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Freiheit für Julian Assange! Aufruf des Komitees zur Verteidigung von Julian Assange und Chelsea Manning …


Kein Krieg gegen den Irak! – Kein Blut für Öl und Macht! Aufruf der Initiative gegen den Irak-Krieg vom November 2002…


37. Tag im Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran (Ticker 09:00 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 5. April 2026

Der Vortag war insofern ereignisreich, da er Fähigkeiten und Strategie des Iran deutlich machte, bewies dass die Straße von Hormus nicht vollständig blockiert ist und auch eine alternative Wasser-Straße innerhalb der Küstengewässer des Oman befahrbar ist, die vom Iran nicht beansprucht wird. Was ansonsten über Irans Fähigkeiten bekannt wurde, und in der Nacht und am 5. April 2026 im Krieg gegen den Iran passierte, in diesem Ticker.

Die angreifende Koalition erklärte, die Ausgänge der unterirdischen Verteidigungsanlagen des Iran zerstört zu haben. Allerdings repariert der Iran Raketenbunkerausgänge innerhalb weniger Stunden, während die USA Schwierigkeiten haben, zerstörte Abschussrampen zu verifizieren.

Laut Einschätzungen der US-Geheimdienste, die von der New York Times zitiert werden, repariert der Iran nach Angriffen seine unterirdischen Raketenbunker und Silos so schnell, sodass die Abschussrampen innerhalb weniger Stunden wieder einsatzbereit sind. Trotz wochenlanger, anhaltender Angriffe der USA und Israels hat der Iran einen bedeutenden Teil seines Raketenarsenals behalten und führt weiterhin Angriffe durch, wobei er seine Taktiken anpasst, um seine Einsatzfähigkeit zu erhalten.

Gleichzeitig räumen US-Beamte wachsende Unsicherheit über die Effektivität des Angriffs ein. Der umfangreiche Einsatz von Täuschkörpern in Kombination mit in Bunkern und Höhlen versteckten Abschussrampen erschwert es, die Anzahl der zerstörten Ziele zu bestimmen. Während daher Washington von erheblichen Fortschritten spricht, konnten die Geheimdienste keine verlässliche Schätzung der verbleibenden Anzahl an Abschussrampen abgeben.

Obwohl die Frequenz des iranischen Raketenbeschusses abgenommen hat, erklären Beamte, dies spiegele eher eine kalkuliertere und zurückhaltendere Strategie als einen Zusammenbruch der Fähigkeiten wider. Durch die Schonung von Startrampen, die Verteilung von Ressourcen und die rasche Reparatur beschädigter Infrastruktur scheint der Iran seine Fähigkeit aufrechtzuerhalten, den Druck über einen längeren Zeitraum zu gewährleisten, was Fragen darüber aufwirft, wie nahe die USA ihrem erklärten Ziel der Zerschlagung des iranischen Raketenprogramms gekommen sind.

Also schauen wir, was in der Nacht passierte

Der Sprecher der iranischen Streitkräfte, welche quasi Regierungsfunktionen übernommen haben, wandte sich an die Bevölkerung des Iraks. Zuletzt waren hunderte von Fahrzeugen mit irakischen Freiwilligen über die Grenze in den Iran gekommen, um im Kampf gegen eine mögliche Bodeninvasion zu helfen.

„‚Das iranische Volk war nicht allein. Wir kämpften diesen Kampf, und eure Herzen, eure Tränen und eure unerschütterliche Haltung waren und sind bei uns.‘ Zolfaqari verkündete, dass die Beschränkungen der Straße von Hormus NICHT für den Irak gelten.

Der Iran ruft den Irak auf, diese ‚historische Chance‘ zu nutzen, um die amerikanische Militärpräsenz auf seinem Territorium zu beenden und der Plünderung des irakischen Reichtums durch die Vereinigten Staaten ein Ende zu setzen.

‚Das iranische und das irakische Volk stehen im selben Schützengraben und werden gemeinsam den Sieg in diesem historischen Kampf gegen den Großen Satan, Amerika und seine Agenten – und gegen Israel, den Kindermörder – erringen.’“

Vorbereitung der Bodeninvasion

„Der Präsident sagt, es blieben noch 48 Stunden. Der Flugzeugträger, der im Einsatz ist, befindet sich seit 281 Tagen auf See – mit defekten Wasserleitungen und notdürftig reparierter Wäscherei. Der reparierte Träger ist gerade erst von einem dreiwöchigen Einsatz in Griechenland und Kroatien zurückgekehrt. Der als Ersatz entsandte Träger befindet sich noch immer im Atlantik. Das AWACS-Flugzeug wurde in Saudi-Arabien zerstört. Die Verstärkung durch Marinesoldaten überquert den Pazifik. Der vermisste Waffensystemoffizier ist weiterhin verschwunden. Und die Streitkräfte, die den Countdown unterstützen, sind die größten, die die USA seit dem letzten Einmarsch in ein Land dieser Region im Golf zusammengezogen haben. Sie sind auf Stützpunkten verteilt, die die Truppen nicht fassen können, und hängen von einer Flugzeugträgerflotte ab, die so stark beansprucht ist, dass die Marine die Außerdienststellung eines 51 Jahre alten Schiffes verschieben musste, um die Einsatzfähigkeit aufrechtzuerhalten.“ (Quelle)

