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Bis hierher und nicht weiter! Wir protestieren gegen die rechtswidrigen Sanktionen gegen Oberst Jacques Baud und den Kriegskurs der EU


Fordert die Freilassung des sozialistischen Kriegsgegners Bogdan Syrotiuk aus einem ukrainischen Gefängnis!


Waffenstillstand sofort! Sofortiger Stopp aller Waffenlieferungen an die Ukraine! Kein Krieg gegen Russland! Abzug aller Atomraketen aus Europa!


Freiheit für Julian Assange! Aufruf des Komitees zur Verteidigung von Julian Assange und Chelsea Manning …


Kein Krieg gegen den Irak! – Kein Blut für Öl und Macht! Aufruf der Initiative gegen den Irak-Krieg vom November 2002…


Was das Diesel-Abkommen von Trump und Putin politisch bedeutet

Von Thomas Röper – 12. Oktober 2026

Das Diesel-Abkommen, laut dem Russland den USA Diesel liefern und die USA Sanktionen gegen russische Treibstoffexporte aufheben, hat das Potenzial, zu einem echten Bruch zwischen den USA und der EU zu führen.

Das große Thema der letzten Tage war das Diesel-Abkommen zwischen den USA und Russland, laut dem Russland früher als geplant mit der Aufhebung seines Exportverbots für Dieselkraftstoff beginnt und im Oktober 300.000 Tonnen Diesel, im November 500.000 Tonnen und im Dezember eine Million Tonnen an die USA und auf den Weltmarkt liefern wird. Damit Russland ungehindert Diesel exportieren kann, heben die USA bis April 2017 die Sanktionen auf, die den Verkauf russischer Erdölprodukte verbieten.

Russland war der zweitgrößte Diesel-Exporteur der Welt, bevor die Ukraine Anfang 2026 begonnen hat, im großen Stil russische Raffinerien anzugreifen, woraufhin Russland den Export von Diesel eingestellt hat, um die Versorgung des Binnenmarktes sicherzustellen. Laut dem Diesel-Abkommen will Russland sein Liefervolumen langfristig wieder auf zwei Millionen Tonnen pro Monat steigern, während die US-Regierung Lieferungen von russischem Diesel auf den Weltmarkt bis zum 7. April 2027 von den US-Sanktionen ausnimmt.

Das Abkommen hat eine Vorgeschichte, die wohl mindestens einen Monat zurückreicht. Schauen wir uns diese Vorgeschichte also einmal an, danach wird deutlicher, wie das Abkommen nun zu Stande gekommen ist. Anschließend schauen wir noch, was das Abkommen für die Beteiligten, also für Russland und die USA, und für die Betroffenen, also die EU und für die Ukraine, bedeutet, denn seine Folgen können einschneidend werden.

Die Vorgeschichte

Auch wenn viele Trumps Behauptung, der ukrainische Beschuss russischer Raffinerien habe den weltweiten Preisanstieg bei Diesel ausgelöst, belächeln, weil Trumps Krieg gegen den Iran als wichtigster Preistreiber bei Öl und Gas (und damit auch bei Benzin und Diesel) angesehen wird, hat Trump nicht Unrecht, denn der ukrainische Beschuss hat die russische Regierung im Sommer gezwungen, den Export von Diesel einzustellen. Und da Russland nach den USA der zweitgrößte Dieselexporteur der Welt ist, hat das die weltweiten Dieselpreise natürlich in die Höhe getrieben.

In den USA stehen im November die wichtigen Zwischenwahlen an und da der Dieselpreis bei US-Wahlen immer ein wichtiges Thema ist, suchte Trump nach Wegen, die Dieselpreise zu senken. Zunächst hat Trump Selensky immer wieder aufgefordert, die Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen, aber Selensky hat die Angriffe fortgesetzt. Und das nicht zuletzt dank und mit Unterstützung der Europäer, die darauf setzen, Russlands Öl- und Gasindustrie zu treffen, um Russland zu schwächen. Damit steht in Wahrheit die EU – und nicht Kiew – hinter den Angriffen auf russische Raffinerien, weil sie die Waffen dafür in ihren Ländern produzieren lässt und sie auch bezahlt.

Trump und Putin haben also ein gemeinsames Interesse daran, dass der Beschuss der russischen Raffinerien aufhört, weshalb das Diesel-Abkommen nicht wirklich überraschen kann.

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Ukrainekrieg: Nibelungentreue der deutschen Regierung

Kommentar von Marcus Klöckner – 12. Oktober 2026

Die deutsche Regierung setzt im Ukrainekrieg auf Nibelungentreue. Das wird nicht gut ausgehen. Zum schweren Nachteil Deutschlands hält die Merz-Regierung an einer Ukrainepolitik fest, die krachend gescheitert ist. Bald fünf Jahre Krieg zeugen von dem fatalen Kurs. Am Wochenende sind sogar Donald Trump und der ukrainische Präsident heftig aneinandergeraten. Mit ziemlich viel Wut im Bauch hat Trump Selenskyj vorgeworfen, den Krieg in der Ukraine zu verlängern. Das hätte für die deutsche Regierung ein Zeitpunkt sein können, kritische Worte an Selenskyj zu richten, um klarzumachen: Dieser Krieg wird auch auf Kosten der deutschen Steuerzahler geführt. Es kann und darf keine Blankovollmacht vonseiten Deutschlands geben. Doch: Das Gegenteil ist der Fall. Die deutsche Regierung bekräftigt ihre „Unterstützung“. Das ist ein katastrophaler Irrweg.

