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Welche Folgen hat die US-Entführung des Präsidenten von Venezuela?

Von Rainer Rupp – 4. Januar 2025

Larry Johnson, ein ehemaliger CIA-Analyst beschreibt die US-Operation zur Entführung von Nicolás Maduro als einen taktisch erfolgreichen, aber strategisch katastrophalen Schritt. Er vergleicht sie mit George W. Bushs pompösem „Mission Accomplished“-Moment nach der Invasion im Irak.

Am 3. Januar interviewte der finnische Professor Glen Diesen in einem einstündigen Gespräch auf Utube den ehemaligen hochrangigen CIA-Mitarbeiter und Experten für Terrorismusbekämpfung Larry Johnson. Nachfolgend habe ich die wichtigsten Punkte zusammengefasst und einige Kommentare hinzugefügt.

Vergleich mit historischen US-Interventionen

Zum Einstieg in die Diskussion, die unter dem Titel „U.S. War on Venezuela Has Global Ramifications“ (US-Krieg gegen Venezuela hat globale Auswirkungen“) betont Johnson, dass Trump glaubt, wie damals Bush mit seinem „Mission Erfüllt“-Moment glaubt, „ein Problem gelöst zu haben, stattdessen aber neue, größere Probleme geschaffen hat“.

Johnson zieht Parallelen zu früheren Operationen, bei denen der Sturz eines einzelnen Staatschefs keine Stabilität gebracht hat. Beispiele sind Manuel Noriega in Panama (1989), Saddam Hussein im Irak, Muammar Gaddafi in Libyen oder Bashar al-Assad in Syrien. „Diese Vorstellung im Westen, dass wir nur einen Mann ersetzen müssen, um unsere Probleme zu lösen, hat in der Vergangenheit schon nicht funktioniert.“

Er warnt vor einer Wiederholung des Vietnam-Szenarios: Am Anfang sind es einige wenige US-Militärstiefel am Boden in Venezuela, aber um diese dann gegen immer gefährlichere Angriffe zu schützen, müssen immer mehr US-Truppen kommen, um die Situation zu „stabilisieren“; eine nur schwer zu stoppende Eskalation, die zu einem Selbstläufer wird, zumal sich Venezuela aus einer Reihe von geographischen und logistischen Gesichtspunkten – unübersichtliche und lange Grenzen zu US-kritischen Nachbarländern Kolumbien und Brasilien – ideal für den Guerillakrieg eignet.

Innere Lage in Venezuela und Risiko einer Aufstandsbewegung

Johnson hebt hervor, dass die Bevölkerung in Venezuela schwer bewaffnet ist und die porösen Grenzen zu Kolumbien und Brasilien, die Guerilla-Kämpfe begünstigen – ähnlich wie das bei der FARC in Kolumbien nach seit 1964 der Fall war. Für die innere Lage in Venezuela prognostiziert Johnson einen Anstieg von Kriminalität, Attentaten und Angriffen auf US-Interessen: „Die Kriminalitätsrate, die Zahl der Attentate und Ähnliches werden steigen.“ Er erwartet eine hausgemachte „Widerstandsbewegung“, die Venezuela instabil macht, und warnt, dass bereits in den nächsten zwei bis drei Monaten die US-Regierung gezwungen sein könnte, weitere Truppen zu schicken. Laut Johnson hätten Oppositionelle wie María Corina Machado keine breite Unterstützung um das Land ideologisch „zu säubern“.

Dazu eine Anmerkung des Autors: Während einer Pressekonferenz am 3. Januar wurde Trump gefragt, ob er mit Machado in Kontakt stehe oder sie nach Maduros Festnahme als lebensfähige Führerin ansehe. Abschätzig sagte er: „Ich denke, es wäre sehr schwer für sie, die Anführerin zu sein. Sie hat weder die Unterstützung noch den Respekt innerhalb des Landes. Sie ist eine sehr nette Frau, aber sie hat nicht den Respekt“.

Laut Trump werden vorerst die USA Venezuela regieren, wobei Marco Rubio und Pete Hegseth diese Mission erhalten, um – wie in früheren Zeiten als das britische Imperium die Ozeane regierte – als Trumps Vizekönige Venezuela zu regieren. Das dürfte interessant sein. In diesem Zusammenhang erinnerte Johnson an die historische CIA-Kontrolle über Venezuela in den 1970er/80er Jahren unter dem damaligen Präsident Carlos Andrés Pérez, der nachweislich auf der Lohnliste der CIA gestanden hatte. Aber durch Missmanagement und anti-soziale Politik habe er letztlich dem sozialistischen Revolutionär Chávez‘ und seinem Nachfolger den Weg an die Macht freigemacht.

Rolle der CIA und Verrat im Inneren

Die Entführung Maduros und seiner Frau sei von einer US-Spezialeinheit der „Delta Force“ durchgeführt worden. Johnson ist überzeugt, dass der reibungslose Ablauf der Operation nur mit Hilfe von „Insidern“ aus Maduros Abwehr und Apparat zum Schutz des Präsidenten möglich war. Durch diesen Verrat dürften einige Leute in Caracas über Nacht stinkreich geworden sein. „Da sind Leute bezahlt worden“, ist sich Johnson sicher und verweist darauf, dass auch die venezolanischen Luftabwehrsysteme nicht aktiviert worden waren, die Sicherheitskräfte um Maduro inkompetent oder bestochen worden waren, vergleichbar mit der Bin-Laden-Operation in Pakistan.