08 Uhr 00

In der Nacht hat sich der anhaltende Krieg gegen den Iran mit intensiven militärischen Aktionen und Gegenreaktionen weiter verschärft, wie Berichte aus Quellen des Globalen Südens wie Al Jazeera und der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua zeigen. Die Ereignisse konzentrieren sich auf iranische Drohnenangriffe auf Ziele in Kuwait und Bahrain, US-geführte Rettungsoperationen nach dem Abschuss von Flugzeugen sowie iranische Drohungen mit massiver Vergeltung.

Am frühen Morgen des 5. April meldete Kuwait iranische Drohnenangriffe, die einen Regierungskomplex in Kuwait City, zwei Kraft- und Wasserentsalzungsanlagen sowie einen Brand im Shuwaikh-Ölsektor-Komplex verursachten. Bahrain berichtete ebenfalls von einer durch iranische Vergeltung ausgelösten Brand an einer Einrichtung. Gleichzeitig gab der Iran an, dass US-israelische Angriffe in der Mahshahr-Petrochemiezone fünf Menschen getötet und 170 verletzt sowie in der Provinz Ardabil sechs weitere Personen getötet oder verletzt hätten.

Während einer nächtlichen US-Rettungsoperation in der Region Dehdasht kam es zu schweren Gefechten und Luftangriffen, bei denen mindestens vier Menschen starben; ein US-Regierungsvertreter bestätigte um 03:23 GMT die Bergung eines zweiten Besatzungsmitglieds eines abgeschossenen F-15E-Jets nach einem heftigen Feuergefecht.

Um 04:50 GMT bestätigten Berichte weitere Drohnenangriffe auf Kuwait in der Nacht, die erhebliche Schäden verursachten.

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Wird der Iran bei US-Bodeninvasion selbst Invasion der Küstenregion durchführen?

von Jochen Mitschka – 4. April 2026

Während der Iran die USA immer weiter auffordert, doch endlich die Bodenoffensive zu beginnen, fragen sich Experten, ob das Land Pläne hat, in dem Fall seinerseits eine Bodenoffensive der gegenüberliegenden Küstenregion am Golf zu unternehmen.

Die Diskussion dreht sich vor allem um iranische Drohungen, die von Analysten aufgegriffen und analysiert werden. Ein zentraler Fall ist der iranische Sicherheits- und Analyst Morteza Simiari (auch Simiari), der auf dem staatlichen Sender IRIB (Iranian State Television) explizit warnte:

„Wenn die USA einen Fehler machen und Bodentruppen einsetzen, sind die iranischen Streitkräfte bereit, die Küsten von Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu besetzen. Der Einmarsch an den Küsten der UAE und Bahrains steht auf der Agenda und würde die regionale Lage grundlegend verändern.“

Diese Aussage wird als direkte Reaktion auf Spekulationen über eine US-Bodeninvasion (z. B. zur Einnahme von Kharg Island oder anderen Zielen) gesehen und soll die die Golfstaaten abschrecken, die USA stärker zu unterstützen.

Die Einschätzung von Experten

Militärische Analysten (z. B. in Berichten und Video-Analysen zu den IRIB-Äußerungen) sprechen offen darüber, dass eine iranische Küsten- oder Amphibienoperation gegen die UAE/Bahrain zwar strategisch angedroht wird, aber logistisch extrem unwahrscheinlich sei: Iran fehle die nötige Luft- und Seestärke für eine großangelegte Bodeninvasion über den Golf, und die Golfmonarchien hätten US-Unterstützung sowie moderne Luftabwehr. Sie bewerten es daher primär als psychologische Kriegsführung und Abschreckung, um die USA von Bodentruppen abzuhalten und die Golfstaaten (insbesondere UAE) zu warnen, nicht tiefer in den Konflikt einzusteigen.

Trita Parsi (bekannter Iran-Experte und Gründer des Quincy Institute) thematisiert diese Drohungen in Interviews und Analysen zur laufenden Krise. Er erklärt, dass Iran historisch schon mit Invasionen von Dubai/Abu Dhabi gedroht habe, falls die Emirate offen in den Krieg eintreten. Parsi sieht darin eine mögliche Gegeneskalation (u. a. mit Booten und Truppen), betont aber auch die hohen Risiken und dass eine US-Bodeninvasion für alle Seiten ein „Lose-Lose“-Szenario wäre. Er ordnet es in Irans Strategie ein, die Golfmonarchien von einer Beteiligung abzuschrecken.

