrika islamistische Terroristen unterstützt und dabei ukrainische Soldaten zusammen mit Terroristen gegen die Regierung Malis kämpfen lässt, passt so gar nicht ins gewollte Bild. Immerhin wurde das ja als „russische Propaganda“ bezeichnet – und überhaupt: Deutsche Medien würden nie eingestehen, dass europäische Länder mit Terrorgruppen zusammenarbeiten, um in Afrika und dem Nahen Osten ihre politischen Ziele durchzusetzen.

Worum es dabei geht

RTL berichtet, dass Frankreich, obwohl sein Militär Mali verlassen hat, am Boden operative Unterstützung für ukrainische Soldaten leistet, die mit den Tuareg-Rebellen zusammenabeiten.

Sie erinnern sich vielleicht daran, dass die Bundeswehr vor den Putschen in den Jahren 2020 und 2021 in Mali zusammen mit dem französischen Militär dort angeblich gegen Terroristen gekämpft hat. Diese Terroristen sind unter anderem die Tuareg-Rebellen, die Frankreich nun laut RTL unterstützt und dazu auch ukrainische Soldaten einsetzt.

Ich schreibe bewusst, dass die Bundeswehr zusammen mit der französischen Armee „angeblich“ gegen Terroristen gekämpft hat, denn ich habe schon oft berichtet, dass dieser Kampf nie ernsthaft geführt wurde, weil die angebliche Hilfe beim Kampf gegen die Terroristen Frankreich den Vorwand geliefert hat, seine Truppen in Mali und anderen westafrikanischen Ländern zu stationieren, also diese Länder, allesamt ehemalige französische Kolonien, de facto zu besetzen und damit zu kontrollieren.

Damit hat Frankreich sich damit neben geopolitischem Einfluss vor allem Zugriff auf die dortigen Bodenschätze wie Uran gesichert, die französische Konzerne in den Ländern sehr billig fördern durften und die Frankreich dringend braucht. Frankreich hatte also kein Interesse an einem Sieg über die Terroristen, denn dann wäre der Vorwand, seine Truppen in den Ländern zu stationieren, weggefallen.

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BRICS-Treffen in Neu-Delhi scheitert: Keine gemeinsame Erklärung wegen Iran-UAE-Konflikt

Von Peter F. Mayer – 16. Mai 2026

Bild: Screenshot

Das zweitägige Treffen der Außenminister der BRICS-Staaten in Neu-Delhi endete am 15. Mai ohne eine gemeinsame Abschlusserklärung. Der Grund: tiefe Meinungsverschiedenheiten, vor allem zwischen Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) im Zusammenhang mit dem Konflikt in Westasien.

Indien als Gastgeber musste eine reine Vorsitz-Erklärung (Chair’s Statement) veröffentlichen, in der lediglich „unterschiedliche Ansichten einiger Mitglieder“ zur Lage im Nahen Osten eingeräumt wurden. Ein klares Zeichen für die wachsenden inneren Spannungen in dem Bündnis, das sich als Gegenpol zur westlichen Hegemonie entwickelt hatte.

Der iranische Außenminister Abbas Araqchi hatte die BRICS-Staaten aufgefordert, eine einheitliche Position gegen die „Verletzungen des Völkerrechts durch USA und Israel“ einzunehmen. Doch hier stieß er auf Widerstand. Besonders die Vereinigten Arabischen Emirate, die enge wirtschaftliche und sicherheitspolitische Beziehungen zum Westen und auch zu Israel pflegen, zeigten sich nicht bereit, einer scharfen Verurteilung zuzustimmen.

Die Spannungen zwischen Iran und VAE sind nicht neu, haben aber durch den jüngsten Iran-Krieg eine neue Schärfe erhalten. Beide Länder sind inzwischen BRICS-Mitglieder – ein weiteres Beispiel dafür, wie schnell geopolitische Realitäten die schöne Theorie von der „anti-hegemonialen Allianz“ einholen.

Was bedeutet das für die BRICS-Zukunft?