Geopolitische Motive: Öl und Vorbereitung auf einen Iran-Krieg

Johnson sieht den Zugriff auf venezolanisches Öl als zentrales Motiv, insbesondere als Absicherung gegen einen möglichen Krieg mit Iran: „Der Versuch, sich das Öl in Venezuela unter den Nagel zu reißen, ist die Vorbereitung eines Angriffs auf den Iran … eine Notfallplanung für den Fall, dass die Straße von Hormus geschlossen werden könnte.“ Venezuela soll als alternative Ölquelle dienen, falls der Persische Golf blockiert wird. Dies müsse mit den aktuellen Protesten in Iran, die Johnson als CIA/MI6-gesteuert einstuft, um einen Regimewechsel vorzubereiten, bzw. bei der US-Bevölkerung Zustimmung für eine erneute US-Bombardierung Irans zu schaffen.

Internationale Reaktionen und globale Konsequenzen

Zweifellos verstärkt die US-Operation gegen Maduro Misstrauen gegenüber den USA in Russland und China. Johnson verknüpft sie mit einem gescheiterten Drohnenangriff auf Präsident Putins Residenz und sieht eine russische Neubewertung von Verhandlungen bezüglich der Ukraine, nämlich den „Verlust jeglichen Vertrauens in den Westen“. China, als wichtiger Öl-Abnehmer Venezuelas, könnte ökonomisch kontern, z. B. durch Dumping von US-Treasuries (US-Schatzbriefen) oder Export-Einschränkungen bei kritischen „Seltenen Erden“ (Rare Earths). Die EU zeigt laut Johnson die übliche Heuchelei: Sie verurteilt Russland für die Ukraine, hat aber Verständnis für die US-Aktion. Trumps Monroe-Doktrin 2.0 sei eine Pervertierung der US-Außenpolitik mit negativen Folgen in Lateinamerika, vor allem für Kuba, Kolumbien und Mexiko.

Bewertung des Erfolgs und Ausblick

Johnson misst den Erfolg der US-Operation daran, ob Venezuela bis März 2026 stabil unter US-Kontrolle sein wird, was er stark bezweifelt: „Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass die Vereinigten Staaten scheitern werden.“ Stattdessen drohten in Venezuela Chaos, eine Flut von Flüchtlingen und Angriffe auf die Öl-Infrastruktur des Landes. Er sieht 2026 als „Jahr des Kriegs“: kein Ende des Kriegs in der Ukraine, Krieg mit Iran und nun Venezuela. „Die Lehre, die die USA der Welt erteilt haben, ist die, dass es keine echte US-Diplomatie gibt, sondern nur Täuschung, Betrug und Überraschungsangriffe.“

Insgesamt zeichnet Johnson ein düsteres Bild: Die Operation ist ein Rückfall in imperiales Gehabe, die regionale Instabilität schürt und globale Mächte wie Russland und China enger zusammenschweißt. Statt Stabilität wird der Sturz Maduros für die USA langfristig mehr Konflikte und Kosten bedeuten.


Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Zusammenbruch des Völkerrechts – Wie Medien auf der ganzen Welt über Trumps Angriff auf Venezuela berichten

Von TASS (Übersetzung: Thomas Röper) – 4. Januar 2026

Die weltweiten Medien sind sich in ihrer Analyse über die Vorgänge in Venezuela weitgehend einig und finden teilweise sehr deutliche Worte zu Trumps Vorgehen, während die meisten Politiker der sich mit einer Verurteilung des illegalen US-Angriffs schwer tun.

Die russische Nachrichtenagentur TASS hat eine lange Liste von Reaktionen internationaler Medien auf Trumps Angriff auf Venezuela veröffentlicht, die ich übersetzt habe: […]

Zusammenbruch des Völkerrechts: Weltweite Medien zur US-Operation gegen Venezuela

Die Ergreifung Maduros und die US-Militäroperation in Venezuela haben eine weltweite diplomatische Krise ausgelöst. Medien bezeichnen Trumps Vorgehen als „Verstoß gegen das Völkerrecht“ und „Bruch juristischer Tabus“, ja sogar als „faschistischen Akt“ zur Aneignung von Öl. Die Operation zielt angeblich darauf ab, Zugang zu den größten Ölreserven zu erhalten und Russland und Iran zu verdrängen. Beobachter warnen vor der Gefahr eines Bürgerkriegs und einer Flüchtlingswelle in die USA und nach Lateinamerika.

The Washington Post: Dieses strategische Abenteuer mit unvorhersehbaren Folgen in einer Region mit tiefen Spaltungen verändert die Sicherheitsdynamik auf dem gesamten Kontinent grundlegend. Die Angriffe haben sowohl Amerikas Verbündeten als auch seinen Gegnern sofort deutlich gemacht, dass die Bedrohung durch die US-Militärmacht unbestreitbar real ist.

