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Bis hierher und nicht weiter! Wir protestieren gegen die rechtswidrigen Sanktionen gegen Oberst Jacques Baud und den Kriegskurs der EU


Fordert die Freilassung des sozialistischen Kriegsgegners Bogdan Syrotiuk aus einem ukrainischen Gefängnis!


Waffenstillstand sofort! Sofortiger Stopp aller Waffenlieferungen an die Ukraine! Kein Krieg gegen Russland! Abzug aller Atomraketen aus Europa!


Freiheit für Julian Assange! Aufruf des Komitees zur Verteidigung von Julian Assange und Chelsea Manning …


Kein Krieg gegen den Irak! – Kein Blut für Öl und Macht! Aufruf der Initiative gegen den Irak-Krieg vom November 2002…


Die NATO steht vor einem Dilemma: Soll sie sich Trumps geplanter Seekoalition für den Hormus-Kanal anschließen?

Von Andrew Korybko – 17. März 2026

Trump deutete an, dass er der NATO den Verkauf von Waffen für den Transfer in die Ukraine verweigern könnte, sollte sie seine Forderung ablehnen. Das würde Russland wahrscheinlich den Sieg bescheren, den die NATO-Staaten seit inzwischen vier Jahren zu verhindern versuchen; andererseits wollen sie aber auch keine militärischen Verluste gegenüber dem Iran riskieren, die die Karrieren ihrer Politiker ruinieren könnten.

Trump warnte in einem Interview mit der Financial Times: „Wenn es keine Antwort gibt oder wenn es eine negative Antwort ist (auf seine vorgeschlagene Hormus-Marinekoalition), denke ich, dass das sehr schlecht für die Zukunft der NATO sein wird … Wir haben so etwas wie die NATO. Wir waren sehr nett. Wir hätten ihnen in der Ukraine nicht helfen müssen. Die Ukraine ist Tausende von Kilometern von uns entfernt … Aber wir haben ihnen geholfen. Jetzt werden wir sehen, ob sie uns helfen. Denn ich habe schon lange gesagt, dass wir für sie da sein werden, aber sie nicht für uns. Und ich bin mir nicht sicher, ob sie da sein werden.“

Die bedrohliche Andeutung ist, dass Trump möglicherweise aufhören könnte, „der NATO in der Ukraine-Frage zu helfen“, was darin bestehen könnte, ihnen keine Waffen mehr für den Transfer in dieses Land zu verkaufen, wenn sie sich nicht an seiner vorgeschlagenen Hormuz-Seekoalition beteiligen und „einige böse Akteure an der [iranischen] Küste ausschalten“. Dies bringt die NATO in ein Dilemma, da ihr Ziel darin besteht, den Ukraine-Konflikt so lange aufrechtzuerhalten, bis in den USA eine neue antirussische Regierung an die Macht kommt, sie aber auch keine militärischen Verluste gegenüber dem Iran riskieren will.

Der Konflikt kann nicht weitergehen, wenn sich die USA zurückziehen, doch der Tod von Soldaten in einem weit entfernten Kriegsgebiet – insbesondere ein Ereignis mit zahlreichen Opfern, wie etwa die Versenkung eines ihrer Schiffe durch den Iran – könnte Unruhen auslösen und die Karrieren derjenigen, die dies genehmigt haben, bei den nächsten Wahlen ruinieren. Dieses Dilemma hat noch eine weitere Ebene: Wenn man den USA nicht dabei hilft, die Meerenge wieder zu öffnen, bleiben die Ölpreise länger hoch, was wiederum mehr Wähler verärgert; es könnte aber auch dazu führen, dass die USA ihre vorübergehende Sanktionsausnahme für russisches Öl verlängern, was die EU ablehnt.