Die deutsche Regierung hat seit langem der Ukraine die Carte Blanche ausgehändigt. Ein Freibrief, um in dem Krieg mit dem Kopf durch die Wand zu wollen. Das ist eine unverantwortliche Sauerei gegenüber der deutschen Bevölkerung. Die als „Hilfen“ für die Ukraine klassifizierten Leistungen von deutscher Seite sollen sich bislang auf rund 100 Milliarden Euro belaufen. Eine schier unfassbare Zahl. Das ist Geld, das dringend in Deutschland benötigt würde.

Halten wir uns vor Augen:

  • Im Raum steht eine wie auch immer geartete Beteiligung der Ukraine an dem Anschlag auf Nordstream.
  • Immer wieder tauchen zudem Videos auf, die die brutalen Methoden der Rekrutierungsbeamten dokumentieren, Stichwort: Menschenrechte!
  • Selenskyj will nicht klein beigeben. Angestoßen durch eine nicht minder brutale, eiskalte westliche Tiefenpolitik, fließen seit Jahren gigantische Summen in die Ukraine. Die militärische Unterstützung der NATO-Staaten erweckt den Eindruck, die Ukraine könnte mit einem „Sieg“ aus dem Krieg hervorgehen.

Vonseiten der deutschen Regierung gibt es kein kritisches Wort gegenüber der ukrainischen Führung.

Als am Wochenende bekannt wurde, was sich hinter den Kulissen abspielt, wurde ein weiteres Mal klar, was Kritiker ohnehin seit langem anmahnen.

Die USA handeln im Ukrainekrieg aus eigenen Interessen. Es zählt, was dem Land dient. Gerade gehen in den USA die Dieselpreise durch die Decke. Das ist schlecht für die Laune im Land und damit auch für die Zustimmung gegenüber Trumps Politik.

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Warum die Drohungen des Westens gegen Kaliningrad so gefährlich sind

Von Andrew Day (Übersetzung: Thomas Röper) – 12. Oktober 2026

Die NATO provoziert Russland rund um Kaliningrad, worauf Russland mit der Warnung reagiert hat, die NATO solle diese Eskalationen einstellen, da der auf eine Aggression gegen Kaliningrad folgende Krieg „sehr kurz“ sein werde, was eine klare Drohung mit Atomwaffen war.

Dass die NATO Russland bei Kaliningrad immer heftiger provoziert, wird von westlichen Medien zwar verschwiegen, ist aber nicht zu bestreiten. NATO-Staaten führen bei Kaliningrad fast ununterbrochen Manöver durch, in denen sie die, Blockade, Bombardierung und Eroberung der russischen Exklave üben. Russland hat kürzlich eine deutliche Warnung an die NATO ausgesprochen, in der ausdrücklich auch der Einsatz von Atomwaffen zum Schutz der Exklave angekündigt wurde, über die ich berichtet habe.

Bei The American Conservative ist danach ein Artikel erschienen, der gut erklärt, warum Kaliningrad für Russland so wichtig ist, dass die russische Regierung bereit ist, zu Kaliningrads Schutz auch Atomwaffen einzusetzen. Und vor allem hat der Artikel sehr gut erklärt, warum die Einschätzungen aus dem Westen, Moskau bluffe nur, ausgesprochen gefährlich sind. Da man so etwas in deutschen Medien vergeblich sucht, habe ich den amerikanischen Artikel übersetzt. […]

Warum Putin wegen Kaliningrad mit einem Atomkrieg droht

von Andrew Day | American Conservative

Sollte die Welt in einem Konflikt um Kaliningrad, dieser winzigen russischen Exklave, die zwischen Polen, Litauen und der Ostsee eingeklemmt ist, in die Luft fliegen, gäbe es für die Überlebenden zumindest einen Lichtblick: Es wäre auf düster-humorvolle und ironische Weise amüsant.

Kaliningrad, oder Königsberg, wie die ehemals deutsche Stadt vor ihrer Eroberung durch die Sowjetunion im Jahr 1945 hieß, war der Geburtsort des Philosophen Immanuel Kant, dessen nachhaltigster Beitrag zur politischen Theorie der lange Aufsatz „Zum ewigen Frieden“ über internationale Beziehungen war. Darin skizziert Kant einige tiefgründige Ideen, die Regierungen umsetzen sollten, um nicht nur aktive Feindseligkeiten zu beenden, sondern auch die politischen Voraussetzungen für – nun ja – ewigen Frieden zu schaffen.

Der alte Kant veröffentlichte diesen hoffnungsvollen Aufsatz vor 231 Jahren und wäre sicherlich beunruhigt und enttäuscht über die Schlagzeilen der vergangenen Wochen. Die fesselndste stammte aus der New York Post: „Moskau droht mit nuklearer Reaktion wegen winziger Festung, die zwischen US-Verbündeten eingeklemmt ist, während die Angst vor einem Zusammenstoß wächst.“ (Die Post hat wirklich ein Händchen für solche Dinge, nicht wahr?)