Das nicht berücksichtige Szenario

Was in diesen Analysen immer angenommen wird ist eine Invasion über das Wasser. Niemand hält es für notwendig eine Invasion über die Landverbindung mit dem Irak in Betracht zu ziehen. Das könnte schon alleine für den Iran sinnvoll sein, um im Fall einer Invasion die feindlichen angreifenden Kräfte zwingen, sich zu aufzuteilen, und nicht in voller Macht vorzudringen. Noch drastischer wäre die Auswirkung, wenn die Gegenangriffe im Fall einer Invasion gleich an mehreren Fronten erfolgen würden. Am Ende ging es gar nicht um die „Eroberung“ von Bahrain, Kuwait oder Katar, sondern darum, möglichst die Angreifer zu zerstreuen und so viel Zerstörung wie möglich zu verursachen.

Bild: Wikipedia

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Neue Wehrpflicht-Regel: Junge Männer dürfen Deutschland nicht mehr länger ohne Genehmigung verlassen

Von Mario Jacob – 3. April 2026

Änderung im Wehrdienst-Modernisierungsgesetz trat weitgehend unbemerkt in Kraft. Demnach müssen Millionen Männer vor längeren Auslandsaufenthalten eine Genehmigung der Bundeswehr einholen.

Seit dem 1. Januar 2026 müssen alle Männer zwischen 17 und 45 Jahren eine Genehmigung beim Karrierecenter der Bundeswehr einholen, wenn sie Deutschland länger als drei Monate verlassen wollen – egal ob für ein Auslandssemester, einen Job oder eine längere Reise. Diese Pflicht gilt nun dauerhaft und nicht mehr nur im Spannungs- oder Verteidigungsfall, also bei einer konkreten militärischen Bedrohungslage. Die Änderung trat im Rahmen des Wehrdienst-Modernisierungsgesetzes weitgehend unbemerkt in Kraft. Zuvor berichtete die Frankfurter Rundschau darüber.

Konkret wurde Paragraph 2 des Wehrpflichtgesetzes (WPflG) neu gefasst. Bisher galten die Bestimmungen des Paragraphen 3, der die Genehmigungspflicht für längere Auslandsaufenthalte regelt, ausschließlich in zwei Extremsituationen: dem Spannungsfall, also einer vom Bundestag oder der NATO festgestellten erhöhten äußeren Bedrohung, sowie dem Verteidigungsfall, wenn das Bundesgebiet tatsächlich mit Waffengewalt angegriffen wird. Seit Jahresbeginn gilt die Regelung jedoch auch außerhalb dieser Ausnahmesituationen – also im Normalzustand.

Eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums bestätigte gegenüber Ippen.Media die neue Genehmigungspflicht. „Hintergrund und Leitgedanke dieser Regelung ist eine für den Bedarfsfall belastbare und aussagekräftige Wehrerfassung“, erklärte sie. Man müsse „für den Ernstfall wissen, wer sich gegebenenfalls längerfristig im Ausland aufhält“.

Ministerium räumt „tiefgreifende“ Folgen ein – Details bleiben offen

Gleichzeitig räumte das Ministerium ein, dass die Folgen dieser Regelung „tiefgreifend“ seien. Man arbeite derzeit an „konkretisierenden Regelungen für die Zulassung von Ausnahmen von der Genehmigungspflicht“, auch um „überflüssige Bürokratie zu vermeiden“. Allerdings bat die Sprecherin um Verständnis, dass man dem laufenden Prüfungsprozess nicht vorgreifen könne. Eine endgültige Beschreibung des Verfahrens sei „derzeit noch nicht möglich“.

Paragraph 3 des Wehrpflichtgesetzes sieht zwar vor, dass Genehmigungen grundsätzlich zu erteilen sind – eine Ablehnung ist also nicht vorgesehen. Dennoch bleibt die Antragstellung verpflichtend. Welche Konsequenzen drohen, wenn ein Mann die Genehmigung vor der Ausreise nicht einholt, ließ das Ministerium unbeantwortet.

Die Genehmigungspflicht ist Teil eines größeren Reformpakets. Die Bundesregierung will die Truppenstärke der Bundeswehr bis 2035 von derzeit rund 184.000 auf 255.000 bis 270.000 Soldaten steigern. Dazu erhalten alle jungen Menschen ab dem Geburtsjahrgang 2008 einen Fragebogen, in dem unter anderem die Bereitschaft zum Wehrdienst abgefragt wird. Für Männer ist die Beantwortung verpflichtend, für Frauen freiwillig – da das Grundgesetz eine Wehrpflicht nur für Männer vorsieht.