Die NATO muss sich daher entscheiden, ob sie den USA bei der Sicherung der Meerenge hilft – auf die Gefahr hin, militärische Verluste gegenüber dem Iran zu erleiden, mögliche Unruhen zu riskieren und die Karrieren derjenigen zu ruinieren, die dies genehmigt haben – oder ob sie sich weigert, wodurch sie riskiert, dass die USA ihre Waffenlieferungen an die Ukraine einstellen und die USA möglicherweise ihre Ausnahmeregelung für russisches Öl verlängern. Die erste Option ist mit militärischen und politischen Kosten verbunden, während die zweite wirtschaftliche (länger anhaltend höhere Ölpreise) und rufschädigende Kosten (Verschlechterung der Beziehungen zu den USA und ein möglicher russischer Sieg in der Ukraine) mit sich bringt.

Objektiv betrachtet ist nicht zu erwarten, dass die USA ihre Streitkräfte vollständig aus Europa abziehen, sollte die NATO sich Trumps vorgeschlagener Seekoalition für den Hormuz-Kanal nicht anschließen; somit sind die Kosten dieses zweiten Szenarios überschaubar. Das Gleiche gilt für die wirtschaftlichen Kosten, allerdings nur, wenn der politische Wille vorhanden ist, die eigene antirussische Energierethorik zu entkräften, indem die Öleinkäufe aus Russland erhöht und möglicherweise die Wiederinbetriebnahme der dortigen Pipelines gefordert werden. Die einzigen nennenswerten Kosten sind daher ein möglicher russischer Sieg in der Ukraine.

Was dies betrifft, so ging man früher davon aus, dass Trump Putin aus Gründen des Egos und seines Vermächtnisses einen solchen Sieg nicht gönnen würde; er könnte dies jedoch tun, wenn Putin ihm hilft, einige seiner Ziele im Iran auf diplomatischem Wege zu erreichen, wie hier, hier und hier erläutert wurde, und um die NATO dafür zu bestrafen, dass sie sich seiner Koalition nicht anschließt. Putin könnte die Chancen erhöhen, indem er die Bedingungen seiner vorgeschlagenen ressourcenorientierten strategischen Partnerschaft zwischen Russland und den USA nach Beendigung des Ukraine-Konflikts versüßt. Dieses Szenario kann daher nicht ausgeschlossen werden.

Die NATO sollte sich daher auf diese Möglichkeit einstellen, falls sie einen Beitritt zu Trumps Koalition ablehnt; doch selbst wenn sie sich in den Dritten Golfkrieg einmischt, könnte Russland die zu erwartende Umleitung westlicher Waffen von der Ukraine dorthin nutzen, um Selenskyj wirksamer dazu zu zwingen, seinen Forderungen nachzukommen. Anders als vor dem Dritten Golfkrieg, als es so aussah, als müsste Putin bei einigen seiner Forderungen Kompromisse eingehen, hat er nun eine größere Chance, mehr davon durchzusetzen – sei es mit Gewalt oder mit Trumps indirekter Unterstützung.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Moskau-Korrespondent Ulrich Heyden beklagt die unter Verweis auf EU-Sanktionen erfolgte Kündigung seines deutschen Bankkontos

Von Ulrich Heyden – 16. März 2026

Der aus Moskau unter anderem für das Portal Nachdenkseiten berichtende Journalist Ulrich Heyden, dessen Reportagen aus Russland mehrfach auch in junge Welt erschienen, beklagte am Freitag in einem Brief an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die unter Verweis auf EU-Sanktionen erfolgte Kündigung seines Kontos bei der Sparkasse:

Sehr geehrter Herr Bundespräsident, Frank-Walter Steinmeier,

ich bin Russland-Korrespondent und schreibe Ihnen, weil ich seit heute von einer Kontokündigung betroffen bin. Diese Maßnahme ist nicht nur geeignet, meine Existenz zu zerstören, sie widerspricht auch den Grundsätzen der Demokratie und der Pressefreiheit. Ich bitte Sie, sich dafür einzusetzen, dass die Kontokündigung rückgängig gemacht wird.