Die Meldung der Associated Press beschrieb die jüngsten Entwicklungen treffender, wenn auch weniger dramatisch. „Russland warnt die NATO vor einer möglichen nuklearen Reaktion, sollte Kaliningrad unter Blockade kommen“, lautete die Schlagzeile. Was bringt die Russen also so in Wallung? Führende Russland-Experten erklärten gegenüber The American Conservative, dass Moskau der Exklave eine tiefgreifende strategische Bedeutung beimisst und eine Bedrohung durch den Westen sieht.

„Kaliningrad gibt Russland einen weiteren Warmwasserhafen an der Ostsee“, sagte Thomas Graham, Stipendiat beim Rat für Außenbeziehungen und ehemaliger Experte im Weißen Haus unter Präsident George W. Bush. „Außerdem beherbergt es wichtige militärische Ressourcen zur Verteidigung der russischen Interessen in der Region, darunter Seerouten von und nach Sankt Petersburg.“

Anatol Lieven vom Quincy Institut wies auf ein noch unmittelbareres russisches Interesse hin. „Russland ist besorgt, weil das international anerkanntes russisches Staatsgebiet ist“, sagte Lieven. „Jeder Angriff darauf oder jede Blockade ist daher rechtlich gesehen ein Kriegshandlung gegen die Russische Föderation, auf die die russische Regierung reagieren, oder eine schwere Demütigung hinnehmen müsste.“

Das sind wichtige Punkte, die kaum ein Experte bestreiten würde. Was Graham und Lieven jedoch wirklich auszeichnet, ist ihre Fähigkeit, aus russischer Sicht eine westliche Bedrohung für Kaliningrad zu erkennen und diese ernst zu nehmen. Nach den Äußerungen beider Männer zu urteilen, hat Russlands Präsident Wladimir Putin die nuklearen Drohungen nicht leichtfertig ausgesprochen.

„In einigen NATO-Staaten wurde darüber spekuliert, Kaliningrad zu blockieren, das heißt, die Region auf dem Land- und Seeweg vom Rest Russlands zu isolieren“, sagte Graham. „Putin würde eine Blockade als Kriegshandlung gegen Russland betrachten. Deshalb stellt er sicher, dass Europa versteht, dass er russisches Territorium mit allen notwendigen Mitteln verteidigen wird, wozu auch Atomwaffen gehören könnten.“

Moskau neigte bereits vor dem Ausbruch der jüngsten Spannungen zwischen Russland und dem Westen dazu, Kaliningrad als einer Gefahr von Übergriffen der NATO ausgesetzt zu betrachten. „Die NATO-Erweiterung um Polen, Litauen, Schweden und Finnland bedeutet, dass Kaliningrad nun sowohl zu Lande als auch zu Wasser von NATO-Staaten umgeben ist“, merkte Lieven an.

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US-Kriegsminister Hegseth plant Liveübertragung einer Hinrichtung

Von Evan Blake – 11. September 2026

Die Ankündigung von Kriegsminister Pete Hegseth, dass das Pentagon die Hinrichtung von Nidal Hasan durch ein Erschießungskommando live im Internet übertragen will, ist ein Meilenstein im Abstieg des amerikanischen Staates in die faschistische Barbarei.

Im Jahr 2009 hat Hasan, ein ehemaliger Militärpsychiater, auf dem US-Militärstützpunkt Fort Hood in Texas 13 Menschen getötet. Der Plan für die Liveübertragung hat weltweit Entsetzen ausgelöst.

Hasan soll am 3. Dezember von einem militärischen Erschießungskommando erschossen werden. Es wäre die erste Hinrichtung durch das US-Militär seit 1961 und die erste in den Vereinigten Staaten, die öffentlich übertragen wird. In einem Interview mit dem rechtsextremen Sender „Real America’s Voice“ versprach Hegseth, „dafür [zu] sorgen, dass die Menschen dabei zusehen können“, denn „die Menschen müssen verstehen, dass solche Taten schwerwiegende Konsequenzen haben“. Das UN-Menschenrechtsbüro hat erklärt, dass eine solche Übertragung gegen das absolute Folterverbot verstößt.

Hegseths Interviewpartner war Jack Posobiec, ein faschistischer Propagandist, der am Putschversuch vom 6. Januar beteiligt war. Die Conservative Political Action Conference 2024 eröffnete Posobiec mit den Worten: „Willkommen am Ende der Demokratie. Wir sind hier, um sie vollständig zu stürzen.“

Mit Trumps Zustimmung entschied sich Hegseth für die unkonventionelle Hinrichtungsmethode des Erschießungskommandos und erklärte: „Nun, ich mag irgendwie die Mentalität, die wir im Zweiten Weltkrieg hatten.“ Die US Army ließ während dieses Krieges die meisten der von ihm hingerichteten Soldaten hängen – viele davon durch einen einzigen Henker der Armee – und griff nur selten auf ein Erschießungskommando zurück. Hitlers Wehrmacht hingegen setzte das Erschießungskommando zur Durchsetzung von Gehorsam ein und ließ mehr als 18.000 ihrer eigenen Soldaten erschießen. Die nationalsozialistischen Besatzer führten zudem in ganz Polen und der Sowjetunion öffentliche Massenhinrichtungen durch Erhängen durch, fotografierten diese und verbreiteten die Aufnahmen als abschreckende Warnungen. Es ist diese „Mentalität“, die Hegseth bewundert und die er nachzuahmen versucht.

Welchem Zweck dient dieses Spektakel?