Das Ausbleiben einer gemeinsamen Erklärung ist mehr als ein diplomatisches Protokoll-Problem. Es zeigt, dass BRICS trotz oder vielleicht wegen aller Erweiterungen (Äthiopien, Ägypten, Iran, Indonesien, VAE) noch weit davon entfernt ist, als geschlossener Block agieren zu können. Interessenkonflikte zwischen den Mitgliedern – Energie, regionale Machtkämpfe, Beziehungen zu China, Russland oder dem Westen – bleiben bestehen.

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Haben Trump und Xi sich auf dem China-USA-Gipfel auf irgendwas geeinigt?

Von Ivan Kargapoltsew (Übersetzung/Einleitung: Thomas Röper) – 16. Mai 2026

Der pompöse USA-China-Gipfel in Peking ist vorbei und es stellt sich die Frage, ob die beiden Länder sich dabei auf etwas Greifbares geeinigt haben.

Nach dem pompösen USA-China-Gipfel stellen sich viele die Frage, ob die beiden Länder sich dabei wirklich auf etwas Bedeutendes geeinigt haben. Wahrscheinlich muss man die Frage verneinen, aber eines hat der Gipfel gezeigt: China ist ausgesprochen selbstbewusst, und wenn es bei dem Gipfel einen Gewinner gab, war es wohl China.

Übrigens ist das Titelbild dieses Artikels nicht zufällig gewählt, denn es zeigt das chinesische Selbstbewusstsein sehr anschaulich. Trump ist mit 1,90 Meter zehn Zentimeter größer als Xi Jinping mit seinen 1,80 Meter, aber China scheint die Sessel extra so gepolstert zu haben, dass Xi größer wirkt als Trump. Das sind die Feinheiten der chinesischen Diplomatie, die ohne polternde Erklärungen auskommt und stattdessen auf subtile diplomatische Gesten setzt, die für sich selbst sprechen.

Die Ausgangslage

Trump reiste stark geschwächt nach China. Es sei daran erinnert, dass er schon vor einem Monat nach China reisen wollte, die Reise aber wegen des Fiaskos seines Iran-Krieges verschoben hat. Trumps Plan war es offensichtlich, als großer Sieger nach China zu kommen, der den größten Teil der weltweiten Ölförderung kontrolliert. Immerhin sind die USA der größte Ölproduzent der Welt, sie kontrollieren das venezolanische Öl, und auch Kanada, der viertgrößte Ölproduzent der Welt, dürfte im Zweifel unter der Kontrolle der USA stehen. Wäre es Trump gelungen, den Iran unter Kontrolle zu bringen, hätte das die Stellung der USA im Nahen Osten gestärkt und natürlich auch Auswirkungen auf die US-Dominanz über die anderen Golfstaaten gehabt.

Das war ein netter Plan, nur hat er eben nicht geklappt. Trump hat seine Chinareise daher um einen Monat verschoben, und er kam nicht als der große Sieger nach China, der China wegen seiner Dominanz der weltweiten Ölmärkte Bedingungen im Bereich der Wirtschaft diktieren kann, sondern er kam als Verlierer des Krieges und innenpolitisch geschwächter Präsident, der befürchten muss, bei den Zwischenwahlen im Herbst seine Macht über den Kongress zu verlieren.

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Indiens und Pakistans Bombe – und das große Wegschauen Washingtons

Von Jochen Mitschka – 16. Mai 2026

Während die USA einen brutalen Angriffskrieg gegen den Iran damit begründen, das Land müsse davon abgehalten werden, eine Atombombe zu entwickeln, die es gar nicht entwickeln wollte, schauen wir uns einmal an, wie sich Washington in anderen Fällen verhalten hat, in denen Länder tatsächlich eine entwickelten.

In der aktuellen Krise zwischen Indien und Pakistan prallen zwei Atommächte aufeinander, deren nukleare Programme Washington einst aktiv duldete, förderte oder zumindest systematisch ignorierte – je nachdem, welche geopolitischen Interessen gerade dominierten. Eine Geschichte der selektiven Empörung.