Mein Konto bei der Hamburger Sparkasse habe ich seit Anfang der 1990er. Am Telefon erklärte mir gestern ein Mitarbeiter der Sparkasse, die Kündigung habe mit den EU-Sanktionen gegen Russland zu tun. Der Mitarbeiter der Sparkasse meinte, ich würde in einem »Hochrisiko-Land« leben. Wenn ich in einem »Hochrisiko«-Land lebe, müssten die Bundesregierung und die EU-Kommission mich dann nicht unterstützen? Statt dessen wirft man mir Knüppel zwischen die Beine. In dem Kündigungsschreiben, das ich heute erhielt, ist nur die Rede von einer »Überprüfung« aller unserer »Geschäftsverbindungen zu Kunden, die ihren Wohnsitz in Russland haben«. Konkrete Vorwürfe gegen mich werden nicht erhoben.

Spannungsfall 2026: Wie die deutsche Industrie auf Kriegswirtschaft vorbereitet wird

Von Michael Hollister – 16. März 2026

Das Stammhaus des VW-Konzerns in Wolfsburg. Von McKinsey wurde dem VW-Konzern geraten, von 10 Werken deren 8 zu schließen … (Foto VW)

Am 4. März habe ich hier analysiert, warum Deutschland und die EU in großem Stil aufrüsten – und wie Kriegswirtschaft zur Antwort auf das Ende des Wachstums werden könnte. Was damals noch Strukturanalyse war, hat nun eine konkrete Dimension bekommen: Mir liegt eine Information aus dem Inneren der deutschen Industrie vor, die belegt, dass dieser Übergang nicht nur geplant, sondern bereits terminiert ist.

Im Frühjahr 2025 fand in Frankfurt am Main ein streng vertrauliches Treffen des Volkswagen-Konzerns mit seinen Top-Händlern statt. Die Sicherheitsvorkehrungen waren drastisch: absolutes Handyverbot, keine Mitschriften erlaubt, Kontrollen am Eingang. Die zentrale Botschaft an die Teilnehmer war unmissverständlich: „2025 wird wirtschaftlich ein schweres Jahr. Aber halten Sie durch – ab 2026 wird Deutschland auf Kriegswirtschaft umgestellt. Der Staat plant, den Spannungsfall auszurufen.“

Diese Information stammt von einer für mich höchst verlässlichen Quelle – einem ehemaligen investigativen Journalisten, der nur dann spricht, wenn etwas mit „Hand und Fuß“ hat. Und sie ist kein Einzelfall. Mir liegen inzwischen drei voneinander unabhängige Hinweise aus verschiedenen Industriezweigen vor, die alle denselben Zeithorizont 2026 nennen. Die Information der VW-Händlertagung ist daher kein singulärer Ausreißer, sondern Teil eines konsistenten Musterbildes innerhalb der Industriekommunikation.

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Bundeskanzler Merz und Kanadas Premierminister Carney nehmen an NATO-Großübung für Krieg gegen Russland in der Arktis teil

Von Jordan Shilton – 17. März 2026

Derzeit üben in Norwegen und Finnland mehr als 32.000 Soldaten aus 14 NATO-Mitgliedsstaaten, um für die Eröffnung einer Nordfront im Krieg gegen Russland gerüstet zu sein. Bundeskanzler Friedrich Merz, der kanadische Premierminister Mark Carney und der norwegische Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre besuchten am Freitag das alle zwei Jahre stattfindende Militärmanöver. Damit unterstrichen sie, welchen Stellenwert die imperialistischen Mächte der Kriegsbereitschaft in der Arktis beimessen.

Die Übung „Cold Response“ umfasst Operationen der Land-, See- und Luftstreitkräfte im Norden von Norwegen, in Finnland und Schweden. Etwa 25.000 Soldaten sind vom 9. bis zum 19. März an Operationen auf norwegischem Gebiet und vor der Küste beteiligt. Weitere 7.500 Soldaten operieren im Norden Finnlands, während in allen drei nordeuropäischen Ländern Luftoperationen stattfinden. Die USA stellen mit 4.000 Soldaten das größte Kontingent, doch auch alle anderen europäischen Mächte haben eine beträchtliche Zahl an Truppen geschickt.