Es wird zunächst für die rückständigsten und verkommensten Schichten der amerikanischen Gesellschaft inszeniert. Diese Leute umwirbt Trump bei seinen Kundgebungen, die immer neue Tiefpunkte erreichen – sofern das überhaupt möglich ist. Bei einem Auftritt am Mittwoch in der texanischen Stadt San Antonio prahlte Trump vor der Menge: „Wir werden mit einem bösen Mörder endgültig abrechnen.“ Der darüber hinaus gehende Zweck besteht darin, die Bevölkerung zu verrohen und sie in die staatlichen Tötungen zu verwickeln.

Der Mann, der diese öffentliche Hinrichtung inszeniert, ist ein Sadist. Hegseth gehört einem kirchlichen Netzwerk an, das von dem selbsternannten christlichen Nationalisten Doug Wilson mitbegründet wurde. Zu seinen Tätowierungen gehört die neofaschistische Parole „Deus Vult“ (lateinisch für „Gott will es“), der Schlachtruf der mittelalterlichen Kreuzzüge gegen die muslimische Welt. Bei einem im März live übertragenen Gottesdienst im Pentagon bat er Gott um „überwältigender Gewalt gegen diejenigen, die keine Gnade verdienen“.

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Das vergiftete Geschenk des Pistorius

Von Stavos Arabatzis – 11. Oktober 2026

Ausschnitt aus dem Gemälde Pandora (1896) von John William Waterhouse. Bild: Art Renewal Center/public domain

„Unsere gesamte Art zu leben, ist ein Geschenk. Aber eines, das wir jeden Tag verteidigen müssen.“ Für dieses „Geschenk‟ muss man das eigene Leben auf dem Hochaltar der demokratisch-kapitalistischen Religion opfern.

Wie jedes Jahr warten auch dieses Jahr die meisten Menschen in Deutschland auf ihr Weihnachtsgeschenk, das sie aber längst erhalten haben, aber davon offenbar nichts wissen, und zwar in der Form der Demokratie. Ein Geschenk, an das Pistorius anlässlich der Schülerinnen- und Schülerprotestes gegen die Wehrdienstreform erinnert hat:

„Allein schon die Tatsache, dass Ihr morgen überall in Deutschland auf die Straße geht, zeigt, was in unserem großartigen Land möglich ist. Jeder kann gegen und für alles demonstrieren. Die Meinungsfreiheit ist eine große Errungenschaft unserer Demokratie. Aber nicht nur die: Unsere gesamte Art zu leben, ist ein Geschenk. Aber eines, das wir jeden Tag verteidigen müssen. Und zwar nach innen gegen die Feinde der Demokratie, aber auch nach außen. Und wenn wir, wenn Ihr in Zukunft, also in zehn, 20 oder 30 Jahren, noch genauso leben wollt wie heute, das heißt, Ihr dürft glauben, an was Ihr wollt, Ihr könnt lieben, wenn Ihr wollt, Ihr könnt Euch bewegen, wie Ihr wollt und könnt demonstrieren, für was immer Ihr wollt, dann müsst Ihr dafür eintreten wollen ….‟

Damit wiederholt Pistorius im ersten Teil seiner Rede eine Formulierung von Georg W. Bush, der als Reaktion auf die Massendemonstrationen gegen den Irak-Krieg anlässlich seines London-Besuchs sagte: „Sehen Sie, genau dafür kämpfen wir: Dass das, was Sie hier tun – gegen die Politik der Regierung zu protestieren – auch im Irak möglich wird!‟ Gerade Kritik, Protest und Demonstration sind nämlich der Beweis für die Stärke der metaphysischen Begriffe (Freiheit, Demokratie oder westliche Werte), die Pistorius mit seinem „Geschenk‟ noch einmal dogmatisch radikalisiert.

Pistorius, der auf den alten biblischen Gott nicht mehr vertrauen kann, schweigt freilich über den metaphysischen Empfang dieses neuen „Geschenks‟. Er will nicht angeben, wo und wann, unter welchen Bedingungen und mithilfe welcher Kräfte „wir‟ dieses „Geschenk‟ einmal empfangen haben. Genauer: nach dem zweiten Weltkrieg dieses „Geschenk‟ von den Siegermächten empfangen mussten. Er enthistorisiert dieses „Geschenk‟, reißt es aus dem historisch-gesellschaftlichen und ökonomisch-politischen Zusammenhang heraus, um es dann göttlich, mystisch und mythisch zu überhöhen – etwas, das einmal Montaigne und Pascal als den „mystischen Grund der Autorität‟ bezeichnet haben.

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Warum die Verleihung des diesjährigen Friedensnobelpreises die Spaltung des Westens dokumentiert

Von Thomas Röper – 10. Oktober 2026

Dieses Jahr bekommt eine Juristin den Friedensnobelpreis, die Völkermörder verurteilt hat und Israels Vorgehen in Gaza als Völkermord einstuft. Da der Preis ein Propaganda-Instrument der europäischen Staaten ist, zeigt die Verleihung, wie tief der Westen gespalten ist, denn die Auswahl der Preisträgerin ist ein Affront gegen Trump und Netanjahu.

Um zu verstehen, warum ich den Friedensnobelpreis als “Propaganda-Instrument der europäischen Staaten” bezeichne, müssen wir uns zunächst anschauen, wer die Preisträger nach welchen Kriterien auswählt. Danach kommen wir zur aktuellen Preisträgerin und der Frage, was die diesjährige Verleihung bedeutet.

Wie der Friedensnobelpreis verliehen wird

Anders als alle anderen Nobelpreise, die in Stockholm an von Experten vorgeschlagene Wissenschaftler vergeben werden, erfolgt die Verleihung des Friedensnobelpreises im Rathaus von Oslo. Der Friedensnobelpreisträger wird von einem fünfköpfigen Komitee, dem Norwegischen Nobelkomitee, ausgewählt.

Die Mitglieder des Komitees werden vom norwegischen Parlament für einen Zeitraum von sechs Jahren ernannt, wobei sich die politische Zusammensetzung des Parlaments dabei naturgemäß auch in der Zusammensetzung des Komitees widerspiegelt. Die Sitzungen des Komitees müssen nicht protokolliert und seine Entscheidungen müssen nicht gerechtfertigt werden.

Da die Mitglieder des Komitees damit alle vom Parlament eines europäischen Staates ernannt werden und die politische Wirkung der Verleihung des Friedensnobelpreises natürlich allen klar ist, erklärt sich auch, warum alle Preisträger weniger ihre Verdienste für den Frieden als ihre Treue zu den politischen Zielen der europäischen Staaten eint, wie auch die Beispiele von Preisträgern der letzten Jahre zeigen, die wir uns am Ende dieses Artikels anschauen.

Früher, als der Westen noch politisch geeint war, konnte man sagen, dass der Friedensnobelpreis im Grunde der „NATO-Preis“ war, mit dem Menschen geehrt wurden, die in irgendeiner Form wichtig für die Interessen der NATO waren. Seit Trump und die Europäer im offenen Streit liegen und viele EU-Staaten nur mit größter Mühe davon abgehalten werden können, Israel für seinen Völkermord in Gaza und dem Westjordanland mit Sanktionen zu bestrafen, ist es um die Einheit des Westens bekanntlich schlecht bestellt.

Wer ist die Preisträgerin Navi Pillay?

Daher haben die Europäer den Friedensnobelpreis in diesem Jahr an die 85-jährige Navi Pillay verliehen, die in ihrer Laufbahn unter anderem Richterin am Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) und UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte war. Sie hat den Unmut von Trump und Netanjahu auf sich gezogen, weil eine von ihr geleitete UNO-Untersuchungskommission im September 2025 zu dem Schluss kam, dass Israel in Gaza einen Völkermord begeht, weil das Ausmaß der Tötungen und Zerstörungen sowie dem Einsatz von Hunger als Kriegswaffe gegen die palästinensische Bevölkerung in Gaza zeigt, dass Israel die Palästinenser zumindest teilweise vernichten will, was entmenschlichenden Äußerungen führender israelischer Politiker bestätigen.

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Wenn der Spiegel eine „eigene Recherche“ veröffentlicht, ist das von Geheimdiensten durchgestochenes Material

Von Thomas Röper – 10. Oktober 2026

Der Spiegel hat eine „eigene Recherche“ über die angebliche russische Täterschaft beim angeblichen Drohnenvorfall von Leipzig veröffentlicht, nur kann das keine Spiegel-Recherche sein, sondern der Spiegel hat im Auftrag der Regierung das veröffentlicht, was die Menschen glauben sollen.

Ich bezeichne den Spiegel gerne als „Pressesprecher der Geheimdienste“ oder auch „Pressesprecher der Regierung“, weil das Blatt nicht nur die Narrative der deutschen Regierung und Geheimdienste stützt – womit der Spiegel beweist, dass er weder ein kritisches noch ein regierungsfernes Medium ist – sondern auch immer wieder von Regierung und Behörden Informationen bekommt, die er eigentlich gar nicht bekommen dürfte.

Der Spiegel und seine Partner

Das Ergebnis sind dann Artikel, die der Spiegel reißerisch als „eigene Recherchen“veröffentlicht, die er angeblich mit Partnerorganisationen durchgeführt hat. Dass dabei Daten veröffentlicht werden, die sie ohne Hilfe der Dienste gar nicht haben können, wie beispielsweise Informationen über Visaanträge, Grenzübertritte in westlichen Staaten und ähnliches, zeigt, dass es sich dabei nicht um eigene Recherchen handelt, sondern dass sich der Spiegel und seine Partner von westlichen Regierungen und Geheimdiensten benutzen lassen, um deren Narrative als eigene Recherchen zu verbreiten.

Nun gibt es ein weiteres Beispiel aus dieser Serie. Der Spiegel hat einen Artikel veröffentlicht, für den er zusammen mit der russischen Exil-Plattform The Insider recherchiert haben will, mit der der Spiegel oft zusammenarbeitet.

The Insider wurde schon immer komplett aus dem Westen finanziert, damit das Portal bei Bedarf die sogenannten „Recherchen” liefert, die die Narrative des Westens untermauern. Dass The Insider aus dem Westen finanziert wird, ist weder meine Erfindung, noch „russische Propaganda“, das hat der Spiegel vor Jahren selbst offen zugegeben. 2019 konnte man im Spiegel erfahren, dass The Insider zur Finanzierung seiner Arbeit etwa zehntausend Dollar im Monat braucht und dass er dafür auf ‘ausländische Stipendien’ setzt”.