The New York Times: Eine plausible Erklärung für die Angriffe findet sich in Trumps kürzlich veröffentlichter Nationaler Sicherheitsstrategie, die sein Recht auf Vorherrschaft in Lateinamerika untermauert. Venezuela scheint das erste Land zu sein, das von diesem neuen Imperialismus vereinnahmt wird. Dieser Kurs offenbart Amerikas gefährliche und illegitime Vorstellung von seiner Rolle in der Welt.

The New York Times: Trump machte eines deutlich: Diese Militäroperation wurde nicht nur durchgeführt, um einen wegen Drogenhandels angeklagten Machthaber zu stürzen, sondern auch, um den USA einen besseren Zugang zu Venezuelas Ölreserven zu verschaffen.

The Wall Street Journal: Für einen Präsidenten, der seinen Vorgängern jahrelang vorgeworfen hat, Länder verändern zu wollen, deren Wesen sie nicht verstanden, markierte die Operation in Venezuela eine radikale Kehrtwende.

Venezolana de Television: Im Kontext der US-Militäroperation gegen Venezuela muss klar sein, dass die USA ihre Ölreserven erschöpft haben. Heute ist ein neuer Tag angebrochen, an dem das venezolanische Volk lautstark seine Ablehnung der Bombardierungen durch die US-Regierung und seine volle Unterstützung für Präsident Nicolás Maduro zum Ausdruck bringt.

La Nación: Die Operation in Venezuela fügt sich in eine abrupte Wende in der amerikanischen Außenpolitik ein, die auf Trumps Weltbild eines Systems von Einflusssphären basiert. Für den republikanischen Magnaten ist die westliche Hemisphäre seine exklusive Kontrollzone, was viele Analysten als Rückkehr und Radikalisierung der Monroe-Doktrin werten.

La Nación: Es geht hier um die Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates … Die USA haben die gläserne Wand durchbrochen, das Prinzip, dass die Einmischung in die Angelegenheiten eines anderen souveränen Staates als inakzeptabel galt … Möglicherweise hat eine neue historische Ära begonnen.

O Globo: Die US-Aktionen zur Festnahme Maduros schaffen einen gefährlichen Präzedenzfall in der internationalen Geopolitik … Fast alle sind sich einig, dass Trumps Vorgehen völkerrechtswidrig war. Venezuela hat die USA nicht angegriffen.

Folha de S.Paulo: Die US-Militäraggression gegen Venezuela reißt eine dunkle Phase in den Beziehungen zwischen der Supermacht und ihren regionalen Nachbarn wieder auf. Trump hat die internationale Ordnung völlig missachtet, um seinen Willen durchzusetzen.

Granma: Die Aggression gegen Venezuela ist nichts Geringeres als ein faschistischer Akt, der darauf abzielt, das Land auszuplündern und seine Bodenschätze zu rauben… Das war eine Operation gegen eine legitime Regierung und ein Land, das noch nie ein anderes angegriffen hat.

El Universal: Keinem Land, in dem die USA militärisch interveniert haben, ging es nach der Intervention besser als vorher. Eine Invasion Venezuelas birgt für den Kontinent das Risiko einer beispiellosen humanitären Krise… Das Land könnte in einen blutigen Bürgerkrieg gestürzt werden, der Millionen von Flüchtlingen entweder in den USA oder in lateinamerikanischen Ländern zur Folge hätte.

El Universal: Was geschehen ist, entbehrt jeglicher internationaler Legitimität und Rechtsgrundlage… Wieder einmal handelt der US-Präsident nicht aus dem Wunsch heraus, Demokratie oder Institutionen zu verteidigen, sondern aus wirtschaftlichen und politischen Interessen, die ihm und seinen Verbündeten zugutekommen.

La Jornada: Der sogenannte „Regimechange“ ist der Versuch, einen Marionettenherrscher einzusetzen, der den USA die Bodenschätze des Landes ausliefert.

Le Figaro: Niemand weiß, ob die Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten zum Sturz des Regimes führen wird. Vorerst bleibt das Regime an der Macht und das Militär ist Maduro treu ergeben. Die politischen und militärischen Ziele der USA bleiben unklar… Die Enthauptung der venezolanischen Regierung ist bereits zu einer Lehre und einem Signal an den Rest der Welt geworden. Diese Lehre bestätigt, dass Trump Gewalt anwenden will, wenn er es für notwendig hält.

Le Monde: Maduros Entführung ist eine Machtdemonstration Trumps und eine Botschaft an die Welt… Trump hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass sein Hauptziel der Zugang zu Venezuelas Ölreserven ist, den größten der Welt.

The Guardian: Trump ändert die Regeln nicht mehr, er bricht sie, und die Folgen reichen weit über Caracas hinaus … Der Angriff auf Venezuela zeigt, dass ihn fremde Ländereien, Öl und Bodenschätze mittlerweile mehr reizen als der Nobelpreis.

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Venezuela und der US-Imperialismus

Von Alexandra Nollok – 4. Januar 2026

Mit ihrem Krieg gegen Venezuela und der Entführung von Präsident Nicolás Maduro eskalieren die USA ihren Machtkampf um globale Vorherrschaft weiter. Das war abzusehen und ist Ausdruck sich zuspitzender imperialistischer Konkurrenz. Die EU ist dabei keineswegs nur Zuschauer.