Die Region liegt an der vordersten Front des aggressiven militärischen Drucks, den die NATO auf Russland ausübt. Finnland hat eine 1.300 Kilometer lange Grenze mit Russland, Norwegen hingegen eine kürzere von 200 km. Zudem bietet die norwegische Küste russischen Handels- und Militärtransporten direkten Zugang zu wichtigen Seewegen, über die sie das offene Meer erreichen können.

Die Übung findet vor dem Hintergrund einer massiven Militarisierung in der gesamten Arktis statt. Die imperialistischen Mächte und kleinere Staaten kämpfen um Vorteile in einer strategisch wichtigen Region – für Handel, Energieressourcen und Kriegsführung. Cold Response und andere Übungen richten sich zwar vordergründig gegen Russland, doch unter den europäischen und nordamerikanischen Imperialisten verschärfen sich die Spannungen. Dies spiegelt sich auch darin wider, dass Cold Response Teil der umfassenderen NATO-Übung Arctic Sentry ist, die im Januar als Reaktion auf die Drohungen von US-Präsident Trump begonnen wurde, Grönland mit militärischer Gewalt von Dänemark zu erobern. Trump und seine faschistischen Berater betrachten die Kontrolle über Grönland als unerlässlich im Rahmen ihrer „America First“-Agenda, die die vollständige Herrschaft der USA über die gesamte westliche Hemisphäre vorsieht, als Ausgangspunkt für weltweite Kriege gegen China und andere Rivalen.

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Ein gigantisches Flugzeug aus Russland, das ganz Europa bedroht – journalistische Verantwortungslosigkeit in der NZZ

Von Marcus Klöckner – 16. März 2026

Die russische Gefahr, sie ist real und sie lauert – zumindest in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ). Unter der Überschrift Im Schatten des Iran-Kriegs: Wie gross ist die Gefahr eines russischen Angriffs auf Europa? findet sich eine Fotomontage, die propagandistisch eine angeblich gigantische Bedrohung Europas durch Russland visualisiert. Das Blatt zeigt der Leserschaft eine Illustration, die aus journalistischer Sicht einer Zumutung gleichkommt. Eine stilisierte Grafik eines gigantischen Flugzeugs, das aus Russland kommt und ganz Europa anzugreifen droht, setzt auf die Stimulation der uralten Angst vorm bösen Russland. Nüchtern betrachtet illustriert die Grafik vor allem eins: journalistische Verantwortungslosigkeit.

Das Flugzeug über einer Karte, die die Landmasse vom Atlantik bis zum Ural zeigt, ist gigantisch. Von oben betrachtet wirkt es, als könnte es ganz Europa mit dem Abwurf einer einzigen Bombe zerstören. Noch hat es Deutschland nicht erreicht, aber sein Schatten liegt unter anderem bereits auf einem Teil Polens und der Slowakei. Damit es auch der Begriffsstutzigste versteht, verdeutlichen drei rote Pfeile, woher das Flugzeug kommt: aus Russland. In einem kühlen Grau gehalten, täuscht die Illustration Sachlichkeit vor, obwohl sie darauf ausgelegt ist, Angst zu stimulieren.

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Frieden ohne Verträge – Wie weiter nach den Vertragsbrüchen?

Von Alexander Neu – 16. März 2026

Der Krieg zwischen den USA/Israel und dem Iran sowie zwischen Russland und der Ukraine weisen diverse Schnittpunkte auf. Neben der geopolitischen und geostrategischen Dimension (beides auch Stellvertreterkriege im Weltneuordnungsprozess) gibt es auch eine gemeinsame diplomatisch-völkerrechtliche Problematik: Wie kann ein Frieden herbeiverhandelt und geschlossen werden, wenn das Vertrauen in die Verlässlichkeit von Verhandlungen sowie die Gültigkeit geschlossener Verträge untergraben wird? Die Beantwortung dieser Frage wird umso dringlicher, je mehr der Druck auf eine Beendigung der bewaffneten Auseinandersetzungen wächst.