Wie heißt es so schön? Wessen Geld ich bekomm, dessen Lied ich sing …

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Der russisch-amerikanische Diesel-Deal treibt Trumps „Strategie der Verweigerung“-gegenüber China voran

Von Andrew Korybko – 10. Oktober 2026

China hat es abgelehnt hat, die Multipolarität radikal voranzutreiben, indem es sich den US-Sanktionen gegen Russland nicht widersetzte und die Ukraine nicht vom Verkauf von Drohnen ausschloss. Daher ist es eine Art poetische Gerechtigkeit, dass Russland die Druckkampagne der USA gegen China durch eine ressourcenorientierte Annäherung an die USA nun radikal verschärft. Das könnte Chinas Weg zur Supermacht zum Scheitern bringen.

Trump gab am Freitag bekannt, dass er mit Putin ein Abkommen geschlossen habe, wonach „Russland unverzüglich über 300.000 Tonnen Dieselkraftstoff an den amerikanischen und globalen Markt liefern wird, weitere 500.000 Tonnen im Laufe des Monats November und 1.000.000 Tonnen unmittelbar danach. Darüber hinaus wird Russland, je nach Zustand seiner Dieselraffinerien, innerhalb kurzer Zeit 3.000.000 Tonnen Dieselkraftstoff liefern.“ Dies ist ein weiterer Schritt in Richtung ihrer seit langem verhandelten, ressourcenorientierten Annäherung.

Der Kern dieser Entwicklung wurde erstmals im November 2024 hier angedeutet, im Januar 2025 kurz vor Trumps Rückkehr ins Amt hier näher erläutert und zuletzt Anfang Oktober inmitten der jüngsten Berichte über mögliche US-Beteiligungen an Nord Stream hier ausführlich dargelegt. Zur Zusammenfassung für Gelegenheitsleser, die diese Analysen hier und hier aus dem Dezember für weitere Details einsehen können: Russland und die USA haben gemeinsame Interessen an einer Stärkung ihrer Zusammenarbeit im Rohstoffbereich, die weit vor dem Dritten Golfkrieg liegen.

Im Grunde möchte Russland präventiv jede potenziell unverhältnismäßige Abhängigkeit von China abwenden, die durch die beispiellosen Sanktionen des Westens in den letzten fast fünf Jahren hervorgerufen wurde, während die USA dieses Ziel parallel dazu vorantreiben wollen, China den Zugang zu weiteren russischen Rohstoffvorkommen zu verwehren. Im Hinblick auf das zuletzt genannte Interesse würden amerikanische Investitionen (und möglicherweise später auch die ihrer von Sanktionen befreiten asiatischen Verbündeten wie Indien, Japan und Südkorea) in solche Vorkommen diese ipso facto China vorenthalten.

Das große strategische Ziel, das die USA verfolgen, wurde von Elbridge Colby, dem derzeitigen Unterstaatssekretär für Politik im Kriegsministerium und als Vordenker hinter NATO 3.0 sowie der ergänzenden US-Strategie „Pivot (back) to (East) Asia“ zur stärkeren Eindämmung Chinas geltenden, als „Strategie der Verweigerung“ beschrieben. Ihre Kontrolle über Venezuelas Ölexporte und der Einfluss ihrer (unvollkommenen) Blockade auf die Energieexporte aus der Golfregion – sowohl aus dem Iran als auch aus den arabischen Königreichen – versetzen die USA in die Lage, Chinas Aufstieg zur Supermacht zu verlangsamen.

Etwa die Hälfte der für seinen Antrieb benötigten ausländischen Energie unterliegt mittlerweile in gewissem Maße dem Einfluss der USA, und die Wiederholung dieses Ansatzes durch für beide Seiten vorteilhafte Rohstoffabkommen mit Russland im Rahmen des ukrainischen Friedensprozesses wird die Druckkampagne der USA gegen China radikal verschärfen. Das ultimative Ziel besteht darin, China zu einem einseitigen Handelsabkommen zu zwingen, das seinen Aufstieg zur Supermacht begrenzen und es stattdessen zur bedeutendsten Großmacht unterhalb der USA machen würde, um die systemische Herausforderung, die es darstellt, zu beenden.

Russische Regierungsvertreter werden dies niemals öffentlich zugeben, aber man kann vernünftigerweise davon ausgehen, dass sie von China zutiefst enttäuscht sind, weshalb ihr Land den Plänen der USA folgt. China hat sich nicht nur dem Sanktionsdruck der USA gebeugt, indem es sich aus einem großen Energieprojekt zurückgezogen hat, sondern auch die von ihm gehosteten Banken der BRICS und der SCO halten sich erschreckenderweise an diese Beschränkungen, und China verkauft der Ukraine bis heute Drohnen, Ersatzteile und Glasfaserkabel, um den Stellvertreterkrieg der NATO gegen Russland auf unbestimmte Zeit aufrechtzuerhalten.