In vorherigen Teilen dieser Artikelserie haben wir die nuklearen Doktrinen der offiziell anerkannten Atommächte sowie Israels besprochen. Der Atomwaffensperrvertrag (NPT) nennt fünf legitime Nuklearstaaten – und die Welt hat inzwischen neun. Nordkorea, Indien und Pakistan zählen zu jenen Ländern, die nie dem NPT beitraten oder aus ihm austraten. Gerade Indien und Pakistan sind dabei besonders aufschlussreich: Denn beide Bomben entstanden in einem geopolitischen Umfeld, in dem die USA theoretisch die Macht gehabt hätten, die Proliferation zu verhindern – und es nicht taten.

Indien: Die friedliche Explosion, die keine war

Atomtest 1974 und 1998. Geschätzte Sprengköpfe heute: 172. Trägersysteme: landgestützte Raketen, Kampfflugzeuge, Atom-U-Boote in Entwicklung. Doktrin: offiziell „No First Use.

Indiens nuklearer Weg beginnt mit Homi Jehangir Bhabha, Physiker und Gründer des indischen Atomprogramms. Er überzeugte Jawaharlal Nehru in den frühen 1950er Jahren, dass Atomenergie – und implizit auch Atomwaffen – für ein aufstrebendes postkoloniales Indien unabdingbar seien. Das Paradoxe: Geholfen haben dabei ausgerechnet die Westmächte, allen voran Kanada und die USA.

Im Rahmen des Programms Atoms for Peace“, das US-Präsident Eisenhower 1953 lancierte, erhielt Indien zivile Nukleartechnologie und den CIRUS-Forschungsreaktor – geliefert von Kanada, mit schwerem Wasser aus den USA. Die offizielle Begründung: friedliche Nutzung. Die tatsächliche Nutzung: Der Plutonium-Ausgang dieses Reaktors lieferte später das spaltbare Material für Indiens ersten Atomtest.

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Der Streit um Taiwan und die verlogene Politik des Westens

Von Thomas Röper – 16. Mai 2026

Im Westen wird es so dargestellt, als müsse der Westen Taiwan gegen das böse China verteidigen, das Taiwan notfalls gewaltsam annektieren will. Allerdings hat kein Staat des Westens Taiwan anerkannt und der gesamte Westen bekennt sich offiziell zur Ein-China-Politik, die Taiwan als Teil Chinas definiert.

Da Taiwan nach dem USA-China-Gipfel wieder die Schlagzeilen beherrscht, nachdem US-Präsident Trump sich in China nicht zur Taiwan-Frage äußern wollte und nach der Reise sogar schon beschlossene Waffenlieferungen im Wert von 14 Milliarden Dollar in Frage stellt, lohnt es sich, daran zu erinnern, was die Hintergründe des Streits sind.

Westliche Medien und Politiker verbreiten das Narrativ, man müsse Taiwan, eine angeblich schützenswerte Demokratie nach westlichem Vorbild, vor dem bösen China schützen, das Taiwan annektieren will. Die USA haben Taiwan in den letzten Jahrzehnten aus diesem Grund bis an die Zähne bewaffnet, die NATO arbeitet an einer Ausdehnung ihres Tätigkeitsbereiches auf den Pazifik und sogar die Bundeswehr schickt Kriegsschiffe in die Region, um dort gegen China Flagge zu zeigen.

Das Problem ist, dass die Taten des Westens beim Thema Taiwan in keiner Weise zu den völkerrechtlichen Verpflichtungen passen, die der Westen sogar offiziell anerkennt. Offiziell unterstützt der Westen die Ein-China-Politik, die besagt, dass es nur einen chinesischen Staat gibt, nämlich die Volksrepublik China, zu der Hongkong und Taiwan gehören. Kein einziger westlicher Staat hat Taiwan diplomatisch anerkannt, was die Absurdität der westlichen Politik ein weiteres Mal deutlich zeigt.

Daher will ich hier aus aktuellem Anlass an die Hintergründe des Konfliktes erinnern.

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Die gemeinsame Operation der USA und Nigeria gegen den IS sendet eine Botschaft an die Sahel-Allianz

Von Andrew Korybko – 16. Mai 2026

Das Szenario einer von den USA unterstützten nigerianischen Anti-Terror-Intervention in Mali wird immer wahrscheinlicher.