Mit ihren brutalen Angriffen auf Venezuela und der Verschleppung von Präsident Nicolás Maduro haben die USA ihre imperialistische Aggression nun – wie erwartet – weiter eskaliert. Unter wachsender Erklärungsnot rätselten anschließend deutsche Leitmedien darüber, welche Rechtsgrundlagen US-Präsident Donald Trump wohl später vortragen werde. Man könnte fast darüber lachen.

Denn der westliche „Werte-Kanon“ zieht nicht mehr, es ist längst unübersehbar: Es geht den USA nicht um ein „böses sozialistisches Regime“, sondern um billigen Zugriff auf Öl, Gas, Seltene Erden und andere Ressourcen Venezuelas. Die USA eskalieren ihre imperialistische Standortpolitik zunehmend kriegerisch auf einem Weltmarkt, der mit China, Russland, einigen arabischen und anderen Staaten mächtige Konkurrenz hervorgebracht hat und sich gerade neu sortiert.

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Regimeanpassung statt Regimewechsel – das ist es, was die USA gerade in Venezuela erreicht haben

Von Andrew Korybko – 4. Januar 2025

Dieser terminologische Unterschied bezieht sich darauf, dass die Machtstruktur des Zielstaates aufrechterhalten wird, jedoch nach einigen (mitunter erheblichen) Veränderungen, die den Interessen des sich einmischenden Staates dienen. [Was freilich nichts daran ändert, dass es sich um einen erneuten eklatanten Bruch des Völkerrechts durch den US-Imperialismus handelt; die GG-Red.]

Einige Kritiker der „militärischen Sonderoperation” der USA in Venezuela behaupten, dass sie trotz der Festnahme von Präsident Nicolas Maduro nicht erfolgreich war, da der von ihm geführte „Chavismo-Deep-State” weiterhin besteht. Dies bezieht sich auf die explizit ideologischen Elemente der ständigen Militär-, Geheimdienst- und Diplomatiebürokratie seines Landes, kann aber auch auf Gouverneure und Gewerkschaften sowie andere Gruppen ausgeweitet werden. Der Punkt ist, dass die Entfernung Maduros aus der politischen Gleichung nicht zu einem Regimewechsel geführt hat.

Das ist richtig, aber die Prämisse, dass die USA ein solches Ziel erreichen wollten, ist umstritten, da Trump 2.0 aus Persönlichkeiten besteht, die frühere Regimewechseloperationen dafür kritisiert haben, dass sie ihre Regionen destabilisiert und zu unvorhersehbaren Folgen geführt haben, die letztlich den Interessen der USA geschadet haben. Es ist daher plausibel, dass sie nie die Absicht hatten, einen Regimewechsel in Venezuela gewaltsam durchzuführen, da sie befürchteten, dass es zu einem Bürgerkrieg kommen könnte, der eine gewaltige Migrationskrise auslösen und die Energieinfrastruktur zerstören würde.

Vielmehr kann das unmittelbare Ziel als „Regimeanpassung” oder „Regimekorrektur” bezeichnet werden, was bedeutet, dass die Machtstruktur des Zielstaates erhalten bleibt, jedoch nach einigen (mitunter erheblichen) Veränderungen, die den Interessen des sich einmischenden Staates dienen. Im Falle Venezuelas haben die USA Maduro gewaltsam abgesetzt, damit er durch seine Vizepräsidentin Delcy Rodriguez ersetzt wird, von der Trump öffentlich erwartet, dass sie „das tut, was wir wollen” (wahrscheinlich auf Anweisung von Marco Rubio). Das ist wohl auch, was er mit „das Land regieren“, bis der Übergang abgeschlossen ist, gemeint hat.

Ein solcher Übergang würde möglicherweise nicht zu einem Regimewechsel führen, nachdem Trump ausgeschlossen hat, dass die Friedensnobelpreisträgerin Maria Corina Machado Venezuela führen könnte, da „sie weder Unterstützung noch Respekt genießt“. Außerdem erwähnte er während seiner Pressekonferenz kein einziges Mal das Wort „Demokratie“, was darauf hindeutet, dass er (zumindest zum jetzigen Zeitpunkt) kein Interesse an einem radikalen Regimewechsel vom Chavismo-Modell zu einem westlichen Modell hat. Dies deutet darauf hin, dass er offen für Rodriguez oder einen anderen Chavisten ist, von dem er glaubt, dass die USA mit ihm als Nachfolger Maduros zusammenarbeiten können.

Sie müssten die Unterstützung der mächtigen Streitkräfte und Milizen genießen, um einen Bürgerkrieg zu verhindern, was ipso facto bedeutet, dass zumindest einige ihrer Privilegien, insbesondere wirtschaftlicher und finanzieller Art, erhalten bleiben müssen. Allerdings haben die Streitkräfte am Samstag kaum Widerstand geleistet, sodass es möglich ist, dass Verteidigungsminister Vladimir Padrino Lopez und Innenminister Diosdado bereits eine Vereinbarung mit den USA getroffen haben, nur um anschließend vor den Kameras harte Töne anzuschlagen, wie es Rodriguez aus innenpolitischen Gründen getan hat.