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Der amerikanische Hitler und die Moral der herrschenden Klasse

Von David North – 4. April 2026

Die Rede, die Donald Trump am Mittwoch zum Irankrieg hielt, lässt keine andere Schlussfolgerung zu, als dass der amerikanische Präsident ein Verbrecher ist. Wenn man zugesteht, dass es selbst in der imperialistischen Geopolitik eine moralische Grenze gibt, die das allgemeine finstere Großmachtstreben von faschistischer Bestialität trennt, dann haben die Führer der US-Regierung diese Grenze überschritten. Die Namen Trump, Vance, Hegseth, Rubio und Miller werden in ewiger Schande in die Geschichte eingehen und neben denen der Nazi-Anführer des Dritten Reiches stehen: Hitler, Göring, Himmler, von Ribbentrop und Goebbels. Und das Urteil der Geschichte wird gnadenlos sein.

Doch dieses Urteil richtet sich nicht nur gegen Einzelpersonen, sondern auch – und in noch tieferer Weise – gegen die Gesellschaftsklasse, die diese Gestalten an die Macht gebracht hat und in deren Interesse sie ihre monströsen Verbrechen gegen das iranische Volk begangen haben. Darin liegt die Bedeutung von Trumps Tirade am Mittwochabend. Sie hat die unumkehrbare politische und moralische Verkommenheit der amerikanischen herrschenden Klasse offenbart.

Trump ist nicht der erste Präsident, der Verbrechen begeht. Seine Vorgänger haben die Invasion von Ländern, den Sturz von Regierungen sowie die Folter und Ermordung von echten oder vermeintlichen Gegnern amerikanischer Interessen angeordnet. Doch frühere Regierungen unternahmen zumindest den Versuch, eine – wenn auch fadenscheinige, zynische und heuchlerische – rechtliche und demokratische Rechtfertigung für ihr Handeln zu liefern. Sie konnten die Missachtung des nationalen und internationalen Rechts – und damit die Ablehnung aller demokratischen Prinzipien – nicht offen zur Grundlage staatlicher Politik erklären. Wenn kriminelle Vergehen aufgedeckt wurden, wurden sie unter formellen Bekundungen des Bedauerns als Abweichungen von der offiziellen Einhaltung rechtlicher Normen entschuldigt.

Damit ist es nun vorbei. Trumps Rede zeichnete sich vor allem durch ihre nackte Dreistigkeit aus. Er wählte Worte, die mit unverblümter Offenheit die völkermörderischen Absichten des amerikanischen Handelns bekräftigten. „Wir werden sie zurück in die Steinzeit bringen, wo sie hingehören“, erklärte er. Er drohte, die Vereinigten Staaten würden „jedes einzelne ihrer Kraftwerke sehr hart und wahrscheinlich gleichzeitig“ angreifen. Er prahlte mit der Enthauptung der Führung – „Sie sind alle tot“ – und fügte dann mit der derben Arroganz eines Mafia-Paten hinzu: „Wir haben alle Trümpfe in der Hand. Sie haben keine.“

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Israel führt Todesstrafe nur für Palästinenser ein

Von Jordan Shilton – 4. April 2026

Mit 62 zu 48 Stimmen hat die israelische Knesset am letzten Montag ein Gesetz verabschiedet, das die Todesstrafe als Regelfall für Palästinenser verankert, die „Terrorakte“ gegen israelische Staatsbürger verüben. Das Gesetz gilt nicht für den staatlich unterstützten Terrorismus rechtsextremer zionistischer Siedler, die im illegal besetzten Westjordanland regelmäßig Palästinenser angreifen und töten.

Jeder, der vorsätzlich eine Person tötet, mit der Absicht, „die Existenz des Staates Israel zu negieren“, soll durch den Strang hingerichtet werden. Das Gesetz schränkt den Zugang der Angeklagten zu einem Rechtsbeistand vor israelischen Zivilgerichten ein und gewährt allen Immunität, die an der Durchführung solcher staatlicher Hinrichtungen beteiligt sind.

In dem System von Militärgerichten, die das zionistische Regime im Westjordanland errichtet hat und die nur für palästinensische Einwohner zuständig sind, wird die Hinrichtung durch den Strang die Standardstrafe für „Terrorakte“, selbst ohne Antrag der Staatsanwaltschaft. Diese Hinrichtungen müssen innerhalb von 90 Tagen vollstreckt werden. Die einzige Befugnis der Gerichte in diesem Rahmen besteht darin, bei „außergewöhnlichen Umständen“ eine lebenslange Freiheitsstrafe zu verhängen. Doch angesichts der Allgegenwärtigkeit von Folter und anderen Formen von Misshandlungen im israelischen Gefängnissystem wäre eine solche Entscheidung in vielen Fällen nur ein Todesurteil durch andere Mittel.

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Ramstein: Deutschlands stille Kriegsbeteiligung

Von Luca Schäfer – 2. April 2026

Ist Deutschland im Iran Kriegspartei? Ein neues Bundestagsgutachten nährt den Verdacht der Beihilfe. Warum der Krieg ohne Ramstein nicht führbar wäre.