US-Präsident Trump gab am Wochenende bekannt, dass die USA und Nigeria eine gemeinsame Operation gegen die zweitwichtigste Persönlichkeit des IS durchgeführt hätten. Diese fand, wie sein nigerianischer Amtskollege Bola Ahmed Tinubu bekanntgab, im nordöstlichen Tschadsee-Becken statt. Dort hatte der IS-Verbündete Boko Haram kürzlich über 20 tschadische Soldaten getötet. Dies ist die zweite Militäroperation der USA in Nigeria, nachdem Trump an Weihnachten vorigen Jahres die Bombardierung des IS im Nordwesten Nigerias genehmigt hatte. Dies demonstriert die fortgesetzte Anti-Terror-Zusammenarbeit Washingtons mit diesem neuen BRIS-Partner.

Die Bedeutung dieses Kooperation sollte nicht heruntergespielt werden, da sie auch eine Botschaft an die Sahel-Allianz sendet, deren faktischer Führer Mali in seinen eigenen Kampf gegen den Terrorismus verwickelt ist, nachdem radikale Islamisten und Tuareg-Separatisten die Regierung Anfang dieses Monats aus dem Nordosten vertrieben haben. Obwohl Mali mit den Nachbarländern Burkina Faso und Niger verbündet ist – wobei letzteres an Nordnigeria grenzt, wo die USA in weniger als sechs Monaten zweimal Terroristen angegriffen haben –, hat keines der beiden Länder Mali zu Hilfe gekommen.

Das liegt daran, dass beide Statten in ihre eigenen Anti-Terror-Kämpfe gegen dieselben radikalen Islamisten verwickelt sind – im Falle von Burkina Faso gegen „Jamaat Nusrat al-Islam wal-Muslimin“ (JNIM) und im Falle von Niger gegen den IS. Diese Gruppen besetzen zudem den größten Teil ihrer Grenze zu Mali, was gemeinsame Militäroperationen selbst dann behindert, wenn sie genehmigt würden. Kürzlich deutete Nigeria an, dass es in Mali intervenieren könnte, und französische Medien enthüllten, dass ihr Land dort bereits involviert ist. Hier sind drei Hintergrundberichte:

* 26. Dezember 2025: „Warum hat Trump an Weihnachten den IS in Nigeria bombardiert?

* 3. Mai 2026: „Die jüngste Krise in Mali droht zu einem regionalen Krieg zu eskalieren

* 11. Mai 2026: „Französische Medien bestätigten, dass Paris die Ukraine in Mali unterstützt

Um ihre Relevanz für die gemeinsame Anti-Terror-Operation der USA und Nigerias zu verdeutlichen, beleuchten sie, wie eng die Sicherheitszusammenarbeit in weniger als einem halben Jahr geworden ist, und untermauern damit die Andeutung des nigerianischen Verteidigungsministers von Anfang dieses Monats, dass das Land in Mali intervenieren könnte. In diesem Szenario würden die USA wahrscheinlich ebenfalls eine öffentliche Rolle spielen, wenn auch nur beschränkt auf den Austausch von Geheimdienstinformationen und die Durchführung von Drohnenangriffen von ihren bekannten Stützpunkten im benachbarten Ghana oder im nahegelegenen Côte d’Ivoire aus.

Nigeria hingegen könnte Mali nur über Niger, über Burkina Faso via Côte d’Ivoire oder über Ghana erreichen, doch es ist nicht zu erwarten, dass die ersten beiden Länder den Transit genehmigen, es sei denn, Niger – das als schwächstes Glied der Sahel-Allianz gilt – bricht mit seinen Verbündeten. Was die ghanaische Route angeht, ist JNIM in dem Teil Malis auf der anderen Seite der Grenze nicht so aktiv, sodass Nigeria entweder die Erlaubnis für den Transit in den Nordosten erhalten müsste oder möglicherweise abwarten würde, bis Bamako ernsthaft von einer Eroberung bedroht ist, um einseitig einzugreifen.