Wenn innerhalb von 30 Tagen Wahlen stattfinden, wie es Artikel 233 der Verfassung vorsieht, müssten das Verteidigungs- und das Innenministerium zur Sicherung der Wahlen beitragen, was die Bedeutung ihrer Chefs für die Unterstützung des von den USA angestrebten Übergangs in Venezuela noch verstärken würde. Den USA ist es egal, wie Venezuela regiert wird oder wer (zumindest nominell) das Land regiert, solange nur der Einfluss der USA wiederhergestellt wird. Dies könnte bedeuten, dass das Öl des Landes nur noch an von den USA genehmigte Käufer verkauft wird und ausländische Konkurrenten wie China dort keinen Fuß mehr fassen können.

Natürlich würde die Entideologisierung des venezolanischen „tiefen Staates“ mit dem Zweck, die Chavisten durch leichter manipulierbare pro-westliche Persönlichkeiten zu ersetzen, den neu gewonnenen Einfluss der USA festigen. Aber dies könnte aus Sicht Washingtons) nur schrittweise geschehen, da ein zu schnelles Vorgehen einen Bürgerkrieg auslösen und damit letztlich den Interessen der USA schaden könnte. Einige der sozioökonomischen Programme und Nachbarschaftsorganisationen des Chavismo-Modells müssten möglicherweise ebenfalls beibehalten werden, um dies zu verhindern. Es bleibt daher abzuwarten, wie sich der Übergang entwickelt. [Anmerkung der GG-Redaktion: Die Frage ist auch, wie tief der Chavismus wirklich im venezolanischen Volk verankert ist und wie die von der Regierung immerhin bewaffneten Massenorganisationen sich zu dem Angriff auf ihr Land und die Entführung ihres Staatspräsidenten verhalten werden].

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache]

„Mit Mexiko muss etwas unternommen werden“

Von Florian Rötzer – 4. Januar 2025

Noch spielt Vizepräsidentin Rodriguez nicht mit. Im Verteidigungsrat verurteilte sie den Angriff: „Es gibt nur einen Präsidenten in Venezuela, und der heißt Nicolas Maduro“. Bild: vicepresidencia

Der Überfall auf Venezuela und der Regime Change, der damit bewirkt werden soll, wird für alle Regierungen in Lateinamerika und vielleicht auch für Kanada oder Grönland ein Warnsignal sein. Während Russland die Wahrung nationaler Sicherheitsinteressen beim Einmarsch in das Nachbarland Ukraine vorgab [und das wohl auch so meinte; die GG-Red.], das in die NATO aufgenommen werden sollte und sich schon länger auf einen Krieg vorbereitete, kann die USA dies nicht geltend machen und will den militärischen Angriff durch Drogenkriminalität bzw. „Narkoterrorismus“ rechtfertigen, der angeblich die USA gefährdet, weil Maduro Gangs und Menschen aus den Gefängnissen und psychiatrische Kliniken geschickt habe.[Allerdings hatte Trump im Widerspruch dazu vor Kurzem ganz offen erklärt, dass die USA das venezolanische Öl (zurück) wollen, weil es ihnen gehöre! – die GG-Red.]

Die Begründung für den Völkerrechtsbruch ist durchsichtig und an den Haaren herbeigezogen, um Venezuela mit seinen Ressourcen dem kolonialen Zugriff der USA zu öffnen. Die Freiheit, die den Venezolanern geschenkt wird, bestünde vor allem in der Privatisierung vor allem der Ölressourcen für die amerikanischen Konzerne und der Einrichtung einer Marionettenregierung: Machado, der Friedensnobelpreisträgerin, traut er allerdings die Regierungsübernahme nicht zu und erklärte in seiner Ansprache, die USA würden das Land erst einmal selbst regieren (run Venezuela), also zeitweise annektieren. Bodentruppen schloss er nicht aus. Übergangsweise gerne mit der Vizepräsidentin Delcy Rodríguez, die möglicherweise mitspielt, wie Trump andeutete. Das würde dem Regierungssturz ein besseres Image verpassen und könnte die Situation beruhigen. Rodriguez aber macht dazu keine Anstalten und ruft zum Widerstand und zur Freilassung von Maduro auf.

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„Negativer Nationalismus“ wird gegen Zivilisationsstaaten als Waffe eingesetzt

Von Andrew Korybko – 4. Januar 2025

Die aus seit Langem bestehenden Zivilisationsstaaten hervorgegangenen jungen Staaten, die es zuvor nie gegeben hatte, neigen zu Ultranationalismus und sind besessen von ihren tatsächlichen oder vermeintlichen Unterschieden.

Ein wichtiger multipolarer Trend ist der Aufstieg von Zivilisationsstaaten, d. h. Staaten, die über Jahrhunderte hinweg ein bleibendes soziokulturelles Erbe in ihren Nachbarländern hinterlassen haben. Ihre regionale und in einigen Fällen auch globale Rolle gewinnt zunehmend an Bedeutung. Sie sind nach wie vor vielfältig, aber Teile ihrer historischen Territorien haben inzwischen ihre Unabhängigkeit erlangt. Diese jungen Staaten, die es zuvor nie gegeben hat, neigen zu Ultranationalismus und sind besessen von tatsächlichen oder vermeintlichen Unterschieden zwischen ihnen und dem Zivilisationsstaat, aus dem sie hervorgegangen sind.