Mithilfe ohne Mandat: Satelliten, Signale, Schläge gegen den Iran – koordiniert von deutschem Boden. Das beschauliche 7.000-Einwohner-Dorf Ramstein-Miesenbach im rheinland-pfälzischen Landkreis Kaiserslautern wird erneut zum Politikum.

Die Debatte um den vor Ort befindlichen US-Stützpunkt, die Airbase Ramstein, ist – seit dem amerikanischen „Global War on Terror“ und den Drohnenmorden – altbekannt. Doch entzündet sich aktuell an der Frage einer deutschen Beihilfe im US-israelischen Iran-Krieg auf neuer Stufe: Ist Deutschland Mittäter und Kriegspartei?

Neuen Zündstoff liefert ein Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages. Die Parlamentswissenschaftler ordneten ein, dass der US-israelische Krieg gegen den Iran – begonnen Ende Februar 2026 – einen Verstoß gegen das in der UN-Charta verankerte Gewaltverbot darstelle, da er weder vom Selbstverteidigungsrecht gedeckt noch vom Sicherheitsrat autorisiert worden sei.

Er ist völkerrechtswidrig. Beauftragt wurde das Gutachten vom Linke-Abgeordneten Ulrich Thoden – jeder Bundestagsabgeordnete kann den wissenschaftlichen Dienst, sofern ein direkter Bezug zur parlamentarischen Arbeit besteht, unbegrenzt nutzen.

Im 12-seitigen Dokument spüren die Juristen, abseits der generellen Frage nach der völkerrechtlichen Legitimität, der für Deutschland entscheidenderen Frage nach: Stellt die Nutzung der Airbase Ramstein für Angriffe auf den Iran eine Beihilfe dar – und trägt Berlin damit völkerrechtliche Verantwortung? Dies sei „vorbehaltlich der konkreten Umstände jedenfalls nicht ausgeschlossen“, heißt es im, den Medien zugespielten, Gutachten. Ein Paukenschlag, ohne Folgen?

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Hisbollah startet ersten Scud-Raketenangriff auf wichtige israelische Raketen- und Weltraumbasis

Von Peter F. Mayer – 3. April 2026

Mehrere israelische Quellen berichteten, dass die libanesische Widerstandsbewegung Hisbollah einen Scud-Raketenangriff auf den Luftwaffenstützpunkt Palmachim in Israel gestartet habe. Angenommen wird der Einsatz einer Scud-D oder einer ähnlichen modernisierten Scud-Variante.

Nach Vereinbarung eines „Waffenstillstands“ mit Israel war die Hisbollah völlig von der Bildfläche verschwunden. Auf die hunderten Verletzungen der Waffenruhe, die Bombardierungen von Wohnhäusern durch Israel und gezielte Ermordungen von vermuteten Hisbollah-Mitgliedern gab es keine wie immer geartete Antwort. Man dachte, die Hisbollah sei als maßgebende Kraft verschwunden. Sie ist offenbar nicht nur wieder erstarkt, sondern hat neue Waffensysteme. Denn dies ist der erste Angriff mit einer ballistischen Rakete in der Geschichte des Landes, der vom Libanon aus gestartet wurde.

Obwohl israelische Quellen seit Langem behaupten, dass die Hisbollah über Syrien nordkoreanische ballistische Raketen beschafft habe, wurden diese noch nie im Kampf eingesetzt. Laut Military Watch Magazine spiegelt der Abschuss der Rakete die weitaus höhere Intensität der jüngsten Feindseligkeiten im Vergleich zu früheren Auseinandersetzungen wider.

Der Luftwaffenstützpunkt Palmachim ist eine bedeutende israelische Militäranlage an der Mittelmeerküste südlich von Tel Aviv. Er ist einer der strategisch sensibelsten Stützpunkte der israelischen Streitkräfte. Die Anlage erfüllt mehrere wichtige Funktionen, was sie von einem typischen Luftwaffenstützpunkt deutlich unterscheidet.

Apache Angriffs-Hubschrauber in Palmachim

Dazu gehört, dass sie als primärer Teststandort sowohl für ballistische Raketen wie die Jericho als auch für Raketenabwehrsysteme wie das Arrow dient. Sie ist zudem das Herzstück des israelischen Weltraumprogramms und der einzige Standort für unabhängige Satellitenstarts, während dort auch Eliteeinheiten der Luftwaffenaufklärung sowie eine Reihe unbemannter Kampf-, Aufklärungs- und Überwachungsfliegereinheiten stationiert sind.

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35. Tag im Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran (Ticker 19:30 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – April 2026

Weitgehend übersehen wurde ein investigativer Bericht durch Nick Turse in The Intercept am 1. April, der beschreibt, dass die USA die wirklichen Verluste im Angriffskrieg gegen den Iran vertuschen. Was sonst noch in der Nacht und am 3. April in diesem Konflikt passierte, lesen Sie in diesem Ticker.