Wie auch immer sich das Szenario einer nigerianischen Intervention in Mali entwickeln mag, angesichts der gemeinsamen Operation der USA mit Nigeria wird sie immer wahrscheinlicher, unabhängig davon, ob die Sahel-Allianz sie genehmigt oder nicht, was darauf hindeutet, dass hinter den Kulissen möglicherweise bereits Gespräche mit ihr im Gange sind. Der Westen will die Einheit dieses Blocks aufbrechen, damit sich dessen Länder wieder Frankreich unterordnen, und wenn dies unter dem Druck des Terrorismus nicht auf diplomatischem Wege erreicht werden kann, könnten bald militärische Mittel zum Einsatz kommen.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Die Krise der Starmer-Regierung, der Labour Party und des britischen Kapitalismus

Von Thomas Scripps – 15. Mai 2026

Premierminister Keir Starmer ernennt Gordon Brown zum Sonderbeauftragten für globale Finanzen und Zusammenarbeit in der Downing Street 10 [Photo by Number 10 Flickr / CC BY 4.0]

Großbritannien ist in eine neue Phase der politischen Krise eingetreten. Die Regierung von Labour-Chef Keir Starmer steht kurz vor dem Zusammenbruch – erschüttert durch Rücktritte und Misstrauenserklärungen, darunter auch von Gesundheitsminister und Blair-Anhänger Wes Streeting – und wartet nun auf den letzten Auslöser für eine offene Führungskrise.

Um eine sozialistische Antwort zu formulieren, müssen Arbeiter und junge Menschen über das Medien-Psychodrama hinwegsehen, das Politik auf Seifenopern und Persönlichkeitskonflikte reduziert, und sich stattdessen auf die zugrunde liegenden Realitäten konzentrieren, die die Krise antreiben.

Die Krise, in der die Starmer-Regierung steckt, geht auf zwei langfristige, miteinander verflochtene Entwicklungen zurück: des weltweiten Niedergang des britischen Imperialismus in den Turbulenzen des Weltkapitalismus und den kompletten Verlust der Arbeiterklasse als Wählerbasis der Labour Party.

In den fast dreißig Jahren von 1979 bis 2007 hatte Großbritannien nur drei Premierminister. Zwei von ihnen – Margaret Thatcher für die Konservativen und Tony Blair für Labour – waren jeweils zehn Jahre lang ununterbrochen im Amt. Seitdem hat Großbritannien in weniger als zwanzig Jahren sieben Premierminister verschlissen, wobei vier – und nun möglicherweise fünf – allein in den letzten vier Jahren an die Macht kamen.

In jedem einzelnen Fall wurde der Sturz eines britischen Premierministers durch einen internationalen Schock ausgelöst, der die Anfälligkeit der globalen Position des britischen Imperialismus offenlegte und dadurch die Klassenwidersprüche im eigenen Land verschärfte.

Gordon Browns Amtszeit als Premierminister endete mit der Finanzkrise von 2008, als Labour die Banken rettete und damit einer neuen Ära der Sparpolitik den Weg ebnete. David Cameron wurde nach dem Brexit-Referendum aus dem Amt getrieben, das durch die Sparpolitik angeheizt worden war, die britische Wirtschaft in Turbulenzen brachte und die Außenpolitik Großbritanniens in eine Krise stürzte.

Die Abgänge von Boris Johnson, Liz Truss und Rishi Sunak, allesamt Mitglieder der Konservativen Partei und gefallen wie Dominosteine, spiegelten letztlich die Auswirkungen der Corona-Pandemie und des NATO-Kriegs gegen Russland in der Ukraine wider. Beide Entwicklungen offenbarten die extreme Verwundbarkeit des britischen Kapitalismus, während der Krieg Anforderungen an den britischen Imperialismus und Militarismus stellte, die nach Ansicht der herrschenden Klasse keine dieser Persönlichkeiten bewältigen konnte.