Dieser „negative Nationalismus“ ist eine starke Kraft der politischen Mobilisierung und wurde von anderen gegen ihre benachbarten Zivilisationsstaaten als Waffe eingesetzt oder wird gerade dazu gemacht. Drei Beispiele hierfür sind die Ukraine gegenüber Russland seit ihrer Unabhängigkeit, Eritrea gegenüber Äthiopien und Bangladesch gegenüber Indien nach dem von den USA unterstützten Regimewechsel im Sommer 2024. Putin hat viel darüber gesprochen, während der äthiopische Außenminister kürzlich dasselbe tat wie ein ehemaliger bangladeschischer Minister.

Die USA haben den „negativen Nationalismus“ der Ukraine gegen Russland instrumentalisiert, Ägypten hat den Eritreas gegen Äthiopien instrumentalisiert, und Pakistan instrumentalisiert den Bangladeschs gegen Indien. Da sie seit Jahrhunderten Teil ihres Zivilisationsstaates sind, kennen diese neuen und vergleichsweise kleineren Staaten die Schwachstellen ihres „mütterlichen” Staates, weshalb sie damit beauftragt wurden, ihn zu destabilisieren. Der Ziel-Zivilisationsstaat respektiert ihre Souveränität; er verlangt lediglich, dass diese neuen Länder keine Bedrohung für ihn darstellen.

Die Ukraine, Eritrea und Bangladesch nach dem Staatsstreich begannen jedoch genau damit, nachdem andere ihre Neigung zu „negativem Nationalismus“ ausnutzten und sie dazu manipulierten, Russland, Äthiopien und Indien als Bedrohung für ihre Souveränität anzusehen. Dies führte zu künstlichen Sicherheitsdilemmata, die wiederum (oder im Falle von Bangladesch und Indien noch immer) selbsttragende Zyklen regionaler Instabilität hervorbrachten, die von den Schutzmächten der kleineren Staaten für Stellvertreterkriege gegen ihre größeren Nachbarn genutzt werden.

Dies kann viele Formen annehmen, darunter die Verbreitung staatsfeindlicher Propaganda, die Beherbergung staatsfeindlicher Militanter, die von dem betroffenen Zivilisationsstaat als Terroristen betrachtet werden, und die Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Schutzherrn in provokativen militärisch-strategischen Fragen, die beiden einen qualitativen Vorteil gegenüber ihrem gemeinsamen Ziel verschaffen könnten. Das Schwierige an diesen Taktiken ist, dass jede Reaktion des Zivilisationsstaates aufgrund ihrer Asymmetrien als „Überreaktion” falsch dargestellt und unehrlich als „Beweis für hegemoniale Absichten” ausgelegt wird.

Sie befinden sich dann in einem Nullsummen-Dilemma, in dem alles, was sie tun, einschließlich gar nichts zu tun, dazu führt, dass sich die Bedrohung ausbreitet, bis sie in irgendeiner Form über ihre Grenzen hinausgreift. Die dramatischste Reaktion in Form einer Militäraktion nach dem Vorbild der russischen Sonderoperation zielt darauf ab, die Bedrohung entschlossen zu beseitigen, wird jedoch von ihrem Rivalen bereits einkalkuliert und kann daher dazu genutzt werden, um einen regionalen Stellvertreterkrieg zu initiieren, wie es in diesem Beispiel der Fall ist. Es gibt also keine Patentlösung.

Dennoch können jene Zivilisationsstaaten, die durch die Instrumentalisierung des „negativen Nationalismus” ihrer Nachbarn durch andere bedroht sind, ihre Erfahrungen austauschen, um kreative Lösungen für ihre Dilemmata zu finden, die eine Wiederholung der russischen Sonderoperation im Falle Äthiopiens und Indiens verhindern könnten. Obwohl beide Staaten jedes Recht haben, zur Verteidigung ihrer nationalen Sicherheitsinteressen militärische Gewalt anzuwenden, könnte dies dennoch unbeabsichtigt zu einer Destabilisierung ihrer Regionen führen, weshalb es ideal ist, nach Möglichkeit andere Mittel einzusetzen.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache]

Die USA überfallen Venezuela und werden es erst einmal regieren (run the country)

Von Ralf Streck – 3. Januar 2025

US-Präsident Donald Trump, der sich als Friedenspräsident verkaufen wollte, lässt die alte Monroe-Doktrin neu aufleben und zerbombt mit der Hinterhof-Politik in Venezuela die Reste des Völkerrechts. Ist es nur die Wiederholung einer Operation, die der Republikaner Bush 1989 in Panama durchzog, um den damaligen Präsidenten Noriega wegen Drogenhandel zu entführen oder geht es darum, die riesigen Energievorkommen Venezuelas unter Kontrolle zu bekommen? Das ist der Fall, denn nun kündigte Trump neue Militäroperationen an. Er erklärte auch, man werde „Venezuela vorerst regieren“, vermutlich bis eine Marionettenregierung unter María Corina Machado installiert ist, die den Friedensnobelpreis dafür erhielt, genau für einen Krieg in ihrer Heimat getrommelt zu haben.