Durch seine Weigerung, sich den US-Sanktionen gegen Russland zu widersetzen und die Ukraine vom Drohnenverkauf auszuschlie0en, hat China es versäumt, die Multipolarität radikal voranzutreiben. Es ist daher wohl eine Art poetische Gerechtigkeit, dass Russland die Druckkampagne der USA gegen China durch eine ressourcenorientierte Annäherung an die USA nun drastisch verschärft, was Chinas Weg zur Supermacht zum Scheitern bringen wird. China hatte die Chance, die Weltordnung mitzuprägen, indem es sich hinter Russland stellte, hat dies aber abgelehnt; nun prägt Russland sie stattdessen, indem es sich [vorerst; die Red.] hinter die USA stellt.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Christliches (Über)Leben unter Israelischer Besatzung 

Von Hassan Al Khalaf – 9. Oktober 2026

Kardinal Pierbattista Pizzaballa und Abt Nikodemus Schnabel am Pfingstsonntag in der Dormitio- Abtei in Jerusalem (Foto: Pascal Franz)

Die christliche Minderheit in Gaza und im Westjordanland ist von Bombardierungen, Pogromen und ethnischer Vertreibung nicht ausgenommen. Auch wenn Netanjahu behauptet, Beschützer der Christen im Heiligen Land zu sein, wurden bereits alle Kirchen in Gaza bombardiert und christliche Palästinenser vom IDF und illegalen Siedlern bedroht. Der palästinensische Pastor Munther Isaac versucht seit langem, Licht auf das Leid seiner Gemeinde zu werfen, stößt bei westlichen Kirchen jedoch nur auf Ignoranz. 

In der Nacht zum 3. Oktober wurden erneut Wohnviertel in Gaza-Stadt trotz Waffenruhe beschossen. Vier Frauen, zwei Mütter und zwei Töchter wurden schlafend getötet, darunter die beiden Christinnen Maysa Abu Dawud mit ihrer Tochter Mary und ihre Nachbarn, die Dozentin Yasmin al-Boubou mit ihrer älteren Mutter Halloum al-Boubou. 

Die Beisetzung der christlichen Frauen an der St. Phorphyrius-Kirche, eine der ältesten Kirchen überhaupt, brachte sowohl Christen als auch Muslime zusammen, um den letzten Opfern zu Gedenken, wie Reuters berichtet. Der 14-Jährige Fouad Al-Najjar, der seine Mutter und Großmutter verlor, befand sich auch unter den Trauernden in der grieschich-orthodoxen Kirche. „Die Besatzungsmacht unterscheidet nicht zwischen einem Muslim und einem Christen. Ich persönlich habe viele Menschen verloren, die mir sehr nah waren“, teilt der Junge, der unter diesem Krieg aufwachsen musste, mit der staatlichen Nachrichtenagentur der Türkei, Anadolu Ajansi, mit.

Die beiden Frauen bleiben ihren Familienangehörigen und Freunden als hilfsbereite und fürsorgliche Mitmenschen in Erinnerung. Als der Krieg begann und zahlreiche Menschen zur Flucht aufgefordert wurden, fanden sie in den Kirchen Gazas Zuflucht, wo die zwei Gläubigen ehrenamtlich aushalfen, erzählen die Sanitäter und Gäste Reuters. Besonders für Ältere, Verletzte und körperlich Beeinträchtigte, die nicht so schnell fliehen konnten, waren die Gotteshäuser essentiell. 18 dieser Schutzsuchenden wurden am 19. Oktober 2023 bei einem Israelischem Luftangriff auf die Kirche getötet und 20 weitere verletzt. Auch die einzige katholische Kirche in Gaza, die Kirche der Heiligen Familie, die der biblischen Flucht von Maria, Joseph und Jesus nach Ägypten gedenkt, wurde mehrmals zum Ziel israelischer Angriffe. Eine ehrenamtliche Köchin wurde gemeinsam mit ihrer älteren Mutter während der Adventszeit 2023 von IDF-Snipern im Hof der Kirche erschossen. Vier Zivilisten, die in der Schule der Kirche Zuflucht suchten, wurden im Juli 2024 bombardiert. Zehn Zivilisten, darunter der Pfarrer der Gemeinde, wurden im Juli 2025 durch Beschuss der IDF-Panzer der Kirche verletzt und drei weitere getötet. 

Das Christkind unter Trümmern 

Der lutherische Pastor Munther Isaac verurteilt alle Gräueltaten an seinem Volk scharf. Seit Kriegsbeginn stellt er jedes Jahr eine bestimmte Krippe in der Weihnachtskirche von Bethlehem auf: Das Christkind inmitten von Trümmern, umhüllt mit einer palästinensischen Kufiya. „Wenn Christus heute geboren wäre, kommt er unter Kriegstrümmern und israelischen Bomben zur Welt“, mahnt der Pastor. Er sieht große Parallelen zum Leben Jesu und wie Palästinenser heute leben müssen. Wie Isaac und andere Palästinenser ist auch Christus unter Besatzung und Fremdherrschaft geboren. Mit seinen Eltern war Jesus schon als Säugling auf der Flucht. Der einzige Weg nach Ägypten führte damals über Gaza. Deshalb versucht Isaac unermüdlich, Christen aus dem Westen klarzumachen, dass Jesus ebenso von israelischen Luftangriffen bedroht wäre. 

„Christen sind keine separate Gruppe. Wir sind Palästinenser mit christlichem Glauben. Alles, was den Palästinensern angetan wird, trifft auch uns“, beharrt der Pastor. Es frustriert ihn, wenn Akademiker von “Christen, Juden und Muslimen” sprechen, als wären es drei unabhängige Gruppen, erzählt er im Gespräch. Eine Aufteilung, die sich nicht mit der Realität deckt. Christen in Palästina besitzen arabisch als Muttersprache, benutzen ebenfalls den Namen „Allah“ für Gott und sind genauso von israelischer Gewalt betroffen, wie alle Palästinenser, die unter israelischer Besatzung leben.