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Mélenchon 2027: Eine Präsidentschaftskandidatur, um die Mobilisierung der Arbeiter aufzuhalten

Von Alexandre Lantier – 15. Mai 2026

Am 3. Mai kündigte Jean-Luc Mélenchon in den Abendnachrichten von TF1 seine Kandidatur für die französische Präsidentschaftswahl 2027 an. Im Interview mit Anne-Claire Coudray entwarf er dabei keine revolutionäre Perspektive, sondern machte klar, dass es keine gebe. Zusammen mit seiner Partei Unbeugsames Frankreich (LFI) will er die Arbeiter nicht gegen Austerität und Krieg mobilisieren, sondern eine derartige Mobilisierung mit einer nationalistischen Ausrichtung auf die Institutionen des französischen Kapitalismus abwürgen.

Als man ihn drängte, seine Entscheidung für die Kandidatur zu begründen, nachdem er bei der letzten Präsidentschaftswahl 2022 seinen Rückzug erklärt hatte, tat Mélenchon die Frage ab und erklärte: „Ich habe meine Meinung nicht geändert… In der Diskussion ging es nicht darum, wer nach irgendwelchen ästhetischen Gesichtspunkten der beste Kandidat ist. Es ging darum, wer am besten darauf vorbereitet ist, sich der Situation zu stellen, die auf uns zukommt.“ Er verwies dabei auf die Gefahr eines „umfassenden Kriegs“.

Heute behauptet Mélenchon, er sei der Mann, den Frankreich brauche, um die Krise zu bewältigen. Doch durch seine eigenen fortlaufenden Kapitulationen hat er maßgeblich zur Entstehung genau dieser Krise beigetragen. Was das Rennen um die Präsidentschaft angeht, so hat er tatsächlich seine Meinung geändert. Im April 2022, am Abend des ersten Wahlgangs der Präsidentschaftswahlen, als die Stimmen noch ausgezählt wurden und er noch immer eine Chance auf den Einzug in den zweiten Wahlgang hatte, trat er eilig vor die Kameras, gestand seine Niederlage ein, kündigte seinen Rückzug aus der Politik an und rief seine Wähler dazu auf, „gegen Le Pen“ zu stimmen – d.h. für Macron.

Die World Socialist Web Site analysierte diesen Rückzug damals. Mélenchons „Rücktritt“ war keineswegs ein aufrichtiges Eingeständnis seiner Niederlage, sondern zielte vielmehr darauf ab, die Millionen von Arbeitern und jungen Menschen, die ihn gewählt hatten, zu demobilisieren und ihnen jede Perspektive für einen unabhängigen Kampf gegen Krieg und Austerität zu nehmen. Die Rückzugserklärung war kein Akt der Bescheidenheit, sondern eine Geste der präventiven Kapitulation mit dem Ziel, die soziale Energie zu ersticken, die sein Wahlkampf freigesetzt hatte.

Dies wurde während der Streiks im Jahr 2023 gegen die Rentenreform deutlich, die Macron ohne Abstimmung im Parlament durchgesetzt hatte, obwohl eine überwältigende Mehrheit der französischen Bevölkerung sie ablehnte. Zwischen Januar und Mai traten Millionen von Arbeitern immer wieder in den Streik. Die LFI versuchte nicht, diesen Widerstand in einen Generalstreik zum Sturz Macrons oder zur Beendigung des Ukrainekriegs zu kanalisieren, sondern manövrierte ihn in eine parlamentarische Sackgasse: Sie rief die Nationalversammlung auf, über einen Gesetzentwurf zur Aufhebung der Reform abzustimmen, obwohl die Mehrheit im Parlament dies entschieden ablehnte.

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US-Geheimdienst ordnet Prüfung von 120 von der US-Regierung finanzierten Biolaboren im Ausland an

Von Andrej Surschansky (Übersetzung/Kommentierung: Thomas Röper) – 15. Mai 2026

Die Direktorin der US-Geheimdienste hat eine Inspektion von über 120 Biolaboren in mehr als 30 Ländern angekündigt, die jahrzehntelang vom der US-Regierung finanziert wurden. Über 40 dieser Labore befinden sich in der Ukraine. Warum haben deutsche Medien über diese Meldung nicht berichtet?

Es gibt Themen, über die deutsche Medien partout nicht berichten, die sie vor dem deutschen Publikum geheim halten. Eines dieser Themen sind die Biowaffenlabore, die die USA weltweit finanzieren und betreiben. Seit Covid wissen wir alle [oder könnten wir alle wissen; die GG-Red.], was „Gain of Function“ (also die Erforschung der Frage, wie man für den Menschen ungefährliche Krankheitserreger für den Menschen gefährlich machen kann) ist. Diese Forschung wurde wegen ihrer Gefährlichkeit in den USA verboten, aber es wurde Forschern aus den USA explizit erlaubt, diese Forschungen in Laboren im Ausland zu betreiben.

Genau das ist beispielsweise in Wuhan passiert, wo der US-Forscher Peter Daszak daran geforscht hat, wie man Coronaviren von Fledermäusen übertragbar für den Menschen machen kann. Diese Forschungen wurden übrigens von der US-Regierung bezahlt. All das ist längst unbestritten, und nun kann sich jeder fragen, ob es ein Zufall war, dass ausgerechnet dort Covid 19 ausgebrochen ist.

Aber davon weiß der Konsument deutscher Mainstream-Medien nichts, denn die verschweigen das Thema genauso, wie sie die über 40 von den USA in der Ukraine betriebenen Biolabore verschweigen, in denen an gefährlichen Erregern wie Ebola und anderen geforscht wurde.

Dass die USA vor allem in der Ukraine sehr aktiv an der Entwicklung gefährlicher Krankheitserreger, also Biowaffen, gearbeitet haben, lässt sich kaum bestreiten. Dazu finden Sie am Ende dieses Artikels eine Chronologie mit den Belegen.

Nun hat die Direktorin der US-Geheimdienste hat eine Inspektion von über 120 Biolaboren in mehr als 30 Ländern angekündigt, die jahrzehntelang vom der US-Regierung finanziert wurden. Über 40 dieser Labore befinden sich in der Ukraine. Begründet hat sie das damit, dass einige die Labore vom Pentagon finanziert wurden und dass die dort durchgeführten Forschungen „ernsthafte ethische, finanzielle und sicherheitstechnische Bedenken“ aufwerfen. Außerdem soll festgestellt werden, an welchen Erregern in den Laboren geforscht wird.

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Südkorea bleibt ein zentraler Bestandteil der US-Pläne zur Eindämmung Chinas

Von Andrew Korybko – 15. Mai 2026

Die chinesisch-russische Entente könnte sich zu einem De-facto-Bündnis entwickeln, sollten Südkorea und Japan AUKUS+ beitreten, der de facto „asiatischen NATO“ der USA. Dies birgt jedoch die Gefahr, Indien zu einem De-facto-Bündnis mit den USA zu veranlassen, um dem wahrgenommenen Einfluss Chinas auf Russland entgegenzuwirken, was Eurasien weiter destabilisieren. würde

Trumps Treffen mit Chinas Staatspräsident Xi Jinping weckte Hoffnungen, dass Fortschritte bei der Bewältigung der chinesisch-amerikanischen Spannungen erzielt werden könnten. Viele Beobachter übersahen jedoch das Treffen, das Anfang der Woche in Washington zwischen den Verteidigungsministern der USA und Südkoreas (ROK) stattfand und das Zweifel an diesen Hoffnungen aufkommen lässt. Ein Teil der Tagesordnung betraf das Abkommen, das während Trumps Besuch im letzten Jahr geschlossen worden war, wonach die USA die ROK beim Bau eines atomgetriebenen U-Boots unterstützen sollen, was hier als Erleichterung für deren Integration in AUKUS+ bewertet wurde.