„Geschichte wiederholt sich, erst als Tragödie, dann als Farce.“ Das hatte Karl Marx einst erklärt und auf kaum einen Vorgang passt das besser, als auf die erneute Invasion der USA in Venezuela. Die hatte die Oppositionsführerin und frisch gekürte „Friedensnobelpreisträgerin“ María Corina Machado auch nach der Preisverleihung gefordert. Neu ist das nicht, denn sie hatte auch im Wahlprozess zum Putsch gegen den venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro aufgerufen und zwar sofort nach ihrer Stimmabgabe, ohne dass die Auszählung auch nur begonnen hatte.

Dass Maduro nun als angeblicher Drogenhändler von den USA in Venezuela „festgenommen“ wurde, wobei das Land und vor allem Militäreinrichtungen auch massiv bombardiert wurden, gleicht dem Vorgehen seines Parteifreunds George H. W. Bush. Der hatte 1989 in Panama-Stadt einen Stadtteil dem Erdboden gleichgemacht, um Präsident Manuel Noriega in die USA zu entführen. Auch Noriega wurde Drogenhandel gerade in einer Zeit vorgeworfen, als zuvor bekannt geworden war, dass die USA über den Geheimdienst CIA tief in den „Irangate“ und damit auch in massiven Drogenhandel verstrickt waren.

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Venezuela: Chinesisches Außenministerium verurteilt Einsatz von Gewalt durch USA aufs Schärfste

Von RT DE – 3. Januar 2026

Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums ist „zutiefst schockiert“ und verurteilt aufs Schärfste den unverhohlenen Einsatz von Gewalt durch die USA gegen einen souveränen Staat und die Maßnahmen gegen dessen Präsidenten Nicolás Maduro. „Ära des Wiederaufbaus“

Am Samstagnachmittag gab ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums auf dem Portal X ein kritisches Statement über den Angriff der USA auf Venezuela ab. Demnach ist China „zutiefst schockiert und verurteilt den unverhohlenen Einsatz von Gewalt durch die USA gegen einen souveränen Staat und die Maßnahmen gegen dessen Präsidenten aufs Schärfste“.

Weiterhin stellen solche hegemonialen Handlungen der USA einen schwerwiegenden Verstoß gegen das Völkerrecht sowie die Souveränität Venezuelas dar und bedrohen den Frieden sowie die Sicherheit in Lateinamerika und der Karibik. Der Sprecher betont: „China lehnt dies entschieden ab.“

Das Außenministerium fordert daher „die USA auf, sich an das Völkerrecht und die Ziele und Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen zu halten und die Verletzung der Souveränität und Sicherheit anderer Länder zu unterlassen“.

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Trump: „Wir werden Venezuela bis zum geordneten Machtwechsel regieren“

Von RT DE – 3. Januar 2026

US-Präsident Donald Trump lobte auf seiner Pressekonferenz die Militäroperation gegen Venezuela. Dem vom US-Geheimdienst gekidnappten venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro warf er und sein Militär „falsches Verhalten“ gegenüber den USA vor. Die Aktion in Venezuela sei eine Warnung an alle, die US-Interessen widersprächen.

US-Präsident Donald Trump und führende US-Militärs berichteten nach dem nächtlichen Überraschungsangriff auf die venezolanische Hauptstadt auf einer Pressekonferenz über die Details der Militäroperation. Auch über deren Ziele und Folgen für die Welt äußerte sich Trump.

Trump lobte die gelungene Militäroperation. Es sei ein Angriff gewesen, wie ihn die Welt seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gesehen habe. Das gesamte venezolanische Militär sei bei der Gefangennahme von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro außer Gefecht gesetzt worden.

Trump warf Maduro und dessen Frau erneut vor, Drogenkriminelle zu sein, die die USA mit Drogen geflutet hätten. Bezüglich der Zukunft Venezuelas äußerte sich Trump dergestalt, dass die USA das Land bis zu einem „sicheren, richtigen und vernünftigen Übergang“ leiten würden.

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Fünf Erkenntnisse aus der „militärischen Sonderoperation“ der USA in Venezuela

Von Andrew Korybko – 3. Januar 2026

Der US-Militärschlag gegen Venezuela war erstaunlich erfolgreich und wird Washington wahrscheinlich dazu dienen, den Rest der Hemisphäre dazu zu zwingen, sich strategisch den USA zu unterwerfen.