Verträge als Kern des internationalen Rechts

Das individuell-menschliche wie auch zwischenstaatliche Interagieren beruht auf Vereinbarungen und Regeln, sollen Gesellschaft und die Staatenwelt überhaupt funktionieren. Die Vereinbarungsformen sind vielfältig: Angefangen vom gegenseitigen Versprechen und moralisch-sittlich verbindlichen Zusagen inklusive des Handschlags zur Besiegelung der Abmachung (Gentlemen’s Agreement) über innerstaatliche Rechtsnormen (Gesellschaftsvertrag im Sinne Rousseaus) bis hin zum kodifizierten internationalen Recht, dem Recht zwischen Staaten. Wird die Verbindlichkeit der Willkür ausgesetzt, ist das Ergebnis der nihilistische Naturzustand.

Das Vertragsrecht als Rechtsquelle gilt im internationalen Recht als das verbindlichste und am wenigsten interpretierbare Recht. Es gibt hierzu sogar eine Konvention, das „Wiener Übereinkommen über das Recht der Verträge“ (im Folgenden „Wiener Vertragsrechtskonvention“) aus dem Jahre 1969.

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Ist das Fehlen eines Kriegsplans Trumps „Plan“?

Von Alastair Crooke* – 16. März 2026

Die Iraner haben ein Mitspracherecht darüber, wann der Krieg endet. Und sie sagen, dass sie gerade erst anfangen.

Das auf Luftangriffen aus der Ferne basierende Modell der Kriegsführung der USA und Israels wird durch eine ganz andere Form des asymmetrischen Krieges herausgefordert – eine, die der Iran bereits vor mehr als 20 Jahren geplant hat. Das muss man verstehen, wenn man beurteilen will, wie die Kriegsbilanz wirklich aussieht. Es ist, als würde man Äpfel mit Birnen vergleichen; sie unterscheiden sich grundlegend in ihrem Charakter.

Die USA und Israel werfen eine Menge Fernkampfmunition auf den Iran ab. Aber bis zu welchem Punkt und mit welcher Wirkung? Das wissen wir nicht.

Wir wissen jedoch, dass der Iran seinen Plan für einen asymmetrischen Krieg hat. Und dieser steht erst am Anfang und schreitet schrittweise zur vollständigen Umsetzung voran. Das gesamte Arsenal an iranischen Raketen wurde noch nicht offenbart – weder seine neuesten Raketen noch seine Unterwasserdrohnen und mit Schiffsabwehrraketen ausgerüsteten Schnellboote, die noch nicht eingesetzt wurden. Wir kennen also nicht das volle Potenzial des Iran – und wir können noch nicht sagen, welche Auswirkungen sein vollständiger Einsatz haben könnte. Die Hisbollah ist nun voll einsatzfähig, und die Houthis (anscheinend) warten auf das „grüne Licht“, um Bab el-Mandeb parallel zur Blockade der Straße von Hormus zu sperren.

Der Ursprung dieses iranischen asymmetrischen Paradigmas liegt in der vollständigen Zerstörung des zentralisierten Militärkommandos des Irak durch die USA im Jahr 2003 – das Ergebnis eines dreiwöchigen massiven Luftangriffs.

Die Frage, die sich für die Iraner im Zuge des Irak-Kriegs stellte, war, wie der Iran eine abschreckende militärische Struktur aufbauen könnte, wenn er keine Luftstreitkräfte besaß – und auch keine haben konnte – , die denen seiner Gegner gleichwertig waren. Und wenn die USA zudem das Ausmaß der iranischen Militärinfrastruktur von ihren hochauflösenden Satellitenkameras aus überblicken konnten.

*Alastair Crooke ist ehemaliger britischer Diplomat und Gründer und Direktor des Conflicts Forum in Beirut.

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Der Text erschien auf Englisch bei Strategic Culture.

17. Tag im Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran (Ticker 19:00 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 16. März 2026

Der Nebel des Krieges wabert nach wie vor über dem Nahen Osten. Zensur, Propaganda, Narrative verhindern für die meisten Menschen den klaren Durchblick, was passiert. TKP versucht heute wieder so gut wie möglich den Nebel zu lichten.