Fast 750 US-Soldaten wurden seit Oktober 2023 im Nahen Osten verwundet oder getötet, wie eine Analyse von The Intercept ergab. Das Pentagon will dies jedoch nicht anerkennen, schreibt der Autor in dem erwähnten Artikel. „Das US Central Command (CENTCOM), das die Militäroperationen im Nahen Osten leitet, scheint die Verluste zu vertuschen, wie ein Beamter des Verteidigungsministeriums es nannte. Es habe The Intercept zu niedrige und veraltete Zahlen genannt und verweigerte jegliche Aufklärung über militärische Todesfälle und Verletzungen. Mindestens 15 US-Soldaten wurden am Freitag bei einem iranischen Angriff auf einen saudischen Luftwaffenstützpunkt, auf dem amerikanische Truppen stationiert sind, verwundet, wie zwei Regierungsbeamte gegenüber The Intercept bestätigten.

Hunderte US-Soldaten wurden in der Region getötet oder verletzt, seit die USA vor gut einem Monat den Krieg gegen den Iran begannen. Präsident Donald Trump – der bei der würdevollen Überführung der ersten im Krieg gefallenen Amerikaner einen blauen Anzug, eine rote Krawatte und eine Baseballkappe trug – erklärte, Verluste seien unvermeidlich gewesen. „Wenn es solche Konflikte gibt, gibt es immer Tote“, sagte er später. „Ich habe die Eltern kennengelernt, und sie waren unglaubliche Menschen. Wirklich unglaubliche Menschen, aber sie alle hatten eines gemeinsam. Sie sagten mir immer wieder dasselbe: ‚Beenden Sie die Arbeit, Sir. Bitte beenden Sie die Arbeit.‘“

Der Artikel erklärt dann noch Details und Indizien, erwähnt Aussagen und Berichte und schließt mit der Bemerkung, dass all die Opfer noch nicht die Söldnergruppen einschließen. Und dass es in der Region von CENTCOM nur im Jahr 2024 alleine 12900 Fälle von Verwundungen im Dienst gab. Er schließt mit dem Satz:

„Die Zahlen dürften deutlich zu niedrig sein, aber wenn man auch nur die Bruchteile bekannter Verletzungen von Auftragnehmern hinzurechnet, könnte die Zahl der Opfer unter Amerikanern und auf US-Stützpunkten 13.600 übersteigen.“

Das Rekordbudget für Krieg bei Rekordschulden in den USA

Donald Trump wird tatsächlich das höchste Rüstungsbudget seit dem 2. Weltkrieg am Freitag zur Genehmigung einreichen. Es soll 1500 Milliarden, bzw. 1,5 Billionen US-Dollar betragen.

Darin NICHT enthalten sind die tatsächlichen Kriegskosten. Das Pentagon hat deshalb beim Weißen Haus einen Zusatz-Antrag über ca. 200 Milliarden Dollar eingereicht – für laufende Operationen, Munitionsnachschub, Ersatz von verbrauchten/verlorenen Assets (inkl. möglicher Schiffsverluste) und Vorbereitung auf weitere Einsätze. Das ist Extra-Geld, das zusätzlich zum Basisbudget beantragt werden und vom Kongress gesondert genehmigt werden muss. Insgesamt verbrauchen die USA also, wenn alles gut läuft, 1,7 Billionen Dollar für Krieg!

07 Uhr 00:

Die Revolutionsgarden (IRGC) gaben den Beginn der 91. Welle der Operation „Wahres Versprechen 4“ bekannt. Ziele seien:

🔸 US-Stahlwerke in Abu Dhabi
🔸 US-Aluminiumwerke in Bahrain
🔸 Rafael-Waffenfabrik (Israel)
🔸 US-Militärstützpunkt nahe Manama, Dutzende Tote und Verwundete
🔸 Luftwaffenstützpunkte Al-Tanf, Palmachim und Ben Gurion
🔸 Militärstützpunkte in Tel Aviv, Haifa, Eilat, Negev und Beerscheba
🔸 US-Stützpunkte in Ahmad al-Jaber, Ali al-Salem und Al-Kharj
🔸 Frühwarnradar auf dem Stützpunkt Zafar in den Vereinigten Arabischen Emiraten – vollständig zerstört
🔸 Stellungen von US-Kampfjets auf dem Stützpunkt Al-Azraq in Jordanien

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Zarifs Friedensvorschlag ist gar nicht so schlecht

Von Andrew Korynko – 3. April 2026

Der Friedensvorschlag von Irans ehemaligem Außenminister Sharif ist überraschend pragmatisch und könnte der Trump-Regierung einen Ausweg bieten, der sie das Gesicht wahren lässt, meint unser Autor.