Die USA starteten am Samstagmorgen eine halbstündige „militärische Sonderoperation” in Venezuela, die mit der Gefangennahme von Präsident Nicolas Maduro durch die Delta Force ihren Höhepunkt fand. Mehrere Militärstandorte wurden bombardiert, US-Hubschrauber flogen ungehindert über Caracas und demonstrierten auf surreale Weise die Luftüberlegenheit der USA. Berichten zufolge gab es keine US-Opfer. Die „militärische Sonderoperation” der USA war daher unabhängig von der persönlichen Meinung über ihren Wert ein erstaunlicher Erfolg. Hier sind fünf Erkenntnisse aus diesem Ereignis:

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1. Das große strategische Ziel der USA ist der Aufbau einer „Festung Amerika”

Hier wurde festgestellt, dass die Priorisierung der westlichen Hemisphäre in der Nationalen Sicherheitsstrategie ausschließlich dem Aufbau einer „Festung Amerika” dient, was die Wiederherstellung der Vorherrschaft der USA über Amerika bedeutet, damit das Land auch dann überleben und sogar florieren kann, wenn es die Kontrolle über die östliche Hemisphäre verliert. Das mag nicht sofort geschehen, aber die „militärische Sonderoperation“ der USA wird wahrscheinlich dazu führen, dass sie die Kontrolle über die Ölreserven Venezuelas, die größten der Welt, erlangen. Das würde dazu beitragen, die „Festung Amerika“ Wirklichkeit werden zu lassen.

2. Maduro hätte Trumps Angebot im Nachhinein annehmen sollen

Trump hatte zuvor behauptet, Maduro habe den USA „alles angeboten“, als er zu einem Bericht befragt wurde, wonach der venezolanische Staatschef zugestimmt habe, amerikanischen Unternehmen die Kontrolle über die Ressourcen seines Landes zu überlassen. Der einzige Knackpunkt schien Maduros politisches Schicksal zu sein, da Trump, wahrscheinlich auf Drängen von Marco Rubio (seinem mächtigen Außenminister und nationalen Sicherheitsberater), wollte, dass er ins Exil geht, während Maduro dies offenbar ablehnte. Im Nachhinein hätte er Trumps Angebot annehmen [besser noch: sich vorsorglich an einen geschützten Ort begeben und von dort den Widerstand organisieren; die GG-Red.] sollen, um dieses demütigende Ende zu vermeiden.

3. Der Ayatollah beobachtet wahrscheinlich alles sehr genau

Trump drohte kürzlich mit militärischen Maßnahmen gegen den Iran, um dessen jüngste Protestbewegung zu unterstützen, die sich als Reaktion auf die sich verschlechternde Wirtschaftslage des Landes gebildet hat, aber vermutlich teilweise von ausländischen Geheimdiensten in Zusammenarbeit mit lokalen Agenten orchestriert wurde. Die USA wollen nach der umstrittenen Niederlage Teherans gegen Israel im 12-tägigen Krieg im letzten Sommer eindeutig die vollständige strategische Kapitulation des Iran, und wenn die USA ihr Ziel nicht durch Diplomatie oder eine Farben-Revolution erreichen, könnten sie versuchen, auch den Ayatollah zu fassen.

4. Feindselige Medien werden wahrscheinlich versuchen, Russland zu diskreditieren

Venezuela verfügt über sowjetische/russische Waffen im Wert von schätzungsweise 20 Milliarden Dollar, darunter Suchoi-Kampfflugzeuge und S-300-Boden-Luft-Raketen, doch keine davon wurde gegen die USA eingesetzt (möglicherweise aufgrund der Bestechung hochrangiger Verteidigungsbeamter). Russland und Venezuela haben Ende letzten Jahres ebenfalls einen strategischen Partnerschaftspakt ratifiziert, der jedoch keine gegenseitigen Verteidigungsklauseln enthält. Dennoch werden diese beiden Faktoren wahrscheinlich von feindlichen Medien ausgenutzt werden, um Russland nach der „besonderen Militäroperation” der USA in Venezuela zu diskreditieren.

5. Führende Persönlichkeiten der alternativen Medien haben sich erneut diskreditiert

Einige führende Persönlichkeiten der alternativen Medien lügen über die Themen ihrer geopolitischen Hingabe, wie zum Beispiel, als sie behaupteten, die von Iran angeführte „Widerstandsachse” würde Israel in einem Krieg zerstören, bevor sie letztes Jahr eine Niederlage erlitten. Viele der „üblichen Verdächtigen” taten dasselbe in Bezug auf das, was Venezuela tun würde, wenn die USA es angreifen würden, nur um sich erneut zu diskreditieren, aber Tim Anderson hat den Vogel abgeschossen, als er die Lüge verbreitete, Russland habe Venezuela Oreshniks geliefert, mit der Andeutung, dass diese im Falle eines Angriffs eingesetzt würden.

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Die erstaunlich erfolgreiche „militärische Sonderoperation“ der USA in Venezuela bedeutet eine gewaltige geopolitische Veränderung, die Washington wahrscheinlich dazu dienen wird, den Rest der Hemisphäre zu einer strategischen Kapitulation zu zwingen, was zu einem beschleunigten Aufbau der „Festung Amerika“ führen könnte. Der Iran könnte bald Venezuela folgen, auch wenn der Ayatollah nicht wie Maduro gefangen genommen wird. Die Gemeinsamkeit zwischen beiden Ländern besteht darin, dass die USA beschlossen haben, ihre schwächeren Gegner auf der ganzen Welt, die sich ihnen nicht unterwerfen wollen, auszuschalten.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache]