Wie man die Woken in Militär und NATO lockte … – oder: „Transatlantisch? Traut Euch!“

Von Leo Ensel – 16. März 2025

Nicht nur manche Linke – oder solche, die sich dafür halten – zieht es neuerdings mächtig in den Krieg. Auch woken Lifestyle-„Linken“ stehen längst die Kasernentore sperrangelweit offen. Grüne und transatlantische Think Tanks haben dafür bereits vor Jahren die Weichen gestellt.

„Wenn ich Streitkräfte habe, die in ihren Grundstrukturen die Diversität ihrer Gesellschaft widerspiegeln, sexuell, ethnisch, religiös, dann wissen die, was sie verteidigen“. So zitierten Oliver Schlaudt und Daniel Burnfin kürzlich in ihrem lesenswerten – leider im Freitag hinter einer Bezahlschranke verschanzten – Essay „Die Geburt der woken Falken: Wie Progressive lernten, das Militär zu lieben“ [1] den Politikwissenschaftler an der Universität der Bundeswehr, Carlo Masala. Die deutschen Streitkräfte seien, so Masala griffig-alliterat, „woke und wehrhaft“.

In der Tat eine erstaunliche Entwicklung einer scharfen Truppe, für die noch vor wenigen Jahrzehnten Homosexualität ein – je nach persönlicher Einstellung bzw. Orientierung – begrüßenswerter oder bedauerlicher Ausschlussgrund war! Von weiblichen, gar trans- oder diversen Soldat-Sternchen-innen ganz zu schweigen. Selbst dass „Deutsche mit Einwanderungsgeschichte“ ihr neues Vaterland mal mit der Waffe verteidigen würden (und dürfen), war lange Zeit kaum vorstellbar. „The times, they are a-changing“, indeed… Nicht nur Linke (oder solche, die sich dafür halten) zieht es neuerdings mächtig in den Krieg [2], auch woken Lifestyle-„Linken“ stehen die Kasernentore mittlerweile sperrangelweit offen.

Diese höchst bemerkenswerte Volte von Bundeswehr und Gesellschaft ist allerdings keineswegs plötzlich vom Himmel gefallen. Wie immer ist man hinterher schlauer. Schaut man genauer hin, so kristallisieren sich in der Retrospektive einzelne Etappen deutlich heraus. Und wieder mal erweisen sich – welch Wunder! – ausgerechnet die Grünen als Avantgarde. Vor genau vier Jahren (es begab sich zu der Zeit, da Annalena Baerbock – „mit Gewehren, die schießen und Nachtsichtgeräten, die funktionieren“ [3] – noch Kanzlerin-Allüren hatte) lieferten sie einen gewichtigen Meilenstein, den es sich heute nochmals genauer anzuschauen lohnt. Denn er ist in seiner Bedeutung vermutlich nicht zu überschätzen.

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