Der ehemalige iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif, der die Interessen der reformistischen (moderaten) Fraktion seines Landes gegenüber den fundamentalistischen (konservativen) Rivalen vertritt, veröffentlichte in Foreign Affairs einen Vorschlag zum Thema „Wie der Iran den Krieg beenden sollte“. Er begann damit, den Widerstand des Iran als Beweis für dessen Sieg über die USA und Israel zu preisen, bevor er sich an diejenigen wandte, die den Konflikt fortsetzen wollen, und sie an die wachsenden wirtschaftlichen und humanitären Folgen erinnerte. Erst dann legte er seinen Vorschlag dar.

Mit seinen Worten: „[Der Iran] sollte anbieten, sein Atomprogramm einzuschränken und die Straße von Hormus wieder zu öffnen, im Austausch für die Aufhebung aller Sanktionen – ein Deal, den Washington zuvor nicht angenommen hätte, jetzt aber akzeptieren könnte. Der Iran sollte auch bereit sein, einen gegenseitigen Nichtangriffspakt mit den Vereinigten Staaten zu akzeptieren, in dem sich beide Länder verpflichten, sich in Zukunft nicht gegenseitig anzugreifen. Er könnte wirtschaftliche Beziehungen mit den Vereinigten Staaten anbieten, was sowohl für das amerikanische als auch für das iranische Volk ein Gewinn wäre.“

Als erster Schritt könnte ein Waffenstillstand vereinbart werden, im Gegenzug dafür, dass der Iran die Meerenge wieder vollständig öffnet und die USA ihre Sanktionen vollständig aufheben, was die Grundlage für die Wiederaufnahme der Verhandlungen über das iranische Atomprogramm und ein dauerhaftes Friedensabkommen schaffen würde. Was den ersten Punkt betrifft, schlägt Zarif vor, die Anlagen seines Landes unter vollständige internationale Überwachung zu stellen, während der zweite Punkt durch ein vom UN-Sicherheitsrat unterstütztes regionales Abkommen über kollektive Sicherheit erreicht werden könnte, das seinen vorgeschlagenen Nichtangriffspakt ergänzen würde.

Er schrieb außerdem, dass „der Iran und die Vereinigten Staaten eine für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, Wirtschaft und Technologie initiieren sollten“, unter anderem im Energiesektor, und dass der Iran finanzielle Unterstützung der USA für seinen Wiederaufbau als eine Form von Reparationen fordern sollte, um den Widerstand der Öffentlichkeit gegen ein Friedensabkommen zu mildern. Dies spiegelt wider, was hier Anfang März über eine mögliche ressourcenorientierte strategische Partnerschaft zwischen dem Iran und den USA nach dem Krieg vorgeschlagen wurde, die sich an dem Modell orientiert, über das Russland und die USA derzeit verhandeln.

Sharif kommt zu dem Schluss: „Die Emotionen mögen hochkochen, und jede Seite prahlt mit ihren Siegen an der Front. Aber die Geschichte erinnert sich am besten an diejenigen, die Frieden stiften.“

Wenn man darüber nachdenkt, hat er recht damit, dass es besser ist, eine Einigung zu erzielen, als dass der Iran weiterhin immer verheerendere wirtschaftliche und humanitäre Verluste erleidet, zumal zivile Ziele nun häufiger angegriffen werden und Trump damit gedroht hat, die iranische Energieindustrie zu zerstören. Selbst wenn der Iran Vergeltungsmaßnahmen gegen den Golf ergreift, „wird die Zerstörung der Infrastruktur der Region die Verluste des Iran nicht ausgleichen“, was zutrifft. Da er jedoch die Reformisten vertritt, könnten die Fundamentalisten ihn ignorieren.

Darin liegt die Bedeutung der Veröffentlichung seines Vorschlags in Foreign Affairs, einer Zeitschrift, die von US-Diplomaten gelesen wird, und die sie möglicherweise dazu inspirieren könnte, ihn Außenminister Marco Rubio als gesichtswahrenden Ausweg vorzuschlagen – für den Fall, dass Trump, wie manche behaupten, nach einem solchen sucht. Trump könnte aber stattdessen auch darauf aus sein, die Weltordnung radikal zu verändern, indem er die Energieexporte der Region auf unbestimmte Zeit unterbindet, da die USA sie nicht mehr benötigen. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein, wäre Sharifs Vorschlag wohl Trumps beste Chance auf Frieden.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Der Westen umzingelt Russland im Südkaukasus und in Zentralasien

Von Andrew Korybko – 3. April 2026

Der Russland-Experte Timofei Bordachev beharrt darauf, dass „ein neues Great Game nicht in Sicht ist“, vor allem weil der Westen angeblich keine Absicht habe, an der südlichen Peripherie Russlands mit diesem zu konkurrieren, da er bereits anderswo mit Herausforderungen hinsichtlich des Wettbewerbs mit Russland konfrontiert sei; TRIPP widerlegt jedoch seine Einschätzung.