Zunächst zur „Sperrung“ der Meerenge von Hormus: Der Iran hat sich nicht vertraglich verpflichtet, seine Hoheitsgewässer in der Straße von Hormuz (oder die gesamte Straße) immer und für jeden Verkehr uneingeschränkt offen zu halten. Es gibt keine bilaterale oder multilaterale Vertrag, der eine solche absolute, bedingungslose Verpflichtung enthält – weder „immer“ noch „für jeden Verkehr“ (einschließlich militärischer Schiffe oder in Krisenzeiten).

Das UN-Seerechtsübereinkommen (UNCLOS) von 1982 besagt, dass die Straße von Hormuz als internationale Meerenge gilt, in der normalerweise das Transit-Passage-Regime (Art. 38 ff. UNCLOS) gilt – Schiffe und Flugzeuge dürfen ungehindert, kontinuierlich und ohne Behinderung passieren, und die Küstenstaaten (Iran und Oman) dürfen das nicht behindern oder aussetzen (Art. 44). Der Iran hat UNCLOS nur unterzeichnet, aber nie ratifiziertBei der Unterzeichnung erklärte er ausdrücklich, dass er das Transit-Passage-Regime nur gegenüber Staaten anwendet, die UNCLOS selbst ratifiziert haben. Deshalb ist der Iran vertraglich nicht an UNCLOS gebunden.

Das Genfer Übereinkommen über das Küstenmeer und die Anschlusszone von 1958 hat der Iran ratifiziert. Es sieht für internationale Meerengen ein nicht aussetzbares Recht auf unschädliche Durchfahrt (innocent passage) vor (Art. 16 Abs. 4). Das ist aber kein uneingeschränktes „frei für jeden Verkehr“: Die Durchfahrt muss „unschädlich“ sein (darf nicht den Frieden, die Ordnung oder die Sicherheit des Küstenstaats gefährden). Der Küstenstaat darf Regeln erlassen und (bei Kriegsschiffen) teilweise vorherige Genehmigung verlangen. Es ist schwächer als das UNCLOS-Transit-Passage-Regime.

Der Iran erkennt zudem kein Gewohnheitsrecht (customary international law) auf volle Transit-Passage für alle Staaten an und hat dies wiederholt erklärt. Er behält sich das Recht vor, in seinen Hoheitsgewässern aus Sicherheitsgründen oder bei Bedrohung zu handeln.

Mit anderen Worten: Der Iran verstößt gegen keine Verträge oder gesetzlichen Regelungen, wenn er die Straße von Hormus für Schiffe sperrt, welche zu Staaten gehören, die dem Land gegenüber feindlich eingestellt sind. So einfach ist das.

Aber der Angriffskrieg Israels und der USA verstößt so ungefähr gegen alle Regeln und Verträge, welche es im Völkerrecht gibt. Und wer dieser Angriffskoalition hilft, verstößt eben auch dagegen.

Wer behauptet, das Vorgehen des Irans sei Illegal, widerspricht damit den Behauptungen der deutschen Regierung, dass die Anschläge der Ukraine in internationalen Gewässern gegen russische Tanker und Schiffe legal seien.

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Wie ist Trumps Forderung an China, sich seiner geplanten Seekoalition für die Straße von Hormus anzuschließen, zu bewerten?

Von Andrew Korybko – 16. März 2026

Trump will Xi vor dessen bevorstehender Reise in ein Dilemma bringen; er hat angedroht, diese zu verschieben, sollte China sich nicht der US-Koalition anschließen. Dennoch ist es möglich, dass Xi den Spieß irgendwie gegen Trump umdreht.

Trump forderte China und mehrere andere Länder am Wochenende auf, sich seiner geplanten Marinekoalition anzuschließen, um die Freiheit der Schifffahrt durch die Straße von Hormus inmitten des andauernden Dritten Golfkriegs zu sichern. Am Tag darauf erklärte er gegenüber der Financial Times: „Ich denke, China sollte ebenfalls helfen, da China 90 Prozent seines Öls aus der Straße [sic] bezieht … Wir möchten dies vor [meiner Reise nach China Ende des Monats] wissen. [Zwei Wochen] sind eine lange Zeit. Wir könnten verschieben.“ Dies erhöht den Einsatz seiner Forderung enorm.