China lehnte den AUKUS-Pakt von 2021, in dem das Vereinigte Königreich und die USA vereinbarten, Australien bei der Entwicklung einer Flotte atomgetriebener U-Boote zu unterstützen, nachdrücklich ab. Zwar fiel Chinas Reaktion auf ein ähnliches Abkommen der ROK mit den USA im vergangenen Jahr aufgrund der kürzlich verbesserten bilateralen Beziehungen relativ verhalten aus. Tatsächlich ist die Bedrohungslage jedoch wohl deutlich höher einzuschätzen, da die ROK viel näher an China liegt als Australien. Dies bedeutet zudem eine Vertiefung des militärisch-strategischen Einflusses der USA auf Südkorea, der dazu genutzt werden könnte, China einzudämmen.

Nicht nur würde sich Südkorea wahrscheinlich in das AUKUS-zentrierte regionale Militärnetzwerk der USA integrieren, an dem informell Japan, die Philippinen und sogar Taiwan beteiligt sind, sondern Chinas Rivale Japan hat bereits Interesse signalisiert, ein eigenes Abkommen über atomgetriebene U-Boote mit den USA abzuschließen. Angesichts der Tatsache, dass die Republik Korea und Japan aus Gründen, die den Rahmen dieser Analyse sprengen würden, „Feinde“ sind, ist es möglich, dass die USA entscheiden, ein paralleles Abkommen mit Japan zu schließen, wodurch sich Chinas Bedrohung durch AUKUS+ noch verstärken würde.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Zusammenarbeit der USA mit Südkorea (und möglicherweise bald auch mit Japan) im Bereich atomgetriebener U-Boote leicht zu einer Zusammenarbeit bei Atomwaffen führen könnte. Das ist ein durchaus plausibles Szenarioi, nachdem das Auslaufen des New-0START-Vertrags gemäß den Wünschen der zweiten Trump-Regierung das Risiko eines globalen atomaren Wettrüstens erhöht hat. Sowohl die Republik Korea als auch Japan verfügen über eine sogenannte nukleare Latenz, also die Fähigkeit, Atomwaffen zu bauen, sollte die Entscheidung dazu fallen – was über 75 Prozent der Südkoreaner befürworten, während über 60 Prozent der Japaner dagegen sind.

Der Unterstaatssekretär für Verteidigungspolitik, Elbridge Colby, hatte zuvor erklärte, dass die USA sich „energisch dagegen wehren“ würden, wenn weitere europäische Länder Atomwaffen entwickeln würden – möglicherweise zum Zweck der Eskalationskontrolle gegenüber Russland. Dieselbe Kalkulation könnte daher auch gegenüber China auf Ostasien angewendet werden. Andererseits können sich solche Kalkulationen jederzeit ändern, und die USA könnten solche Programme auch heimlich fördern oder zumindest ein Auge zudrücken, wenn Frankreich und/oder Großbritannien sie unterstützen. China hat daher durchaus Grund zur Sorge.

Zumindest ist zu erwarten, dass die USA das Szenario einer nuklearen Aufrüstung Südkoreas und/oder Japans als Damoklesschwert über China schwingen werden – mit dem Ziel, Peking davon abzuhalten, den Konfrontationskurs gegenüber Washington angesichts der unvermeidlichen Konsolidierung von AUKUS+ (der de facto „asiatischen NATO“), seinerseits zu verschärfen. Angesichts der Tatsache, dass die USA China somit auch im Falle eines großen Handelsabkommens weiterhin eindämmen werden, könnte China offener für die Vorschläge der russischen Hardliner werden, die Zusammenarbeit umfassend zu vertiefen und so ein chinesisch-russisches De-facto-Bündnis zu bilden.

Allerdings könnte in diesem Fall Indien aus der Befürchtung heraus, dass China zum führenden Partner Russlands werden und Russland dazu veranlassen könnte, die Waffen- und Ersatzteillieferungen an Indien einzustellen (was es China ermöglichen würde, Neu Delhi während seiner Grenzkonflikte mit Peking zu erpressen), seine engen militärischen Beziehungen zu den USA verstärken.

Diese durch AUKUS+ ausgelöste Kette von Vergeltungsallianzen könnte Eurasien weiter destabilisieren, die „Teile und herrsche“-Pläne der USA begünstigen und eine chinesisch-amerikanische Bi-Multipolarität unvermeidlich machen. Auch eine solche Entwicklung kann nicht ausgeschlossen werden.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.