Der renommierte Russland-Experte Timofei Bordachev veröffentlichte einen weiteren Artikel über den Südkaukasus und Zentralasien mit dem Titel „Eurasiens Geister des Great Game“. Er knüpft an seinen früheren Beitrag an, auf den hier bereits eingegangen wurde. Genau wie dieser vermeidet auch sein neuester Artikel auffällig jeden noch so beiläufigen Verweis auf die im August letzten Jahres vorgestellte „Trump-Route für internationalen Frieden und Wohlstand“ (TRIPP), die darauf abzielt, den Einfluss des Westens – einschließlich der NATO – auf den Südkaukasus und Zentralasien auszuweiten. Dies würde die Einkreisung Russlands durch den Westen weiter vorantreiben.

In seinem neuesten Artikel versucht Bordachev, „Mythen über die Rivalität der Großmächte in Zentralasien zu widerlegen, und betont, dass ein nüchterner, gleichberechtigter Umgang mit der Region Russland mehr nützen wird, als es ein wettbewerbsorientierter Ansatz jemals könnte. Trotz der Ängste, Sorgen und der Rhetorik ist ein neues Great Game nicht in Sicht.“ Sein Argument läuft darauf hinaus, dass der Westen angeblich gar nicht die Absicht habe, mit Russland in Zentralasien zu konkurrieren, da er bereits anderswo mit Herausforderungen hinsichtlich des Wettbewerbs mit Russland konfrontiert sei. TRIPP widerlegt dies jedoch.

Die zuvor erwähnte Reaktion auf Bordachevs früheren Beitrag zu diesem Thema nennt fünf Hintergrundberichte, die Leser studieren sollten, um sich auf den neuesten Stand zu bringen. Kurz gesagt stellt TRIPP einen Wirtschaftskorridor mit doppeltem militärischem Zweck dar, um den westlichen Einfluss entlang der gesamten südlichen Peripherie Russlands auszuweiten. Ein verstärkter Handel Zentralasiens mit dem Westen kann zur Entstehung neuer Eliten und zur Kooptierung bestehender Eliten führen, und wo Handel stattfindet, können politische und anschließend militärische Verbindungen leicht folgen.

Bordachev behauptet, dass „Russlands Hauptgegner entweder keine ausreichend wichtigen Interessen haben oder einfach nicht in der Lage sind, eine physische Präsenz aufrechtzuerhalten, die Moskau als Bedrohung für seine Sicherheitsinteressen ansehen könnte.“ Dies wird durch die Ankündigung Kasachstans vom vergangenen Dezember widerlegt, dass es mit der Produktion von NATO-Standard-Geschossen beginnen wird; die Auswirkungen davon wurden hier analysiert, wobei die wichtigste darin besteht, dass Kasachstan bald dem Beispiel Aserbaidschans folgen könnte, seine Streitkräfte an NATO-Standards anzupassen.

Das schleppende Tempo, mit dem sich dies möglicherweise entwickelt, könnte Russland davon abhalten, präventiv einzugreifen, aus Sorge, dass jede Reaktion, die es letztendlich ergreift, als „Überreaktion“ dargestellt werden könnte und diesen Prozess somit weiter beschleunigen würde, falls es das Problem nicht lösen kann. Es ist schon beunruhigend genug, dass es an Russlands südlicher Peripherie eine nach NATO-Standard ausgerüstete Armee gibt, die zudem mit dem NATO-Mitglied Türkei verbündet ist, aber eine weitere entlang der längsten Landgrenze der Welt wäre noch beunruhigender.

TRIPP dient als militärischer Logistikkorridor zur Verwirklichung dieses Ziels, und sollte der Iran nach dem Ende des US-israelischen Angriffskriegs den USA unterworfen sein, könnte der östliche Zweig des Nord-Süd-Transportkorridors zu einem ergänzenden Korridor umfunktioniert werden. Das Gleiche gilt für den Fall, dass Pakistan als „wichtiger Nicht-NATO-Verbündeter“ Afghanistan unterwirft; in diesem Fall könnten US-Truppen zur Einmischung in Zentralasien auf den Luftwaffenstützpunkt Bagram zurückkehren, ermutigt durch die Eröffnung dieses weiteren militärischen Logistikkorridors in diese Binnenregion.

Auch wenn TRIPP nach wie vor der einzige militärische Logistikkorridor des Westens nach Zentralasien ist, stellt er dennoch eine strategische Bedrohung für die nationalen Sicherheitsinteressen Russlands dar – eine Bedrohung, auf die Bordachev noch immer nicht eingegangen ist. Entweder ist er nicht auf dem Laufenden, hält TRIPP für ein zu heikles Thema, als dass ein Experte seines Kalibers sich öffentlich dazu äußern könnte, um eine regionale Überreaktion zu vermeiden, oder er ist zu dem Schluss gekommen, dass Russland in eine Phase des „kontrollierten Niedergangs“ eingetreten ist. Was auch immer der Grund sein mag, das Fehlen dieses Themas in seiner Arbeit ist eklatant und gibt Anlass zu besorgten Spekulationen.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.