Wenn China Trumps Forderungen nicht nachkommt und Trumps Reise verschoben wird, könnte der fragile Handelsfrieden zwischen China und den USA nicht von Dauer sein, was die durch die Ölkrise verursachte globale wirtschaftliche Unsicherheit verschärfen könnte. Andererseits würde eine Zustimmung seiner geplanten Marinekoalition Legitimität verleihen und vom Iran sehr wahrscheinlich als unfreundlicher Akt angesehen werden. Der Iran hat bereits klargestellt, dass die Meerenge nur für unfreundliche Länder gesperrt ist, wozu China derzeit nicht gehört, und es wurde Berichten zufolge auch ein Vorschlag ins Spiel gebracht, dass China beginnen solle, iranisches Öl mit Yuan zu bezahlen.

In diesem Zusammenhang stammten 13,4 Prozent des Öls, das China im vergangenen Jahr auf dem Seeweg importierte, aus dem Iran, während die Golfstaaten (mit Ausnahme Omans, dessen Exporte über das Arabische Meer abgewickelt werden) und der Irak rund 35 Prozent zu den Importen beitrugen, was insgesamt etwa 48,4 Prozent – also fast die Hälfte – der jährlichen Ölimporte auf dem Seeweg ausmacht, die durch die Meerenge transportiert werden. Zwar verfügt China auch über strategische Ölreserven, die auf 1,3 Milliarden Barrel geschätzt werden – genug für drei bis vier Monate –, und es macht rasche Fortschritte bei der Umsetzung seiner Agenda für grüne Energie.

Dennoch belegen diese Daten, dass China wirtschaftlich von der Wiederaufnahme regelmäßiger Ölimporte durch die Meerenge abhängig ist, was, wie diese Analyse hier argumentiert, von den USA durch die Kontrolle über die Ressourcen des Iran und Druck auf die Golfstaaten als Repressalie genutzt werden könnte, um China zu einem ungleichen Handelsabkommen zu zwingen. Das Ziel besteht darin, Chinas Aufstieg zur Supermacht zu vereiteln und dann seine untergeordnete Rolle gegenüber den USA zu institutionalisieren. Die Fortsetzung des Dritten Golfkriegs und die Beschlagnahmung iranischer Schiffe, die Öl nach China transportieren, könnten diese Agenda ebenfalls vorantreiben.

Sollte sich China den USA unterordnen, indem es Trumps geplanter Marinekoalition für den Hormus-Kanal Legitimität verleiht und sich verpflichtet, während seines Besuchs ein einseitiges Handelsabkommen zu unterzeichnen, könnte Trump den Konflikt deeskalieren und so die Zuverlässigkeit der regionalen Ölimporte Chinas wiederherstellen. Sollte Xi sich jedoch stolz seiner Forderung widersetzen, könnte Trump den Konflikt aufrechterhalten (und damit die drastisch reduzierten Ölexporte der Golfstaaten nach China verlängern), iranische Schiffe beschlagnahmen, die Öl nach China transportieren, seine Reise verschieben und dann den Handelskrieg verschärfen.

Die USA sind trotz Chinas Handelsdiversifizierung seit dem Handelskrieg unter Trump 1.0 nach wie vor Chinas größter Einzelhandelspartner, und die USA üben nach wie vor enormen wirtschaftlichen und finanziellen Einfluss auf viele andere Handelspartner Chinas aus, sodass ein neuer chinesisch-amerikanischer Handelskrieg in Verbindung mit drastisch reduzierten Ölimporten China hart treffen könnte. Darüber hinaus könnte Trump in diesem Szenario zunächst eine Einigung mit Putin erzielen, was Chinas Verhandlungsposition gegenüber den USA weiter verschlechtern und dann dazu führen könnte, dass noch ungleichere Handelsbedingungen von China gefordert werden.