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Ukraine, Iran und Diesellieferungen

Worüber Putin und Trump in ihrem Telefonat gesprochen haben

Übersetzung: Thomas Röper – 10. Oktober 2026

Es gab wieder ein Telefonat zwischen den Präsidenten Trump und Putin, das anderthalb Stunden gedauert hat. Worüber haben sie gesprochen?

Am Freitagabend fand wieder ein Telefonat zwischen den Präsidenten Trump und Putin statt, das das anderthalb Stunden gedauert hat. Präsident Trump sprach danach in einem Post auf TruthSocial von einem sehr „erfolgreichen Gespräch“. Später teilte er noch mit, er habe sich mit Putin auf Diesellieferungen in die USA geeinigt. Das sei ein großer Deal, der gigantische Lieferungen in die USA bringe, das sei Diesel, den die USA dringend bräuchten. Dafür dankte er Putin überschwänglich.

Auf russischer Seite fand nach dem Telefonat der Präsidenten eine Telefonkonferenz statt, auf der Juri Uschakow, der außenpolitische Berater von Präsident Putin, die Journalisten über das Telefonat informierte, am Ende stellten einige Journalisten noch Fragen. Ich habe diese Telefonkonferenz, deren Mitschrift, wie in Russland üblich, auf der Seite des Kreml veröffentlicht wurde, übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Uschakow: Ich möchte mit einem kurzen Hintergrundbericht beginnen und Ihnen einen kleinen Einblick in die „Küche“ gewähren, in der das „Gericht“ namens „Telefonat zwischen den Präsidenten Russlands und der USA“ zubereitet wurde.

Am Nachmittag des 7. Oktober haben Steve Witkoff, der Sondergesandte des US-Präsidenten, und ich telefoniert. Er bat darum, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin herzliche Glückwünsche und die besten Wünsche von US-Präsident Donald Trump zu übermitteln. Steve Witkoff bat zudem darum, seine eigenen sowie die besten Wünsche von Jared Kushner an unseren Präsidenten anzuschließen, für den er aufrichtigen Respekt hegt und auf ein baldiges Treffen mit ihm hofft.

Steve Witkoff teilte auch mit, dass der US-Präsident Wladimir Putin gerne persönlich telefonisch gratulieren wolle und wir suchten in den Terminkalendern beider Präsidenten – unter Berücksichtigung des Zeitunterschieds zwischen Moskau und Washington sowie der Tatsache, dass der russische Präsident am Morgen des 8. Oktober zum GUS-Gipfel nach Turkmenistan aufbrach – nach einem geeigneten Zeitfenster. Schließlich einigten wir uns darauf, dass der günstigste Zeitpunkt für ein Gespräch unmittelbar nach der Rückkehr unseres Präsidenten von dieser Reise wäre.

Präsident Trump verschob einige seiner für heute bereits geplanten Termine, und so kam es am späten Abend des 9. Oktober zu diesem Telefonat.

Natürlich gratulierte Donald Trump Wladimir Putin sofort herzlich zum Geburtstag, sprach ihm unformell seine Wünsche für Erfolg und Wohlergehen aus und vergaß auch nicht, Grüße von seiner Ehefrau Melania zu übermitteln.

Wladimir Putin dankte seinem amerikanischen Kollegen für die Glückwünsche und die freundlichen Worte an seine Adresse und betonte, dass wir die Aufmerksamkeit schätzen, die der US-Präsident und sein Team dem Dialog mit Russland widmen, obwohl innenpolitische Angelegenheiten und Themen im Nahen Osten sie sehr in Anspruch nehmen.

Was den eigentlichen Inhalt des Gesprächs betrifft, so kann ich, sehr geehrte Kollegen, Ihre Neugier natürlich nicht befriedigen und die konkreten Fragen, über die die Präsidenten gesprochen haben, im Detail offenlegen.

Einen bemerkenswerten Punkt des Gesprächs nenne ich dennoch, das sind die Dankesworte unseres Präsidenten an die First Lady der USA für ihr aktives humanitäres Engagement und insbesondere für ihren Beitrag zu den Bemühungen, Kinder, die im Zuge des Ukraine-Konflikts von ihren Familien getrennt wurden, wieder mit ihren Familien zu vereinen.

Was die geäußerten Besorgnis über die humanitäre Lage in der Stadt Aljoschki im Gebiet Cherson angeht, wurde vereinbart, dass die Menschenrechtsbeauftragte Jana Lantratowa in ständigem Kontakt mit dem Stab von Melania Trump stehen wird.

Die Präsidenten beider Länder sprachen ausführlich über die Vorbereitung umfassender wirtschaftlicher Initiativen, einschließlich möglicher Lieferungen russischer Erdölprodukte auf den amerikanischen und den Weltmarkt. Dazu haben die Präsidenten Russlands und der USA übrigens bereits spezielle Erklärungen abgegeben. Zudem wurde Zufriedenheit über die zwischen den Ländern bestehenden Kommunikationskanäle auf Ebene der Verwaltungen, der Geheimdienste und anderer Behörden geäußert.

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