Trumps Forderung, China solle sich seiner Marinekoalition anschließen, soll Xi daher in ein Dilemma stürzen. Xi wird dazu gedrängt, entweder China den USA unterzuordnen, indem er dieser Koalition Glaubwürdigkeit verleiht – im Gegenzug für eine von den USA kontrollierte Energiesicherheit –, bevor er während Trumps Reise die formelle Besiegelung ihrer untergeordneten Partnerschaft durch die Zustimmung zu einem unausgewogenen Handelsabkommen vollzieht, oder aber einen weiteren Handelskrieg mit den USA zu führen, allerdings aus einer schlechteren Position heraus als zuvor. Die Chinesen sind jedoch brillante Strategen, also werden sie vielleicht einen Ausweg aus diesem Dilemma finden.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Die Straße von Hormuz

Von German-Foreign-Policy.com – 16. März 2026

Debatte um deutsche Beteiligung an Marineoperation in der Straße von Hormuz beginnt. Tankereskorten könnten kaum zehn Prozent des Vorkriegsverkehrs absichern. Paris plant Marinekoalition für die Zeit nach dem Abflauen des Kriegs.

In Berlin werden erste Plädoyers für eine deutsche Teilnahme an dem von US-Präsident Donald Trump verlangten Marineeinsatz in der Straße von Hormuz laut. Es sei „zwingend“, die freie Schifffahrt auch in der Meerenge vor der iranischen Küste „militärisch zu verteidigen“, äußert der CDU-Militärpolitiker Thomas Röwekamp; dabei sei „auch ein deutscher Beitrag notwendig“. Dies läuft der Position der Bundesregierung zuwider, die bislang jegliche deutsche Beteiligung an etwaigen Operationen westlicher Streitkräfte in der Straße von Hormuz ablehnt. Experten weisen darauf hin, dass bis zu zwölf Kriegsschiffe nötig wären, um fünf bis zehn Tanker durch die Meerenge zu geleiten. Dabei biete auch dies keine Sicherheit, da iranische Trupps aus kürzester Entfernung angreifen könnten. Alternativ sei eine US-Invasion an der südiranischen Küste denkbar, die allerdings erneut US-Bodentruppen in einen langwierigen Krieg in Mittelost verwickeln würde. Parallel zu den US-Forderungen sucht Frankreich eine Marinekoalition zu schmieden, die unter Einschluss auch arabischer Staaten die Straße von Hormuz sichern soll, allerdings erst nach einem Abflauen des Kriegs, in den sie nicht involviert werden soll.

Frankreich prescht vor

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte bereits am Montag vergangener Woche bei einem Besuch in Zypern mitgeteilt, er bereite zur Zeit eine Militäroperation zur Öffnung der Straße von Hormuz vor. Dabei solle es sich allerdings um eine „rein defensive“ Operation handeln, die frühestens dann beginnen könne, wenn „die heißeste Phase des Konflikts“ vorüber sei.[1] In einem ersten Schritt hat Paris elf Kriegsschiffe in den Nahen und Mittleren Osten geschickt – den Flugzeugträger Charles de Gaulle, zwei Hubschrauberträger und acht Fregatten. Eine Fregatte kreuzt schon im Rahmen des EU-Marineeinsatzes Aspides im Roten Meer und an der Meerenge Bab al Mandab bei Dschibuti, um Handelsschiffe, die von dort durch den Suezkanal ins Mittelmeer einfahren, vor Angriffen der Huthi-Milizen im Jemen zu schützen. Dorthin soll jetzt eine zweite französische Fregatte entsandt werden.[2] An dem Einsatz beteiligen sich zudem je eine Fregatte aus Italien und Griechenland. Der französische Flugzeugträger Charles de Gaulle wiederum, der aktuell im östlichen Mittelmeer kreuzt – nahe Zypern –, wird von Kriegsschiffen der Niederlande, Spaniens und Italiens begleitet. Die deutsche Marine beteiligt sich nicht; die Fregatte Nordrhein-Westfalen, die vor Zypern liegt, ist dort lediglich im Rahmen des UN-Einsatzes UNIFIL präsent.

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